Morgenrituale

Aufstehen…
Zähes aus dem Kopf schieben.
Rückkehr aus dem Trüben und Trägen.
15 Stufen, 1,3,5,7,9,11,13… stolpernd, schlingernd. Abwärts.
Versuchen zu überleben, während sie mir um die Beine streicht, mich ohne Absicht (?) versucht, zu Fall zu bringen.
Ihr Recht auf Versorgung einfordert. Jetzt.
Linke Schüssel, rechte Schüssel, Mülleimer, Hände waschen.
Schmatzen.

Ein Druck auf den Knopf, komm, heiz auf! Mach hin.
Schlaftrunkenes Fingern nach dem Tab.
Hebel nach links, warten.
Dankbar sein, dass so wenige Handgriffe von Nöten sind.
Grün!
Kaffee!

Parallelhandlung:
Den Einschalter drücken, warten, die Relais knacken. Bereit.
Alles andere wartet schon.
Die Qual, die Wahl.
Heute:
Helge Lien Trio, sanfter Jazz perlt aus den Lautsprechern.
Nicht Misslungen, Glück gehabt.
Schlechte Musik ruiniert den Rest des Tages.

Schwenk:
Kaffee, endlich.

Holz holen, der Ofen will auch gefüttert werden.
Draussen regnet es, Gnä Frau stürmt an mir vorbei.
Auch an Morgenrituale gebunden.
Holz in den Ofen.
Anzünden, kontrollieren, regulieren.

Kaffee. Hinsetzen.
Der Monitor geht an, eine Berührung genügt.
Der Rechner schläft nie, wartet nur, auf mich.
Ein flüchtiger Gruß, ein Nicken, ein Klicken.

Weißer Hintergrund. Unbeschrieben.
Gedanken an gestern, kleine Momente, ein Bild?
Nein. Verwerfen.

Das Fenster hinter dem Schirm.
Draussen grau, windig, Regen.

Die Füße schmerzen noch.
Vom barfüßigen Holz holen.
Wer kippt Schotter, scharfkantigen zwischen die Pflastersteine?
Immer die Grobmotoriker, die Ignoranten.

Gedanken fliegen vorbei, über mich, Dich, das Leben und so.
Flüchtig, nicht greifbar, verworfen.
Der Bildschirm: weiß
Das Feuer: aus.
Die Musik: zu hektisch

Springen zwischen Ofen, Kaffemaschine, Musikauswahl.
Gnä Frau hat ihre Runde erledigt, schabt am Fenster.
Ich will doch nur hier sitzen und schreiben.

Morgenrituale
P1000091

22 Gedanken zu “Morgenrituale

  1. ein Hund hat ein Herrchen…eine Katze hat Personal!
    wir haben einen Sir Percy, der hat gleich zwei Bedienstete am Laufen und doch möchten wir ihn keinen Tag missen….auch wenn er sein Haargewölle IMMER auf den Teppich spuckt und nicht auf den ansonst vorhandenen Fliesenboden -:((( und er ist so vornehm, daß er nicht etwa Mi-au sagt, wie ordinär…er flötet mi…….
    und mit einem Schnurrer den Tag zu beginnen…..wer macht es sonst….denn es ist nicht immer Berechnung…..
    sonnige Herbstgrüße

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  2. zwischem all dem alltagstreiben
    dem alltag einen falltext schreiben
    ein beispiel seiner präzedenz
    dem wunsch nach alltagsabstinenz
    wenn es das gibt
    in dem was Dich umliebt
    inmitten Alltags Eile
    zu schreiben ihm die zeilen
    die alltag
    erst genießbar machen
    na, Du kannst ja Sachen! 🙂

    Lieben Gruß von der Karfunkelfee,
    die manchmal auch folgt.

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