Eine Muse schlachten

Ich habe mir eine Hausaufgabe gegeben.
Ich solle eine Muse schlachten, oder zumindest darüber schreiben.

Gut, schön, eine Muse soll es sein.

Ich schlachte, wer mich küsst?
Ist das die tiefere Botschaft? Soll ich das wirklich tun?
Was wäre, wenn ich in meiner Vergangenheit krame und dadurch herausbekomme, dass es das ist, was ich tue, getan habe?

Keine schöne Wahrheit. Die schlachten, hinrichten, die man liebt. Diejenigen, Diejenige, die mich inspiriert, die ich beeindrucken möchte, mit dem, was ich besonders gut kann.
Für die ich Kunststücke vollführe.

Die schlachten, deren Herz ich erst erobere, dann wärme, dann schlussendlich auf kleiner Flamme gare?
Darüber soll ich schreiben?

Also, dann lasse ich mal die Vergangenheit Revue passieren.
An mir vorbei. Nicht mehr durch mich hindurch.
Der Schmerz der Erinnerung ist groß genug.

Sind es nicht immer die, die nahe sind, die den größten Preis bezahlen müssen?
Das Erleben der Nähe mit Blut und Tränen erkaufen müssen? Die anderen, genau wie ich?
Was wiegt mehr? Die Erinnerung an den Schmerz der Enttäuschung oder die Erinnerung an die brennende Liebe, den Taumel, das Lachen und die Umarmung?
Was war es, dass die Muse brachte? Was wog mehr?

Aber ohne die Freuden, ohne die Verzweiflung, was wäre geblieben, von meinem Werk?

Nichts, mit großer Bestimmtheit, nichts. Nur Buchstaben, ein paar Worte, leere Zeilen, weiß auf weiß.

Und Dich soll ich schlachten? Dich!?
Dich werd’ ich in Ehren halten, in Liebe und Begehren.
Und ein wenig Egoismus ist es auch, der Dich in meinen Armen vor Schlimmerem bewahrt.
Dessen sei Dir versichert.

7 Gedanken zu “Eine Muse schlachten

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