Sitzen, Denken, Schreiben.. Not…

Abend, Sitzen, Denken.
Flasche Bier auf dem Tisch, angetrunken.
Die Flasche, nicht ich.
Also, denken.

Was für ein Plan. Hat schon mal jemand versucht, auf Kommando zu denken? Lächerlich, grotesk und völlig zum Scheitern verurteilt.
So ist das halt.

Musik. Geschwurbel von Underworld, irgendetwas altes. Elektronisches Gezappe. Unruhig, wie ich.

Ich könnte lauter machen. Lärm in meinen Kopf blasen.
Die Leere hinaus drücken.
Das wäre eine Option.
Mein Nachbar wird es mir danken. Vermutlich dankt er es mir eher, wenn ich es lasse.

Aber dazu müsste er erst wissen, dass ich das überhaupt vorhabe. Das lauter machen.
Soll ich rüber gehen und klopfen und ihn darüber in Kenntnis setzen?
Spannende Überlegung.

«Du Franz Hans (Name geändert), Du ich wollt jetzt eigentlich laut Musik machen, damit mir was einfällt.
Du weißt schon, ich schreib’ doch jetzt.
Ach, weißt Du nicht?
Na, also, ich schreib jetzt.
Was? Was ich schreibe?
Ja, keine Ahnung, deswegen komm’ ich ja grad rüber, na, also deswegen nicht, aber weil ich Dir sagen wollte, dass ich jetzt keine laute Musik machen werde. Die wollt’ ich machen, weil mir nix einfällt.»

Das kommt mir jetzt komisch vor. Ich glaube, ich lass das mit dem rüber gehen.

Also doch, Musik laut machen: Check.
Sich was einfallen lassen: Mist, klappt nicht.

Erst vorgestern sprachen wir über Schreibblockaden.
Ich habe so etwas nicht. Nein, sicher nicht.
Das ist nicht der Punkt.
Mir fehlen nur ein paar Stichworte.
Das wär’ schon mal was. Etwa zum daran entlang hangeln.

Also Stichpunkte.
Alte Schreiberweisheit: Buch nehmen, aufschlagen, Finger drauf und ab da drittes, fünftes und siebtes Substantiv und das zweite und sechste Adjektiv. Oder so.
Viel Spaß damit.

Ich versuche das mal.
Vibratoren. Fackel. Flamme.
biegsam. klitkitzelnd.

Ok. Super Idee. Gratulation.
Ich habe Nicholson Baker “Fermate” aus dem Regal gezogen. Sehr geschickt.
Das nächste Mal: Nichts aus der Baker Ecke.

Was mach’ ich nun damit? Schummeln? Dafür ist es nun vermutlich zu spät.
Wie gut, dass das gute alte “Mein Haus, meine Regeln” auch hier gilt: Ich werde etwas schreiben, mag mich aber nicht festlegen, wann ich das tue.
Da habe ich mich gerade noch mal so aus der Affäre gezogen.

Auftragsschreiber..

9 Gedanken zu “Sitzen, Denken, Schreiben.. Not…

  1. wie wäre es mit dem Grimm’schen Wörterbuch in greifbarer Nähe -:))) der Grimm über die Schreibblockade würde schnell vergehen und der Freude über das Wortefinden weichen und was man(n) dann damit anstellen könnte…..
    der Slapstickeinfall mit dem beinahe lautemusikgebeutelten Nachbarn hat mich amüsiert….er scheint sehr tolerant zu sein -:)))
    Man(n) könnte die Geschichte auch einordnen unter dem Titel: tiefe Einblicke in das Gehirn eines Dichters….

    humorige lächelnde Morgengrüße an den sich zum Glück ein wenig selbst auf den Arm nehmenden Schreiber

    Karin

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    • Bei meinem Talent zur Wörtersuche würde ich auch da in die Vollen gehen…
      Franz, äh Hans ist vor allem eines: schwerhörig 🙂
      Sehr praktisch, zuweilen…
      Außer im direkten Dialog…
      Und was das Hirn des „Dichters“ betrifft… Da sag‘ ich nichts dazu…

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  2. das steckt ja noch in den Kinderschuhen..nicht das Hirn…aber das Schreiben des angehenden Dichters…… da sind noch überraschende Einfälle zu erwarten…im Moment hüpft er noch in besagten Kinderschuhen hierhin und dorthin….. gibt es nicht auch den Ausdruck das Kind im Manne…-:))).ich wünsche dem Siebenmeilenstiefel mit Wortzauberkraft…

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