WordPress: Lust und Frust

Gestern Abend hatte ich das Vergnügen einem Speedleser zu begegnen.
Hätte man so meinen können.
Er hat es doch binnen 2 Minuten geschafft, fast alle Teile, unzusammenhängend, meiner „Regengeschichte“ zu lesen und noch insgesamt 10 oder 15 weitere Texte und Bilder gönnerhaft mit einem „like“ zu versehen.

Ich muss zugegeben, dass mich das ärgert.

Ich schreibe, weil ich gelesen werden möchte und so langsam dämmert es mir, dass WordPress dafür wohl nicht ganz die richtige Plattform ist.

Wenn ich das gestrige Erlebnis nicht als Einzelerlebnis werte, ist es recht frustrierend, hier zu publizieren.

Es ist ungemein schade, dass WordPress den Zugang zu Google Analytics verweigert. Hier war die Verweildauer pro Zugriff auf einer Seite mit abgebildet.
Und ganz ehrlich, wenn ich einen 400 Worte Text schreibe und sehe, dass im Durchschnitt zwei bis drei Minuten auf der Seite geblieben wird, so ist das ein gutes Gefühl.
Und ziemlich genau das Gegenteil dessen, was ich gestern Abend empfunden habe.

Ich mag ja altmodisch sein, ich „like“ nur Texte, die ich auch gelesen und die mir gefallen habe, dito für Bilder. Und ich mag eingebildet sein, aber auf „Amokliker“ oder „Mitliker“ möchte ich gern verzichten.
Es wertet mein Schreiben ab und meine Bilder ebenso.
Klingt trotzig und ist auch so gemeint.

37 Gedanken zu “WordPress: Lust und Frust

  1. Schade, viele werden wirklich nicht alles lesen, sondern nur Sachen liken, damit man auf ihre Seite geht… Wobei: Bilder gefallen entweder oder sie gefallen nicht, da ist’s ja noch einfach und in Ordnung, nur aufs „Gefällt“ zu klicken.
    Was ich gar nicht mag sind Leute, die den Blog „abonnieren“, ohne ihn lesen zu wollen, weil sie es z.B. gar nicht können, da sie chinesisch, englisch oder sonst was sprechen…

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    • Das like System ist zu einfach, aber das ist ja auch Teil der WordPress Mentalität. Wäre das hier eine echte Publikationsplattform, die den Inhalt als wichtigstes Maß hätte, dann würden likes Knöpfe zeitversetzt und auch erst dann auftauchen, wenn man am unteren Ende des Textes angekommen ist.
      Das ist natürlich aus Sicht der Blogplattform unattraktiv und würde so nicht zum Einsatz kommen.
      Danke für’s kommentieren!

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  2. Da kann ich nur eine „selbst gehostete“ WordPress Installation vorschlagen – da bist Du Herr über alle Interaktionsmöglichkeiten und kann natürlich Google Analytics in seiner ganzen Vielfalt nutzen 🙂

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    • Na, von dem bin ich, nachdem ich von dem ganzen technischen Krams genug hatte, hier her gekommen.
      Es bleibt halt zweischneidig, ja, die Leserschaft hat sich, gemessen an den Kommentaren vergrößert, die Oberflächlichkeit, im Sinne des Gegengeschäftes hat eben auch zugenommen.
      Dafür ist es wesentlich bequemer.
      Ich glaube dass die Google Analytics ein realistisches Bild zeichnen, sie Werte dort waren immer kleiner und für den Blogger unangenehmer, als die WordPress Auswertung.
      Ich könnte mir vorstellen, dass das WordPress auch nicht behagt.

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  3. Als Echtleserin habe ich manchmal das Bedürfnis, mich zu entschuldigen und meine Kommentare als overditailed einzuordnen. Da begreife ich auch, dass es nie möglich sein wird, ein „rechtes Maß“ zu finden. Meine Idee dazu ist, Artikel oder Beiträge, die mir wirklich gut gefallen zu rebloggen und meine Antwort gleich dazu.
    Dann mag jeder damit machen was er will.

    Oft bin auch ich am Rande der Verzweiflung, technische Hilfsmittel hin oder her.
    LG Hanna

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  4. nicht ärgern bitte, in diesen allen zugänglichen Foren tummeln sich halt auch viele oberflächliche Gestalten und zumindest ist mir bisher in diesem Blog aufgefallen, daß es nicht dieses unsägliche Geplänkel, das in vielen Blogs gang und gäbe ist, gibt…das finde ich noch viel ätzender.
    Ich würde mich über die Kommentatoren freuen, sie beleben einen Blog, die Likies sind wie ein Sack Flöhe -:)))), die wild herumspringen….
    dem Teufelswerk mit einer Engelzunge begegnen wäre mein Vorschlag -:)))

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  5. …das hätte mich auch sehr gewundert, so viele likes in so kurzer Zeit, verstehe auch deinen Ärger. Auf die Idee etwas zu liken, das ich gar nicht richtig gelesen habe, bin ich allerdings noch gar nicht gekommen. Dann hoffe ich mal, dass so ein Speedleser eher eine Eintagsfliege war/ist.

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  6. Ich hatte ein ähnlichess Erlebnis..und ich werde mich nicht mehr darum kümmern! (hab ich beschlossen)
    Es kommen auch Leute, die genau lesen und die genau gucken… der Rest ist eben nur auf „LIKES“ aus, denn man soll ja auch dort „liken“…
    Also ärgere Dich nicht länger, mache das woran Du Freude hast und es sind ja auch Leute hier, die es interessiert.
    LG, Petra

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  7. Über das „Gegengeschäft“ ärgere ich mich auch, und über die scheinbar wahllos geklickten „Likes“- merkwürdig fände ich, wenn meine Verweilzeit auf einem bestimmten Blog „überwacht“ würde- so käme mir das vor………..und eine Garantie gibt es dadurch noch immer nicht….
    Gruß von Sonja

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    • Google Analytics bietet das Messen der Verweildauer an.
      Das ist vollkommen üblich, dass das gemacht wird und stellt zumindest für kommerzielle Webseiten eine sinnvolle Möglichkeit zur Qualitätskontrolle dar.
      Ja, eine Garantie gibt es nicht, schlussendlich entscheidet auch weniger der „like“ als der Dialog, so wie er hier gerade stattfindet über den „Wert“ eines Textes.
      Liebe Grüße!

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  8. Ein Thema, was hier jedem schon begegnet ist, denke ich … ich versuche es entspannt zu nehmen und mich mehr am Prozess des kreativen Schaffens zu freuen. Vielleicht gibt es ja jemand der sich wirklich über das Ergebnis freut und dich erfahre davon gar nichts. Dafür hat es sich doch schon gelohnt. ; )

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  9. Kann natürlich sein, dass das jemand im ‚Community-Wahn‘ gewesen ist, der sich durch viele Likes viel Zuspruch erhofft, Lesen aber nicht wichtig findet. Da ich selber oft unterwegs lese und später like, wollte ich dich bloß nochmal daran erinnern, dass es ja prinzipiell sein kann, dass das jemand anders auch so macht. Insbesondere, wenn man unterwegs auf dem Smartphone liest, sich gerade nicht einloggen kann, die App nicht installiert hat usw.

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  10. Mir geht das mit den likes ähnlich. Ich weiß schon immer wer das eerste like drückt, Sekunden nachdem ich etwas gepostet habe. Fühlt sich fast an wie gestalkt zu werden und gelesen haben kann der Liker meinen Beitrag in der kurzen zeit auch nicht. Dieses like ist nichts wert, vielmehr nervt es. Allerdings lese und schaue ich auch manchmal Beiträge und Fotos an , ohne sofort ein Like zu drücken und mache es dann später gesammelt.Ist dann für mein Gefühl kein Spam sondern gebündelt.

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    • Sekunden ist schon grenzwertig.
      Psychologie ist was grausames, ich bekomme schon ein schlechtes Gewissen, wenn ich einen neuen Beitrag binnen weniger Minuten „Iike“. Auch da könnte man meinen, es wäre nur des vermeintlichen Gegengeschäftes wegen…

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  11. Ich bin ja ein Optimist und meine, dass derjenige ja vielleicht auch schon früher die Sachen gelesen hat, entweder noch nicht angemeldet war und deswegen nicht liken konnte. (Manchmal am Handy logge ich mich nicht extra ein.) Und sie dann einfach nachträglich noch mit Likes versehen hat.. 🙂

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  12. Schön zu lesen, dass andere doch ähnliche, wenn nicht genau die gleichen Gedanken zu dem Thema haben. Wie oft habe ich mich darüber gewundert und geärgert, wie schnell manchmal die likes angeklickt werden, bis ich den WP-Reader entdeckte, wo man die Möglichkeit hat, schon in der Voransicht ein like zu vergeben. Blöd und überflüssig. Ich besuche die Seiten, schaue, lese und dann like ich oder auch nicht. Bewerten tue ich nur selten und nur dann, wenn mir etwas gut oder sogar sehr gut gefällt. Ich schreibe auch meist einen kurzen Kommentar, weil ich denke, dass die meisten Blogger sich über ein feedback freuen. Steckt doch viel Mühe in manchen Blogs.

    Deine Geschichte habe ich noch nicht zu Ende lesen können, bin aber neugierig und werde es nachholen.

    LG, Conny

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  13. Diese Besucher habe ich in meinem Blog auch. Sie stürzen sich Ameisen gleich auf meine Texte und … werden nach zig Klicks in 2 Sekunden nie mehr gesehen. Ich sehe das entspannt. Ach ja *schaut sich um* Wo war noch mal der „Like-Button?“ 😀

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  14. Hallo. Danke fürs Lesen bei mir. Denn da du einiges schon geliked hast, hast du es auch gelesen. Das freut mich 🙂 Anfangs war mein Blog einfach als Onlinetagebuch gedacht, weil ich irgendwo ein Ventil brauchte, um einiges mal rauszulassen. Daraus ist dann irgendwie ein Selbstläufer geworden, der mir einfach Spaß macht… und bisher habe ich noch keinen Turboliker, aber interessant, dass es wirklich solche gibt… mich störts auch, dass man das nicht nachverfolgen kann, ich benutze normalerweise auf meinen z. B. beruflichen Seiten einen Besucherzähler, der auch Klickpfade und Verweildauern aufzeichnet, ähnlich wie Google Analytics, aber auch der geht bei WP nicht…

    Anyway, bitte nicht aufhören zu schreiben, das wär doch zu schade.

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      • Da ich FB ablehne ist mir die gesamte Like Kultur noch nie verständlich gewesen. Entsprechend „like“ ich auch nicht.
        Es freut mich, wenn jemand „liked“. Noch mehr freue ich mich über die Kommentare. Entsprechend schreibe ich lieber einen Kommentar. BTW, Deine Einträge lassen sich mobil nicht öffnen. Die Einträge über Haidhausen sind sehr schön. Hatte da auch einmal gelebt.

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      • Danke fürs reinschauen!

        Die „like Kultur“ in FB ist mir auch fremd.
        Speziell, wenn es sich um kommerzielle Angebote handelt.
        Und „gefällt mir“ bei dem Tod eines Hamsters zu drücken funktioniert auch nicht.
        Was genau funktioniert denn nicht?
        Die Bilder?
        Ich hab die Seite gerade mal mit Android und iPhone angesurft. Mit dem mobilen Chrome.
        Bei mir wird die mobile Version vollständig der Seite angezeigt.

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      • Ich habe einen Blackberry. Er macht die Seite auf, aber lädt sich dann zu Tode bzw. springt hin und her zwischen der WordPress Seite und Deiner Blog Seite.

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      • Hmm.. scheint so als wäre das verwendete javascript nicht kompatibel.
        Kann man den Identifier des Blackberry Webbrowsers umschalten? Ich hab so den Eindruck, der versucht die stationäre Version des Blogs zu lesen.

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  15. Bin da ganz bei Dir, hab ich auch schon erlebt. Da ist ein Kommentar doch das deutlich bessere „like“. Jedoch, oft fehlt mir selbst die Muse, gut zu kommentieren, daher nutze auch ich immer wieder mal den „Like-Button“. Sobald man anfängt zu publizieren, muss man leider auch mit ungewünschten Reaktionen der Leser rechnen. Da muss man durch.
    Gruß Stefan

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  16. Kenn ich auch. Mag ich auch nicht. Macht keinen Spaß.
    Zum Glück gibt es noch jede Menge andere, die tatsächlich lesen, kommentieren und dann liken.
    Vielleicht sollte man den Like-Button ganz abschaffen. Dann bleiben zwar die Schüchternen, auf der Strecke, alle anderen sollen dann einfach kommentieren, wenn sie etwas mögen.
    Bei Fotoblogs allerdings schwieriger, weil man oft gar nicht in Worte fassen kann, was einem so gut gefällt. Da hilft dann ein „Like“.

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  17. Ein Like gefällt. Ich setze sie nach Gefühl. Bei Bildern fällt es mir leichter, bei Texten lasse ich mir Zeit, lese sie oft mehrmals, weil auch Texte tageskonditionsabhängig wirken.
    Manchmal kann ich nicht liken, manche Texte machen sprachlos. Weil sie so traurig sind oder ein Thema haben, das mir nicht gefällt, ein Like ist etwas Freudiges für mich. Doch wenn es ein Beitrag ist, den ich wichtig und gut oder mitteilsam finde, dann versuche ich ein paar gute Worte für einen Kommentar zu finden, doch bei persönlichen oder mich berührenden Texten fehlen mir manchmal sogar die Worte. Dann weiß doch aber der Autor oder Künstler von meinem Eindruck nichts, denk ich manchmal. Doch andererseits gibt es ja auch die Statistik, die Zahl der Aufrufe, meine stillen, nur lesenden Follower, und das sind meine kleinen Glücksmomente, wenn ich sehe, dass es doch immer mal am Tag doch so einige sind.
    Speedleser mag es geben, die schneller liken als sie lesen können. Oder aber es sind echte Fans?:)

    Viele Grüße von der Karfunkelfee

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