Bestandsaufnahme – Heute: Welt

Bestandsaufnahme an einem beliebigem Tag.

Kleine Irre teilen sich die Welt mit großen Irren.
Besetzen Länder, leben ihre Macht aus und nichts wird ihnen geschehen.
21 Bürger werden bestraft, die restlichen 145 Millionen machen weiter, der Oberirre macht weiter.
Der ist systemrelevant und nicht fassbar.
In Afghanistan ist man einmarschiert, den irren Saddam hat man bis in den Keller gejagt aber da: Einreiseverbot für ein paar Wichtel.

Früher hätte man so einen nach Elba oder sonst wohin verbannt.
Ich schlage Sibirien vor. Die Weitläufigkeit der Landschaft ermöglicht begegnungsfreie Verbannung und verschandelt die Gegend nur geringsfügigst.

Frauen sind weiterhin weniger Wert als Männer, in manchen Regionen weniger als Vieh.
Sehr gut, wir haben 2014 und wir haben es weit gebracht.
Wir sind zivilisiert und fortgeschritten und ja so voller Bewusstsein. Wir belegen Tantra- und je nach Stadium Geburtshilfekurse.
Sind so stolz auf unsere Freiheiten, aber im Grunde so rückständig wie vor 500 Jahren.

Wir leben unsere Demokratie, loben die Pressefreiheit.
Zuschauerfreie TV Magazine wie Zapp führen uns regelmäßig vor, wie uns Presse manipuliert, wie Meinungen oder ganze Zeitungen von Meinungsmachern gekauft werden, wie sie uns Tag für Tag für dumm verkaufen. Aber wir sind so stolz, alles sagen zu dürfen.
Ist ja auch kein Wunder: Es interessiert niemanden. Die, die hinhören sollten, bohren gerade Nase oder labern sinnlos.
Da ist sich leicht frei sprechen.

Wir haben freie und unabhängige Wahlen.
Ja. Ist klar.
Und diese Wahlen bewegen unglaublich viel.
Nach jeder Wahl spüre ich regelrecht, wie sich alles zum Guten wendet.
Die Fesseln der Alten in den Krankenhäusern werden gelockert, die Medikation so weit reduziert, dass sie wieder selbstständig denken dürfen, die Essensqualität im Heim übersteigt wieder die, des Hundefutters.

Obdachlosen wird mehr Aufmerksamkeit gegeben, als Strafgefangenen, die immerhin regelmäßig Kost, Logi und ärztliche Untersuchungen und das Recht auf Arbeit haben und Armut existiert nicht mehr.
Nicht im drittreichsten Land der Welt.

Bildungssysteme holen die Schüler dort ab, wo sie sind und Arbeitslose werden wie Menschen behandelt.
Alles, weil ich wählen darf und wählen gehe und immer brav das Kreuzchen an der richtigen Stelle mache. Oder?

Ich habe einen Wagen, was sage ich, neben dem Bentley sind es sieben. Und an einem statuiere ich nun ein Exempel.
Den lahmen Bugatti motze ich jetzt auf.
Der blöde Hobel hat nur etwas mehr als 1000 PS und schafft nur schlappe 400 km/h.
Also wird ein wenig am Fahrwerk geschraubt, ein klein bisschen an den 16 Zylindern gefricklt und schwupps, geht die Karre endlich mal ab, fährt endlich über 600 km/h.

Und die darf ich hier fahren, soviel Freiheit muss sein.
Es gibt kein Gesetz, dass mir verbietet, auf den guten deutschen Autobahnen mal eben 600 zu fahren. Sie müssen nur frei sein und dann ist gut.
Das ist doch was. Das gönn ich mir.
Das ist Freiheit.

Gute Nacht.
Ich schlaf’ noch ne Runde und hoffe, dass ich mir das alles nur einbilde.

Vielleicht ist Hedonismus nur natürliches Ventil, Reaktion auf ein Leben ohne Alternativen, ohne Aussicht auf Besserung.
Vielleicht ist Flucht in Pornographie, grenzenlose sexuelle Freiheit, Plastische Chirurgie, never ending Parties, Drogen, geile Klamotten, iphone, iPhone, IPHONE!, vor der eigenen Katze im Bademantel tanzen und was einem sonst durchs kleine Hirn geht, der bessere Weg.
Werde testen.
Werde berichten.

schön

15 Gedanken zu “Bestandsaufnahme – Heute: Welt

  1. Ich empfehle, an den Bugatti noch so’ne richtige Dröhnhupe dranzufriemeln. Damit gehört Ihnen die Autobahn flugs gänzlichst…
    Mein Heileweltgänschen wünscht sich die verpfuschte Disneyversion. Ach so, da brauche ich ja nur die Glotze an machen.

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    • Der Bugatti vermag auch ohne Dröhnhupe auf 2km Entfernung schon einzuschüchtern.
      Ich mag ihn gern, wenn er auch ein wenig lahm ist.
      Und man sich so unsäglich hineinkrümmen muss.
      Aber in Zeiten, in denen Shades of Grey als gänzlich schicklich gilt, ist ein wenig Selbstkasteiung beim erklimmen des Fahrersitzes opportun.

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      • Selbstkasteiung wird hingebungsvoll praktiziert. Allein das Gezwänge in die zweitwegkleinste Jeansgröße der Damen jeden Alters läßt dieses unsägliche Graubuch mitsamt seinen schnarchig beschriebenen Praktiken als Pillepalle erscheinen. Also jammernse nicht über Sitzbückhaltung, die Damen leiden luftanhaltend, stockimarschsteifaufrecht!

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      • Ich habs nicht gelesen, aber als Orientierungshilfe oder kippelnde Stuhlbehebung scheint mir die Schwarte hilfreich.
        Trösten Sie sich, auch meine Hosen sind stets zwei Nummern zu klein… 
        Bekanntes Terrain…

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      • Ich habe Band 1 nach der weißnichwievielten Peitschendingensgedöhnskasteiungsbeschreibung, schnarch, tatsächlich in die Tonne geschmissen. Mache ich nie mit Büchern. Aber das hatte echt eine Sonderbehandlung verdient.
        Dann wissen Sie ja um die Leidensfähigkeit des durchschnittlichen H&M-Trägers.

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  2. ein „Achtung, ich komme!“- Schild beidseitig an den ausgestreckten Armen befestigt, ist ein prima Passantenschieber in der überfüllten und vollohrverstöpselten Fußgängerzone.

    Ignoranz ist die pessimistischste Form von Hedonismus und der Kreis ist eckig.

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      • mach Dir keine Gedanken, das Riff von „smoke on the water“ war auch schlicht, aber es bewegte die ganze Welt, weil sie es so gut verstehen konnte…

        vielleicht wollte ich genau das mit meinen Kommentar sagen, was du geantwortet hast: unsere Welt ist unübersichtlich, ein Wirtschaftsmacht Konstrukt, wer Nachrichten und Meinungsmachermedien glaubt, futtert Informationen wie Chips aus der Tüte beim Extrem-Couching.
        Wer sich zuerst bewegt, oder hinschaut, hat verloren…:))

        mein Kommentar ist der tägliche kleine Wahnsinn, er findet Menschen, die in Bademänteln vor Katzen tanzen cool. denn solche Leute reden in der Regel auch mit Tieren und können noch andere Sprachen sprechen, als nur ihre eigene.

        aber die darf dann auch ruhig schlicht sein…
        sonst gibt es smoke on the water,
        back to the riff…

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