Über das Schweigen

Schweigen ist der vollkommenste Ausdruck der Verachtung.
(Georg Bernard Shaw, irischer Dramatiker, 1856-1950)

Im Gang, bei uns zu Hause, an einer Korkwand, hing dieser kleine Spruch, der mich ein Leben lang begleitet und geprägt hat.

Der mich das Fürchten gelehrt hat.

Ich kenne den Autor nicht, habe nie auch nur eine andere Zeile, als diese von ihm gelesen.
Nicht wichtig,
Es ist alles gesagt.

Das Schweigen ist die entsetzlichste Form des Dialoges.
Ein Offenbarungseid, die Besiegelung des unvermeidbaren Endes.

Schweigen ist der Entzug von Information, Emotion und von allem, was Zwei ausmacht.
Wer schweigt ist Eins, nie Zwei.

Wo Sprache versagt, spricht das Schweigen.
(Faktoid, Autor, 1965 – irgendwann)

http://www.handgemalt24.de/Schweigen-von-Fernand-Khnopff-16841
http://www.handgemalt24.de/Schweigen-von-Fernand-Khnopff-16841

14 Gedanken zu “Über das Schweigen

  1. Schweigen – so wie Shaw es definiert: Nein. Aber Schweigen kann man ja auch nicht nur mit einem Zustand gleichsetzen. Schweigen zwischen zwei Menschen kann tödlich sein, aber auch vetraut. Wenn ich schweige, kann ich auch mit mir eins sein. Oder, gerade zufällig bei Wildgans Weblog dieses Zitat entdeckt – auch ein schönes Schweigen: „Mir gefällt meine wirre Schweigelust und das Herumstehen in der öffentlichen Belanglosigkeit“ (Wilhelm Genazino)

    Gefällt mir

  2. Als Nobel- und Oscarpreisträger und Schöpfer von Pygmalion / Verfilmung in My Fair Lady dürfte Shaw doch sicher auch Ihnen bekannt sein, insofern dürfte die Aussage, ich habe nichts weiter von ihm gelesen, nicht ganz zutreffen, vielleicht haben Sie es nur gesungen -:)))Auch ich schließe mich der nur einseitigen Lesart des Shaw-Ausspruchs nicht an….. Schweigen kann sowohl als auch sein…….. Eltern bestrafen oft ihre Kinder durch Schweigen als Höchststrafe….aber das tiefvertraute Miteinanderschweigen von Freunden, Partner, in dem kann ich mich gut aufgehoben fühlen…..
    es kommt immer auf den Willen des Einzelnen an, wie ich etwas sehen will…….

    Noch ein schönes Shaw-Zitat:
    Der einzige Mensch, der sich vernünftig benimmt, ist mein Schneider. Er nimmt jedesmal neu Maß, wenn er mich trifft, während alle anderen immer die alten Maßstäbe anlegen in der Meinung, sie passten auch heute noch.

    Lg aus dem frostig-herrlich sonnigen Hessen

    Gefällt mir

  3. Der Wald steht schwarz und schweiget, hat Matthias Claudius einst geschrieben. Aber selbst diese Aussage trifft es nicht. Bäumen „reden.“ Immer. Wenn Menschen schweigen ist das wie der Tod. Die Frage ist nur, wer (was) gestorben ist.

    Gefällt mir

  4. Schweigen, wie es hier beschrieben wird, ist Zerstörung, ist Krieg. Grauenhaft. Und mir bekannt.
    Darum komme mir niemand nach Monaten und werfe mir vor, ich hätte damals dies oder jenes gesagt. Mit dem Verzicht, mir seine Frage, seinen Widerspruch mitzuteilen, bevor er zu innerem Hader werden konnte, hat derjenige bereits damals ein Urteil über mich gefällt. Entweder ich war keine Erwiderung wert oder die Abstrafung durch Schweigen schien naheliegend. Beides brauche ich nicht. Nie mehr.

    Gefällt mir

Was gesagt werden muss...

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s