Wortsalat

Unlängst stolperte ich über meine Unfähigkeit zu lesen.
Bei einer kleinen Wanderung durch die kunterbunte Bloglandschaft verweilte ich bei einer längeren Rast am schönen Orte bittemito.

Der wunderbare Inhalt zwang mich förmlich, die Wanderpause in die Länge zu ziehen.
Ebenso lang brütete ich über dem, mir italienisch klingenden Namen des Blogs, über bittemito.

Mir erschloss sich der Sinn des Namens des Blogs nicht.
Was ist ein mito?
Ich vermied es, mir im Duden oder anderen berufenen Orten Rat zu suchen. Brütete weiter.
Zerteilte die paar Buchstaben immer wieder aufs neue.
Verzweifelte. Kam nicht voran. Bildete Silbe um Silbe, änderte Betonung, Sprache, Dialekt.
Blieb der Lösung weiter fern.

Akzeptierte dann die Lautmalerei als stimmiges Pendant zum Inhalt des Blogs, der so gern mit Worten spielt.

Las oft die Zeilen unter dem Namen der Autorin, ignorierte den Informationsgehalt. Wandte mich anderen Rätseln zu.

Schrieb Kommentar um Kommentar, gelegentlich auch Eigenes. Vermied die Frage. Für mich war sie gelöst, ein Klangspiel, als eine Silbe schnell gesprochen. Basta.

Unlängst ergab sich die Gelegenheit, einem Besuch, der mir über die Schulter sah, als ich vor dem Blog brütete, mein großes Rätsel zu präsentieren.

Fragende Augen blickten in die meinen.
Zweifel, ob meiner geistigen Verfassung wurden geäußert.
Zu recht?
In einem Halbsatz war das Rätsel keines mehr.
Was mir wie Hieroglyphen schien, war doch nur eine freundliche Bitte.

Jetzt noch sitz’ ich vor diesen Wörtern.
Unglauben schüttelt mein Haupt und Hirn.
Manchmal will es nicht sehen, nicht lesen, was geschrieben steht.

Wiebitte

19 Gedanken zu “Wortsalat

  1. Ein schöner Ort – bittemito.
    Klingt wirklich ein wenig wie cappuchhino aberbittemitsahne und ein Hauch Lago Maggiore ohne O.
    Ich fand den Ort nicht rätselhaft, höflich
    und eine Sprache sprechend, die ich verstehen konnte.
    Danke für den Findehinweis.
    In der Schule gab es:
    Datis nepis potus Colonia.
    Kannte wahrscheinlich schon Cäsar.
    🙂

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  2. Mir tröpfelt es erst allmählich in’s Köpfchen, wie sehr ich mich über Ihre Worte freue. Ein Dankefein reicht da gar nicht aus. Ich lese Ihre Schönworte und lächle fein und plötzlich wie ein Sommerregenguß erwischt mich die Erkenntnis: Scheiße, der meint ja tatsächlich mich! Und ein klein wenig schäme ich mich…

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  3. Ich habe mir bei Frau Knobloch das Silbenklatschen wieder angewöhnt. Damit kann man 99% der Wörter relativ schnell verstehen. Bittemito habe ich allerdings auch erst verstanden als ich das „zuerst ein Ä und dann zwei O“ gelesen habe.

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