Musik, again

Rückfall.
Der derbsten Form.
Raumpatrouillen gleich, die den Rückstoß in vergangene Zeiten wagen, falle ich in die 80iger.
Mal wieder.

Zufällig in den Sinn und Momente später auf meiner Festplatte gelandet.
Idiot, der ich manchmal bin, vorschnell und ohne Überlegen habe ich diese Platte und viele andere verkauft, bereue ich die überflüssige Ausgabe, bin Sekunden, nachdem die ersten Takte erklingen froh und leicht.
Hier wurde nichts verschwendet.

Musik, die nach dem heutigen Stand der Technik so nicht mal als Demoband durchgegangen wäre, so simpel produziert, reduziert auf Stimme und das Notwendigste,landete damals auf dem Plattenteller und mit etwas Glück in den Charts, bei uns immerhin, damals ‘82, auf Platz 5.

Icehouse, die Band, Primitive Man, das Album.
Nicht beschreibbar, welche Flut an Gefühlen angesichts der ersten Takte des Albums in mir heraufsteigen.

Fuck, ich fühl mich 10, was sag’ ich, 30 Jahre jünger.
Great Southern Land, ein Song so groß wie das Land aus dem Icehouse kommt, dieses Ein, Zwei Personen Projekt, so groß wie Australien.

Du irres Gedächtnis, gibst mir die Lyrics auch all die Jahre später, lässt mich mit dem ersten Wort mitsingen, lässt mich eintauchen in Erinnerungen und Stimmungen aus einer lang vergangenen Zeit.

Keyboards, Drum Machine, natürlich die damals allgegenwärtige Linn Drum https://foodandwineporn.de/2014/01/23/musik/ , die den Sound eines Jahrzehnts geprägt hat und der weiche Gesang.
Für mich war Iva Davies immer der bessere Brian Ferry.

Brian war die Attitüde, Iva nur Stimme.
Ich habe nie ein Gesicht mit Hey Little Girl verbunden, immer nur Melancholie.

Unterhaltsam, heute nicht mehr praktiziert:
Manche Songs wurden als deutsche Version noch einmal veröffentlicht
So wie Peter Gabriel “Schock den Affen” sang, oder The Sisters of Mercy (das “The” im Namen war wichtig) deutsche Zeilen in “Marian” einflochten, haben Icehouse ebenfalls ihren Song “Uniform” (jaja, Buh, billig plakativ) in deutsch eingesungen.

Trotzdem hier Marian:
Was ich kann und was ich könnte
Weiss ich gar nicht mehr
Gib mir wieder etwas Schönes
Zieh mich aus dem Meer
Ich höre dich rufen, Marian
Kannst du mich schreien hören
Ich bin hier allein
Ich höre dich rufen, Marian
Ohne deine Hilfe verliere ich mich in diesem Ort

Propaganda, eine Band aus Düsseldorf, mit P. Machinery und Dr. Mabuse bekannt geworden, produziert vom damals omnipräsenten Trevor Horn, zu ihm ein ander mal mehr, Propaganda sangen “Kein Zurück für Dich” in dem englischen Song “Dr. Mabuse” und verstörten mich damals zutiefst.

Ich war darauf nicht gefasst, dass einer Deutsch in einem englischen Song singt, die Worte gerade zu ausruft, als wären sie an mich gerichtet.
Ziel erreicht, meine Damen und Herren, ich hab es vernommen, es gab nie einen Weg zurück für mich.

David Bowie sang deutsch in Heroes, “dann sind wir Helden, für einen Tag”, nannte einen Song in Anlehnung an seine kreativen Ideengeber Kraftwerk “V-2 Schneider”.
Mich hat es sehr angesprochen, es war so viel persönlicher, als nur die englischen Lyrics.

Mag sein, dass auch hinter all diesen Beispielen Kalkül steckte, dass man dem Publikum ein weiteres Produkt zum Kauf anbieten wollte.
Mag sein, dass dies für die jeweils deutschen Versionen von Peter Gabriel oder die englischen Alben von Kraftwerk gegolten haben mag, aber Andrew Eldritch sang deutsch in “Marian” weil er 1985 nach Hamburg, St. Pauli gezogen ist, dort lange Jahre lebte und sicherlich schon vorher seinen Bezug zu Deutschland hatte. Und in mir einen treuen Fan.

Am 20.5. spielen The Sisters of Mercy, ich fass’ es nicht, in München.

Mir war nicht mal klar, dass A. Eldritch noch lebt, noch aktiv ist.
Bis zum 20.5. lass ich mir die eh schon langen Haare noch ein wenig länger wachsen, schmier mir Kajal unter die Augen.
Am 20.5. bin ich wieder 19.
Basta.

sisters_of_mercy

12 Gedanken zu “Musik, again

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