Haidhausen revisited

Ich parke in der Sedanstraße, nur ein kurzer Weg, vor zu dem Platz, Ecke Milch- und Steinstraße.
Ich mag dort erst mal frühstücken.
Im Mezzodi, einem kleinen Italiener, der bis 16 Uhr auch Frühstück anbietet.

Sehr weit komme ich nicht.
Eine Haustür steht offen. Eintritt frei!
Der Fußboden sieht einladend alt aus.
Mein Blick fällt auf das Treppenhaus, die alte Holztreppe, das Geländer.

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Die Eingangstüren zu den Wohnungen…
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Mich gruselt es bei dem Gedanken an Neubauten und ihre lieblose Bauweise.
Mit geringstem Aufwand wird an der Tür gezeigt, wie liebevoll Wohnraum sein kann.
Ich beneide die Anwohner.

Der Weg aus dem Haus zeigt mir eine Farbenpracht.
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Wer hier vorbeikommt, an der Hausnummer 15 sollte es nicht versäumen, einen Blick ins Haus zu werfen. Falls die Türe offen ist…

In der Steinstraße gibt es dieses Faktotum eines Plattenladens. Seit Jahrzehnten. Monkey Island Records.
Ich war noch immer nicht drin, die Öffnungszeiten machen es mir schwer.
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Wirklich abgefahren ist die Ankündigung eines Guru Guru (Krautrock!) Konzertes im November 2013.
In Olching.
Ich liebäugle damit, hinzugehen.
Obwohl meine Haare dafür noch zu kurz sind, um als seriös durchzugehen…
10 von 10 Punkten auch für das Amon Düül 2 Plakat – Die Lemminge tanzen wieder…

Grandios und auch in der Steinstrasse, der Sarotti Mohr.
Kaum zu fassen, dass so etwas mittlerweile als politisch grenzwertig bis inkorrekt gilt.
Ein Stück Werbekunst.
Zum Glück hängt er noch da.
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Ich hoffe, dass es noch möglichst lange dauert, bis die Zeichen der Vergangenheit verschwinden.

Gegenüber von dem Mohr war bis in die 70iger das Coca-Cola Abfüllwerk.
Die Pressestelle in Berlin ist angeschrieben, um Bildmaterial wurde gebeten.
Ob ich eine Antwort bekomme? Es bleibt spannend.

Am Straßenrand in der Kellerstraße ein anderes Relikt der frühen 70iger. Ein Traum in rot.
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Es gab mal eine Zeit, da hat sogar Opel Autos gebaut….

Ebenso schön, Marke unbekannt.
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Beim Entlangschlendern Richtung Preysingstraße entdecke ich noch einen „Schuhabkratzer“ vor einer Haustüre.
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An der Ecke Keller- Preysingstraße steht es noch immer.
Was ist der korrekte Name? Pissoir? Bedürfnisanstalt (Anstalt?!)
Seiner Funktion beraubt. Abgesperrt. Beschmiert. Ein Relikt.
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Haidhausen ist einen Spaziergang wert, am besten tagsüber, unter der Woche.
So viele kleine Geschäfte, die tief verwurzelt sind mit dem Stadtteil.
So viele kleine Dinge, die der Zeit und dem Fortschritt trotzen, aufzeigen, wie es sein kann, wenn man baut, mit dem Willen zu erhalten, zu bestehen.
Wann kommt der nächste Spaziergang?
Durchs Lehel? Dem Glockenbachviertel?

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