Wohin?

Wohin mit den Wortschätzen?
Jetzt, wo sie ausgegraben sind. Zu Tage gefördert. Gereinigt, vom Schmutz befreit, die klebrigen Klumpen aus Phrasenmaterial abgespült.
Wohin soll ich sie bringen?

Baumaterial für Größeres?
Schleifen zum Kleinod?
Unrat für den Wortstoffhof, für die Zweitverwertung?
Was soll es sein?

In finsterer Stunde, mit Schweiss und Tränen hervorgebracht, nun im Interim.
Gerne würde ich Zusammenfügen, Risse im Wortgeflecht dichten.
Das Werk in hellem Glanz erstrahlen lassen,
zur Schau gestellt fürs Publikum.

Es mangelt mir an Mut und Tat.
Angst vor den Lachern, den Kleinrednern und Zerrednern.

Kein Mut, mich Denen zu stellen, die nur bemängeln, nur das Scheitern sehen wollen.
Denen, die immer nur auf dem Zaun, am Rand sitzen, nie in die Arena gehen, nie sich stellen wollen, nur den anderen zusehen wollen, wie sie scheitern.

Und denke ich nun darüber nach, so bin es doch ich, der schon im Zentrum steht.
Freilich, das Publikum nur spärlich, doch schon vorhanden, in Wort und Tat.

So schwer ist es eigentlich gar nicht.
Ich glaube ich schreib‘ noch was.
Viel Spaß.

15 Gedanken zu “Wohin?

    • Kritik findet, zumindest hier, ja kaum statt.
      Das Risiko hier ist, dass man sich viel zu sicher fühlt.
      Ich geringschätze die Aufmerksamkeit hier nicht, auf keinen Fall, aber überschätzen sollte man sie auch nicht.
      Im Wesentlichen bin ich mit meinem eigenen Zweifel erfüllt. Hinterfrage, resümiere, überdenke und versuche, mir dennoch keine Zügel anzulegen.

      Gefällt mir

      • Aber möchtest du denn Kritik unter deinem Geschreibsel stehen haben? Also was gut ist und was du besser machen kannst?

        Ich hatte bisher immer das Gefühl, dass schon Hinweise auf Tippfehler ungerne gesehen sind und man beim Inhalt häufig mal für anmaßend gehalten wird, nur weil man etwas eben anders sieht.

        Bei mir kann man auch gerne etwas negatives hinschreiben, denn nur so kann ich Texte und mich selbst verbessern.

        Gefällt mir

      • Na, da les ich als alter Pessimist doch schon bei dem Wort „Geschreibsel“ Kritik 🙂

        Es ist nicht einfach, dass zu beantworten.
        Das meiste, dass ich schreibe ist reine Gedankenmasse und damit komplett subjektiv und aus der Sicht der objektiven Kritik nicht erreichbar.
        Da bliebe dann tatsächlich Interpunktion und Orthographie als „Angriffsfläche“ und die biete ich sicherlich reichlich.
        Wo ist der Lektor, wenn man ihn mal braucht?
        Wie üblich, gebe ich dem Personal zu früh frei….

        In dem Sinne sag‘ ich jetzt mal, nachdem einige Rückmeldungen gekommen sind, dass es mir, soweit, wie ich mich selbst verstanden habe, um die Angst vor der eigenen Courage gegangen ist.

        Ich versuche, kaum Meinungen abzusondern, sondern direkt aus meinen Gedanken und Gefühlen heraus zu schreiben.
        Und das macht mir Angst.

        Hier ist der Ort für Tränen und Blut.
        Der muss mit Bedacht betreten werden.
        Dennoch: Dieser Ort ist kein Tagebuch für mich.

        Gefällt mir

      • Oh nein, also „Geschreibsel“ meint einfach nur Geschriebenes. All meine Ordner mit „Geschreibsel“ heißen genauso. Also damit ist nichts abwertendes gemeint.

        Ich habe deinen Text so verstanden, dass du durchaus mehr schreiben willst, dass Stücke von langen Texten durch dein Hirn schwirren, dass du aber Angst hast, diese wirklich zu einem Ganzen zusammenzufügen, weil du dann mehr Herzblut hereingegeben hast, als bei deinen auf dem Blog veröffentlichten Gedankenwolken.

        Vielleicht hast du sie ja auch schon geschrieben, diese längeren Texte, aber schreckst zurück, sie irgendwo einzusenden, eben wegen der „Kleinredner“ usw. So geht es mir zumindest meistens und deswegen mache ich immer nur ein paar vereinzelte Versuche, mein Geschreibsel an die Verlage zu verteilen. …

        Ich lese gern mehr von dir am Stück, wenn du willst und wagst 🙂

        Gefällt mir

      • Nein, das war boshaft von mir. Entschuldige.
        Das mit dem falsch verstehen ist das Risiko mit der Kritik.

        Tatsächlich bin ich mit der Aufmerksamkeitsspanne eines verstrahlten Eichhörnchens gesegnet, dass auf Crack ist. Aber derbe auf Crack.
        Was ich in 10 Minuten nicht schaffe und das ist für obiges Wesen schon immens viel, muss bis später warten.

        Das ist ein Fernziel.
        Die 10.000 Wort Markierung ist noch nicht mal in meiner Vorstellung in Sicht.
        Kommt Zeit…

        Ich gehe davon aus, dass die Texte „von selber“ länger werden. Vor fünf Monaten hab‘ ich ja noch nicht einmal an das Schreiben gedacht….

        Danke für den Zuspruch und Danke fürs Lesen und Schreiben. Hier und bei Dir 🙂

        Gefällt mir

  1. Schreib einfach für dich, so wie es aus dir heraus möchte. Hab nicht im Hinterkopf, ob es gefällt oder jemand interessiert oder anspricht oder was auch immer, denn damit gehst du weg von dir. Menschen sind verschieden und du wirst nie alle immer ‚ansprechen‘ und ‚erreichen‘ können und Nörgler oder Neider wird es immer geben, na und…………
    So etwa in dem Sinne mal meine Gedanken dazu und in der Theorie natürlich immer leichter gesagt 😉

    Gefällt mir

  2. auf jeden Fall weiterschreiben!!!!! etwas ausleben, das sich Raum schaffen will, das hervorbricht, tastend und auch fordernd…auf wen denn bitteschön Rücksicht nehmen?
    zu dem stehen, was man(n) tut…ist doch immer so……
    Wortspielereien… dazu ist Sprache doch da und beim Schreiben entdeckt man, was mit ihnen alles anzustellen ist…..Wortschöpfer, Neuerfinder sein…..nicht umsonst gibt es den Ausdruck Wortschatz….der will gehoben sein und wenn dann noch der Funke Begabung dazu in einem steckt…..dann das Wortfeuer entzünden……es soll doch nur Freude und Spaß machen…..was einmal daraus wird…einfach nicht dran denken……
    das Publikum stellt sich (fast) von allein ein, zumindest im virtuellen Bereich…dieses Schneeballspiel, ich staune selbst ab und an, wer da mit wem vernetzt ist……
    also ich bin weiterhin ganz Auge…… was da zu……früher sagte man Papier…wie nennt man das hier?……gebracht wird….

    Gefällt mir

  3. Kritik sofern sie sachlich ist und Fehler gut erklärt mag ich. Aber es gibt leider Menschen, die lediglich andere attackieren wollen. Die brauche ich nicht. Ich blogge auch nur, schreibe Gedanken. Mehr soll es nicht sein.

    Gefällt mir

    • Wenn etwas differenziert dargestellt wird, ist es auch ok.
      Leider ist das nicht die Regel.

      Und ganz schwer wird es, wenn Satire oder Sarkasmus im Spiel ist.
      Ich fall‘ da gelegentlich selbst darauf rein….

      Gefällt mir

  4. Nachdem ich hier nun Text und Kommentare gelesen habe, muss ich feststellen, dass es in der Welt der Worte nicht anders zuzugehen scheint, wie in der Welt der Bilder :-D.

    Zum Punkt Kritik: Es hat nicht nur damit zu tun, ob eine Kritik differenziert dargestellt wird, sondern auch, wer Kritik übt. Schätze ich seinen Sachverstand? Erkenne ich seine Arbeiten in einem Maße an, dass ich von ihm überhaupt Kritik annehmen kann? Und umgekehrt: Glaube ich, dass ich soviel Sachverstand habe, eines anderen Werk zu kritisieren? Und wenn, wie viel Zeit räume ich der Auseinandersetzung mit dem Werk ein? Glaube ich, dass ein flüchtiger Blick reicht oder nehme ich mir die Zeit, es vielleicht über einen Zeitraum von einer Woche immer mal wieder anzuschauen/durchzulesen? In den meisten Fällen würde ich das für mich verneinen. Die Welt des Internets ist flüchtig und oft oberflächlich. Also lasse ich das mit der Kritik und kommentiere nur Dinge, die mir gefallen.

    Gefällt mir

Was gesagt werden muss...

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s