Der ferne Ort

Am Rand des Weges, der gewunden,
ihm fremde Orte, miteinander verbindet,
stehen Hinweise, Schilder mit Symbolen,
manche vertraut, andere fremd.

Er eilt an ihnen vorbei, das nächste Ziel vor Augen,
einen Ort, der er nicht kennt.
Einen Ort, an dem er ankommen wird.
Die Sprache, die dort gesprochen wird,
nicht gelernt haben wird.
Ein Ort voller Gefühle und Stimmungen, die
er nicht verstehen wird.

In seinem Sinn fehlt das Innehalten,
das Insichgehen.

Das Ziel vor Augen, unbesonnen, nur den Ort vor Augen,
Den Ort, Amor genannt, fest im Blick, mit festem Schritt, die Augen aufs Ziel gerichtet, Meile um Meile verringernd, ein ums andere Mal erreichend.

So irrt er zwischen Gesichtern, deren Mienen er nicht erkennen kann, hört Worte, fremde Melodien, die er nicht sprechen, nicht verstehen kann, Noten, die er nicht spielen kann und spielt Instrumente, denen er nicht den rechten Klang entlocken kann.

Mal um mal eilt er von einem Ort zum nächsten, sie alle tragen den selben Namen und sein Blick weicht nicht vom Ziel.
Die Schilder, die Wegweiser, die Symbole, er lässt sie unbesehen hinter sich, die Augen auf den Weg, der ihn doch nur in die Irre führen wird, gerichtet.

“Halt ein, halt an, seh’ Dich um”, das willst Du ihm zurufen, doch Ohren müssen hören wollen, Gedanken wollen selbst gedacht, nicht auf Zuruf verstanden sein.
Verschlossen, sich selbst um das Verstehen gebracht, irrt er weiter.
Das Ziel vor Augen und doch so fern.

In der Ferne

2 Gedanken zu “Der ferne Ort

  1. Ich stelle mal Gedanken eines meiner auch-Lieblingsschriftstellers zu Ihren Gedanken:

    Ich bin der Weg.

    Ich ziele wie ein Pfeil
    auf die Ferne,
    aber in der Ferne
    bin ich weg.

    Wenn du mir folgst,
    hierher, dorthin, hierher,
    findest du hin,
    wie auch immer.

    Weg ist weg.

    Cees Nooteboom

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  2. Pinyin ist chinesisch und bedeutet: Menschlichkeit.
    Vorweg ein Zitat von Konfuzius, Du kennst die drei Affen:
    „Was nicht dem Gesetz der Schönheit [= angemessenes Verhalten] entspricht, darauf schaue nicht; was nicht dem Gesetz der Schönheit entspricht, darauf höre nicht; was nicht dem Gesetz der Schönheit entspricht, davon rede nicht; was nicht dem Gesetz der Schönheit entspricht, das tue nicht.“

    Dein Text macht Sinn. Es ist wichtig, in den Heilzeiten, in denen Abschiede oder anderes Schweres verarbeitet wird, Abstand zu nehmen, das Innen zu suchen.
    Es ist jedoch auch wichtig, sich auf das zu konzentrieren, was gut tut, dazu gehört auch,
    erst einmal nicht das Negative anzunehmen, sondern sich vom Positiven leiten und führen zu lassen, weiterbringen zu lassen auf dem Weg, den Du noch nicht wissen kannst.

    Dein Text erinnert mich an einen kopflosen Lauf. Hat man Dir Deinen Kopf abgeschlagen?
    HÜhner machen sowas, die geköpft wurden, die rennen noch ein Stück, bevor sie umfallen.
    Doch Du?
    Kannst doch noch denken und das andere kommt peu á peu auch wieder zurück.
    Wer dabei an Liebe denkt, vergisst, was Liebe eigentlich sein soll und handelt nicht in ihrem Sinne, wenn er versucht, sie zu forcieren in eine Richtung.
    Liebe ist ein Kind mit lachenden unbeschwerten Augen.
    Sie will leicht sein und zu Leichtigkeit bedarf es Offenheit und zu Offenheit bedarf es Angstlosigkeit und zu Angstloskeigkeit bedarf es Vertrauen und Vertrauen fußt auf das Wissen um den Selbstbehalt in jeder Situation, wie sie auch sei.

    Solide geschrieben, gern gelesen.

    Einen Weihnachtsgruß,

    von der Karfunkelfee

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