Über das Warten

Ich warte auf den Termin. Die Möbel, die geliefert werden sollen, auf den Handwerker, die Post.
Ich warte auf den Computer, bis er nach selbsternannten Updatebedarf und diversen Neustarts wieder betriebsbereit sein wird.

Ich warte im Wartezimmer.

Ich warte an der Ampel, bis ich passieren darf.
Ich warte am Bahnhof, an der Kasse im Supermarkt.
Ich warte auf Dich.

Wende ich mehr Zeit zum Warten auf oder in der Zeit davor und danach?

Ich stelle mir vor, wie ich umständlich erklärend einem, mit der Natur in Einklang lebenden Menschen zu vermitteln versuche, wie das so ist, mit dem Warten.
Ich stelle mir vor, dass ich nicht verstanden werde. Das es schwer ist, ihm begreiflich zu machen, wie wenig Zeit ich mit dem eigentlichen Tun verbringe. Wie sehr es mich belastet.

Ich will warten, wenn ich auf der Pirsch bin. Bis ich Beute mache.
Ich will auf das Ende des Reifens warten, bevor ich die Ernte einhole.
Auf den Fisch, der beisst.
Auf das Fleisch, bis es zart ist.
Will warten auf den Wein. Den Guten, den Roten.
Will warten bis die Tinte auf dem Papier getrocknet ist, bevor ich mein Siegel aufbringe.
Will warten bis Du mir deine Zeilen zugesendet hast, bis dein Leben in meinen Hallen schwingt.
Will warten mit Dir, auf die Ewigkeit.

Wartest Du mit mir?

12 Gedanken zu “Über das Warten

      • das unterschreibe ich so nicht: manchmal ist es gut, abzuwarten, was geschehen könnte, denn ich muß eben Geduld haben mit den Umständen, die ich nicht unbedingt selber ändern kann, die eigene Ungeduld bezähmen…doch wem sage ich das…..ich selber bin ein schrecklich ungeduldiger Mensch und will immer sofort Initiative ergreifen, weil mir eben gerade das Warten so schwer fällt. Damit gebe ich aber dem Anderen keinen Raum.
        Wenn Warten in Resignation umschlägt, in verzweifeltes Warten, dann stimme ich zu, daß ich Dinge umändern muß Dann wäre die Initiative, die ich ergreifen muß, das aus den Gedanken zu merzen, auf das ich warte.
        Ist allerdings gar nicht so einfach…..Resignation bedeutet für mich ein Scheitern, geht oft mit Selbstmitleid einher….

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      • Ich glaube, dass man die Umstände, in denen man überflüssigerweise warten muss, aber nicht mehr mag, zugunsten einer sinnvolleren Orientierung des Seins anpassen kann und muss. Mit man meine ich natürlich mich 🙂
        Und nein, Selbstmitleid spielt keine Rolle, dazu ziehe ich mit mir zu hart ins Gericht.

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      • volle Zustimmung …und mein Kommi war nicht persönlich gemeint, denn als Resignierender würden Sie sich nicht ins Abenteuer des Schreibens stürzen -:)))
        also warte ich jetzt…ungeduldig…..auf neue Beiträge -:)))

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  1. Hat mir mal meine Direktorin ins Posiealbum geschrieben (damals hatten wir noch so etwas) 😀 :
    „Im Wartesaal zum großen Glück, da sitzen viele, viele Leute. Warten seit gestern auf das Glück von morgen und leben mit Träumen von übermorgen. Und vergessen, es ist ja noch heute. Ach die armen, armen Leute.“
    Keine Ahnung, weshalb ich mir den Spruch gemerkt habe…

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