Wall of Voodoo

Call of the West – Wall of Voodoo

He got dropped off on a street in town
Where a grey old man looked him up and down and said
„Son, this ain’t no western movie matinee
You’re a long way off from yippie-yi-yay
‚Cause I can tell at a glance you’re not from ‚round these parts
You’ve got a green look about’cha that’s a gringo for starts
Sometimes the only thing a western savage understands
Are whiskey and rifles and an unarmed man
Like you“

Cowboy Sound, Klapperschlangen, Drum Machines,
Die 80iger und der wilde Westen.
Stan Ridgway, Sänger von Wall of Voodoo, Western Slang aus einem B-Movie Western.
Texas Soundgemälde, Mundharmonika, gespielt wie von Charles Bronson in der einzig wahren Ikone des Westerns.

Kreischende Gitarren, dreckig, staubig, weit ab von perfekt.
Rasch, hektisch eingespielt, schnell, bevor die Ideen verflogen sind.
Wie das eben so ist, wenn man seinen Stil gefunden hat, wenn Feinarbeit nicht wichtig ist, eher hinderlich, wenn es roh sein muss, weil es sonst gar nichts wird.

Factory
…And I really don’t mind, work assembly line
Got an intercom blasting the news and the latest on the baseball scores
Come around every Friday, well I get a paycheck
Take the same road home that I come to work on, heck, it’s a living
And I got another factory at home
Got a barbeque, pink mustang, fenders chrome
And at nine o’clock I sit there in my chair
And I don’t know why I lose my hair…

Wall of Voodoo hatten ihre kurze Zeit, hatten mehr oder weniger ein Album “Call of the West” bevor sie wieder ins Vergessen gerieten. Damals, 1982.

Da waren weitere Alben, ohne Fortune, ohne Stan eingespielt.
Verzweifelte und erfolglose Versuche an etwas festzuhalten, was mit Stans Weggang nicht zu halten war.

Stan, der solo mit seinem Hit Camouflage auf The Big Heat seinem Stil ohne allzu nachhaltigen Erfolg treu geblieben ist.
Für die Rente wird es nicht gelangt haben, ein Auto und ein Haus vielleicht.
Immerhin.
Stan, ist heute 59, irre, für mich wird er immer 30 Jahre jünger bleiben. Altern Rockmusiker?

I was a P.F.C. on a search patrol, huntin‘ Charlie down
It was in the jungle wars of ’65
My weapon jammed and I got stuck way out and all alone
And I could hear the enemy movin‘ in close outside
Just then I heard a twig snap and I grabbed my empty gun
And I dug in scared while I counted down my fate
And then a big Marine––a giant, with a pair of friendly eyes––
Appeared there at my shoulder and said „Wait.“

Für mich Jahrzehnte in Vergessenheit geraten, nun, endlich wieder hervor gekramt.
Zündet in mir die irrsinnige Lust, mich auf einen Gaul zu schwingen und in den Sonnenuntergang zu reiten, gaukelt mir mit den ersten Takten den staubigen, echten, wahren Westen vor, in dem Gefahren und Abenteuer an jeder Ecke lauern.

Die Bilder sind es, die so trefflich heraufbeschworen werden, ohne Country Trucker Romantik.
Songs wie Spy World transportieren den Westen in die Gegenwart. Verlieren sich nicht. Bleiben spannend, auch ohne verklärte 80iger Romantik.

Hello, hello, this is Monkeywrench, come in,
Calling Money Hutch headquarters.
Tell Smoky Grayhead the bus stopper is a guy.
Tell Mister Magden to check on the chocolate…

…It’s time to start this little game of cat and mouse
And try to keep one step ahead there’s strangers in the house
His watch is really a radio, his gun a pen
He knows that it’s all gone, no mom, nobody wins

Du hörst es und denkst: Herrgott, was ist mit der Kreativität passiert, in den letzten Jahrzehnten?!

Call of the West:
He got the high sign so he jumped a bus
Along the roads that wind on through
The hot Mojave and the Jericho
He’d start his whole life anew
And what he left behind he hadn’t valued
Half as much as some things
He never knew

Egal, wenn es wieder soweit ist dass der Westen mich ruft, hab ich das Album zur Hand.
Und irgendwo noch Ring of Fire, das wunderbare scheppernde Cover eines der Songs von Johnny Cash.
Herrlich veredelt und dreimal hinter dem Pferd durch die staubige Dorfstrasse gezogen…

Call of the West – Live – Wünschte, ich wär‘ dabei gewesen…

Ring of Fire

Wall of Voodoo

6 Gedanken zu “Wall of Voodoo

  1. Ich habe eben schnell nach Camouflage gesucht. Gehört, wenn auch nicht bewusst, habe ich den Song schon. Die (Geister)Geschichte ist natürlich hochinteressant für mich! 😀 Als Fan solcher Mythen inspirieren mich solche Geschichten immer. Aber du hast schon Recht, viele der momentanen lalala Songs sind eben genau das: Inhaltsleere Wortblasen.

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    • Da sprichst Du wahr.
      Ich bedaure die Jugend heute sehr, werden doch ihre Erinnerung voll mit mäßigem Gedudel sein.
      Es fällt mir schwer, zb. Sisters of Mercy mit Justin Bieber zu vergleichen. Ich muss schon würgen, wenn ich die beiden Namen in einem Satz schreibe….

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  2. Schöner Bericht, aber kleiner Einspruch.
    Sicherlich hab auch ich die Sisters gehört, aber so wie seinerzeit nicht alle Gedudel gehört haben, hören heute nicht alle Justin Bieber oder hören/schauen Casting Shows.
    Das greift zu kurz. Weil, die ‚alte‘ gute Musik ist eng verknüpft mir Erinnerungen.
    Deshalb auch die Radiosender mit dem alten Charthits der 80er. Ich mag die Aussagen nicht mehr, früher war die Musik noch gut, heute nicht mehr. Wer sich die Mühe macht und ein wenig hinhört, kann heute Perlen für die Ewigkeit entdecken. Es lohnt sich. Manchmal vielfältiger als früher, manchmal auch Reminiszensen an früher.
    Anspieltipps der letzten 20 Jahre, wild gewählt:
    Interpol, Editors, PJ Harvey, I like trains, Fever Ray.
    Bei manchem Konzert war ich selbst und überrascht, wie jung die Besucher waren…

    Das schöne ist aber: was früher wichtig war ist heute Nebensache, der man sich aber mit viel Lust widmen kann. Besagt Bands bringen aber auch mal eine Vinyl ans Licht.
    Nicht falsch verstehen: das alte hat seinen Reiz und seine Berechtigung, aber die Basis ist eine andere.

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    • Das ist so schon richtig.

      Die Bay City Rollers waren damals ebenso wenig der Brüller wie Smokie oder so.

      Ich höre auch zeitgenössische Musik, mochte ne Zeit lang Lambchop, finde in Trentemöller oder Goldfrapp ganz viel von dem, was ich an Musik liebe.

      Dennoch ist der Kommerz mit all seiner Social Media Unterfütterung, dem Irrsinn des Casting TVs, dem „jeder kann berühmt werden“ Wahn sehr sehr unheimlich und in der Massivität ein Ding der heutigen Zeit und von mir äusserst ungeliebt.

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      • Das ist schon wahr. Vielleicht ist es heute schwieriger, etwas unauffälliges zu entdecken, da einem das Schlechte so nachgeworfen wird.
        Was mir übrigens darüber hinaus ‚missfällt‘, sind das „Anhörverhalten“. Meist über Stöpsel, oder über Schepperboxen am Computer. Hat ja alles seine Berechtigung. mp3 führe ich auch. Aber eine gute Platte muss an einer guten Anlage laufen und die muss bewusst gehört werden. Zugegegen, ich kaufe selten noch Vinyl, und der Plattenspieler ist in einem Kämmerlein. Allein die Nostalgie.

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      • Für mich hat Vinyl hören immer etwas mit Wertschätzung zu tun.
        Das habe ich von früher nach heute gerettet, auch wenn ich mp3 höre.
        Ich höre ein Album, Musiker, die es nur auf einen guten Song bringen meide ich gern.
        Ich höre mich gern in die Musik hinein.

        Das Konsumverhalten und das Konsumierverhalten
        von heute widerstrebt mir sehr.

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