Ein Dankeschön. Von Herzen.

Armin Maiwald, Held meiner Kindheit.
Für Sie, Für Dich, diesen Text.

Ich bin nun Ende 40, mehr öder weniger den Kinderschuhen entwachsen und doch noch oft genug mit staunendem Blick in dieser Welt unterwegs.

Neben Pink Floyd, im zarten Alter von 6 habe ich meine erstes Album von der Band, Relics, geschenkt bekommen, neben dieser, für Kinder leicht zu konsumierenden Band war eine Person für meine Bildung und das Fördern der Neugier und den Willen, mehr wissen zu wollen verantwortlich.

Selten nenne ich hier jemanden beim Namen. Er wird es mir hoffentlich nachsehen.
Er ist Armin Maiwald.

Wie kaum ein anderer, die Liebe, die eigenen Eltern mal ausgenommen, mehr mein Vater als meine Mutter, hat mich jemand in meinem Leben so lange begleitet und war mir so nahe.

Ab dem Moment, als wir einen Fernseher hatten, eine kleine flackernde schwarzweiße Funzel, damals, Anfang der 70iger, ab da war er präsent.

Nicht dass mich damals schon der Herr Maiwald interessiert hätte, aber der Spatz vom Wallraffplatz und später dann, die Sendung mit der Maus. Das war schon was.

Die Maus war mir, genau wie später der blaue Elefant reichlich egal, war amüsantes Beiwerk, lockte zum Zusehen.
Gut, in der Phase, in meinen frühen Zwanzigern, als mir der Humor, eine riesige Maus, die neben einem kleinen Elefanten steht, voll und ganz bewusst wurde, da dachte ich mir, dass den Herren Ausdenkern und Co das Gras hoffentlich wohl bekommen sein muss.

Der kleine Maulwurf, der manchmal in der Sendung auftauchte, der war schon eher meins.
Das war ok, der war nett, da durfte man Kind sein und lachen, den Maulwurf um sein Cabrio beneiden und ihm beim Probleme lösen begleiten. Und alle hatten sich am Ende der Geschichte lieb. Das war schön.

Der wahre Grund, LeserInnen, die alt genug sind, werden es eh’ schon ahnen, waren die Wissensbeiträge.
Wenn erklärt wurde, wie Büroklammern gemacht werden, wie ein Brot gebacken wird, wie Toilettenpapier auf die Rolle kommt. Tiefes Mitgefühl für die, die nicht wissen, wovon ich hier schreibe.

Der Herr Maiwald hatte, neben seiner sonoren und wunderbar väterlichen Erzählstimme das große Talent, komplexeste Vorgänge in verständliche Fünfminutenbeiträge zu formen.

Ich wollte alles wissen was er zu vermitteln hatte. Heute noch schalte ich Sonntags ab und an den Fernseher an, schaue mir die Sendung an, freue mich auf einige Minuten unschuldig verpacktes, unprätentiöses und unaufgeregtes Vermitteln von echtem Wissen. Von den Zusammenhängen.

Heule mir die Augen wund, wenn die kleine Geschichte vom alten Dachs läuft, der täglich seine Freunde trifft, die alle nett und verständnisvoll sind, weil er nicht mehr der Schnellste ist, die alle traurig und betroffen sind, weil er dann, eines Tages nicht mehr aus seinem Bau kommt. Weil er gestorben ist.
Weil da, Trauer und Verlust, der Schmerz des Verlierens, des Alleineseins selbst kleinen Kindern aufs sensibelste vermittelt wird.

Herr Maiwald, Sie sind ihrem Format, ihrer Größe immer treu geblieben, haben sich der Modernisierung verweigert, das Gute bewahrt.
Haben mir ein Leben lang Freude bereitet, weil Sie nicht nur unterhalten, sondern auch auf leichteste Art Wissen vermittelt haben.

Weil das Format selbst heute auch für mich und andere auch stilprägend ist, es sofort erkannt wird, auch wenn es ziemlich aus dem ursprünglichen Kontext gerissen wird, siehe http://herrengedeckhh.wordpress.com/2013/10/30/lach-sachgeschichten-blogger/

Ich bewundere Sie, weil Sie der waren, den sich wohl jeder als Vater oder Freund wünschen würde.
Weil Sie nie genommen, sondern nur gegeben haben.
Danke.

Do you remember?

7 Gedanken zu “Ein Dankeschön. Von Herzen.

  1. Als Kind durfte ich nur sehr wenig fernsehen, aber die Sendung mit der Maus schauten wir alle immer gerne, auch mein Vater. Ich finde sie bis heute super, nicht zuletzt auch wegen der mitwirkenden Personen. Und Armin, ja, der war wirklich klasse.
    Ich erinnere mich noch gut an die Sendung, in der berichtet wurde, wie das Toilettenpapier auf die Rolle kommt und fühlte mich irgendwann animiert, der Maus ebenfalls eine Frage zu stellen. Sie hat mir trotzdem nie verraten, ob Fische schlafen 😉

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      • Oh, die kenne ich nicht, würde mich aber brennend interessieren. Nachdem ich den Kinderschuhen entwachsen bin, sind die Folgen, die ich von der Maus gesehen habe, bedauerlicherweise sehr wenige geworden.
        Ehrlich gesagt weiß ich bis heute nicht, ob Fische schlafen..

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  2. Der Armin,war das nicht der mit dem ewig roten Gesicht? Tolle Papastimme! Des kleinen Maulwurfs Lache versuchten meine Kinder immer nachzumachen.
    Meine Kindfrage ist: Spürt man in einem Fesselballon ein heftiges Erdbeben unter sich?
    Danke für die kleinen Erinnerungen…!

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