verfluchter Reflex

Sie werfen mit Stöcken nach mir.
Sie tun es.
Sei es drum.

Ich ducke mich, zucke, werfe mich in den Graben, stolpere im Sprung über den Köter, der sich in meine Flugbahn schiebt.
Mach den August, drängel’ mich vor und hab es aufgefangen.

Es muss ein Reflex sein, ohne zu denken, fängt man auf, was einem zugeworfen wird.
Dann steh’ ich da, ewiger Nörgler, der ich bin.
Fuchtel herum, mit einem Stock.

Gefangen ist gefangen, da gilt es nur noch die Gedanken zu sortieren.
Bedeutend schwerer ist das, als fangen, aber mal sehen.
Ich lass mich überraschen, was die kleine Murmel in mir für mich bereit hält.

1. Wann ist ein Text ein guter Text?
Rufen Sie mal den Disputnik, den Glumm, die Frau Bukowski auf, lesen Sie und die Antwort erschließt sich wie von selbst.
Da schreiben die, die es vermögen, dem Gefühl neue Seiten, neue Worte, neue Formulierungen abzuringen, ohne zu keuchen, leicht und gekonnt.

2. Wann und wie schreibst Du am liebsten?
Wenn ich Ideen habe. Da spielt die Zeit keine Rolle. Wenn es kommt, wird nicht nach Zeit oder Zustand gefragt, da ist es Nacht, da ist es Tag, früh am Morgen, tief in der Nacht, da muss es dann auch kein langes Schreiben sein, da langt ein Stift, ein Blatt, ein Diktaphon, ein Gemurmel, ein Funken.
Der Rest, der kann dann später kommen.

Schnell muss geschrieben werden.
In 10 Minuten, einer Viertelstunde, dann muss es fertig sein.
Nur zum Interpunktieren und Korrigieren darf es länger dauern und schlägt doch oft genug noch fehl.

3. Leben ist…
Suche, Ausprobieren, Niemals alt werden, Weinen bei Sonnenaufgang, Stille nach dem Sturm.

4. Kreativität ist…
Leben.

5. Welches ist dein Lieblingsbeitrag auf deinem eigenen Blog (mit Link)?
http://www.foodandwineporn.de Das muss genügen. Da mangelt es mir an Eitelkeit, an Selbstsicherheit, an Urteilsvermögen.

6. Wie lebst Du so?
Sehr gewöhnlich, Einatmen, Ausatmen. Ja, kommt hin.

7. Was fehlt Dir am meisten?
Kiemen, Ernsthaftigkeit, im Moment ein Glas Wein, rot, Primitivo, Sessantanni Primitivo di Manduria DOC – 2009

8. Wovon hast Du im Überfluß?
Musik, Ideen und Wollmäuse unter der Couch,

9. Zeigst Du uns eines Deiner ultimativen Lieblingsfotos?
Sebastiao Salgado. Genesis – googeln, besser noch den Bildband kaufen. Staunen, sehen, weinen, Immer nur ein paar Bilder, das genügt. Salgado zeigt Schönheit.

10. Das erste Wort, das Dir mit F einfällt?
Faktoid, hab ich weiter oben geschrieben, dass ich nicht Eitel bin… Wer’s glaubt.

11. Ein Satz, den Du schon immer mal, einfach so in den Raum stellen wolltest

Alles was Du willst, ist nur wenige Entscheidungen entfernt.

Faul, wie ich manchmal bin,hab ich mir das Regelwerk dieses Poesiealbumrituals, dieses “schreibst Du in meins, schreib’ ich in deins” eben mal geklaut:

Bei diesem Award geht es darum, sich ein wenig besser kennen zu lernen, einfach mal zu sagen: “Mir gefällt, was du da machst!” und Blogs mit weniger als 200 Lesern bekannter zu machen. Die weiteren Regeln sind:
• es werden 11 Fragen gestellt, die man beantworten soll
• man verlinkt den Blogger, von dem man nominiert wurde
• man nominiert selbst wiederum 11 Blogger
• und stellt diesen dann wiederum 11 eigene Fragen.

Geschätze Bloggerin, geschätzer Blogger, keiner zwingt euch, aber stellt euch, wie ich vor, da fliegt was auf euch zu.

Und seht es mir nach, wenn ich euch, trotz mehr, wesentlich mehr als 200 Lesern trotzdem nominiert habe:

1. KätheKnobloch – http://bittemito.wordpress.com/
2. Wildgans’s Weblog – http://wildgans.wordpress.com/
3. In dubio: Prosecco – http://indubioprosecco.wordpress.com/
6. muetzenfalterin – http://muetzenfalterin.wordpress.com/
7. Der Emil – http://deremil.wordpress.com/
5. Disputnik – http://disputnik.com/
4. Glumm – http://glumm.wordpress.com/
8. miss booleana – http://missbooleana.wordpress.com/
9. Karfunkelfee http://karfunkelfee.wordpress.com
10. Benn Wederwill – http://wederwill.wordpress.com/
11. Susanne Haun – http://susannehaun.com/

Und hier die Fragen

1. Ist Liebe ein Mythos?
2. Bist Du schon lange kreativ?
3. Auf das Grab deines ärgsten Feindes legst Du… ?
4. Helden deiner TV Kindheit waren?
5. War Wicki ein Kokser?
6. Welchen Stellenwert haben die WordPress Statistiken für Dich?
7. Kannst Du von deinem Talent leben?
8. Dein Lieblingsalter?
9. Wen möchtest Du schlagen und schütteln und anbrüllen: “wach auf!” ?
10. Dude oder Tyler Durden?
11. In 10 Jahren will ich..?

15 Gedanken zu “verfluchter Reflex

  1. Schon die ehrenwerte Frau Bukowski und andere sahen sich mit meiner unbeirrbaren Torheit konfrontiert, mich bei derartigen Aktionen in meiner Höhle zu verkriechen und die Teilnahme zu verweigern. Deine Nominierung ehrt mich dennoch, umso mehr, sowieso und überhaupt. Und deine Antwort auf die erste Frage von Frau Bukowski, naja, ich habe leer geschluckt, auf die bestmögliche Art. (Das Kompliment, es ist zwar unverdient und macht mich verlegen, aber es freut und ehrt mich, wie auch die illustre Gesellschaft, in die es mich fügte.) Danke. Sehr. Einfach nur. Und betreffend Nominierung: Ich bleibe bei meiner unerklärlichen Verweigerung, für die ich mich entschuldige. Bleibe beim Bedanken für den Gedanken. Bleibe begeisternd lesender Zuschauer. Und hoffe, das ist okay.

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    • Da wird das eigene sehr hell leuchtende Licht aber arg unter den wohlbekannten Scheffel gestellt.
      Lieber Disputnik, gerade weil der Wille stärker ist, als kötergleich dem dahergeworfenen Stock nachzuspringen, bleibst Du mehr als gern gesehener Gast. Und wenn es anders wäre, ebenso.
      Ich bedanke mich fürs Lesen und kommentieren.

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      • Vielen Dank dir, fürs Verständnis und überhaupt. Und wie viel es mit Kötern und Stöcken und dem Willen zu tun hat, weiss ich gar nicht; vielleicht liegt’s auch am Versteck unter dem Scheffel, keine Ahnung. Aber eben, danke… (Und übrigens, dass du bei deiner Antwort auf die Frage nach dem liebsten Eintrag auf deinem Blog einfach den (oder das?) gesamten Blog angegeben hast, passt schon, wenn auch aus meiner Sicht in einem etwas anderen Sinn als aus deiner… Ist nämlich ein guter (oder gutes?), dein Blog.)

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  2. Huchhach. Schon wieder ein Klafter Holz vor die Hütt’n geschmissen. Wären die Fragen nicht tatsächlich sensationell, ich würde mich Ihnen glatt verweigern. Ich schaffe es nichtmal, mit meinen eigenen Hirnblubs hinterherzukommen. Ich werde sehen…trotzdem ein Dankefein, habedieehre.

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  3. Ein Stock? Apportieren? hm…
    Deine Fragen sind rollen mir die Fußnägel hoch..,

    Ich werde also auf einem Wikingerschiff anheuern und den blöden Beowulf nochmal lesen, Wickie nach der Liebe fragen und den Dude, ob er ein bisschen guten Koks zum Turbinenanheizen mitbringen kann und dann den anderen beim Wettpinkeln in die Seemannsgräber zuschauen, meinem Mathebuch ein Requiem singen, das ich im Meer versenkte.
    ich schüttel‘ mein Haar für ein Baby und stelle meinen Wecker, weil die Welt morgens um sieben noch in Ordnung ist, springe und schwimme mit Wickie, den Delphinen und David Bowie für einen Tag im Meer herum, weil wir Kindheitshelden sein wollen, drehe Putin und Obama eine lange Nase und fühl mich dabei mal wieder so alt, wie ich noch nie war und vielleicht auch nie werden werde.

    Doch das sind bislang nur einige statistische Werte, bei den restlichen Fragen muss ich mich wirklich an die Administratoren von WordPress richten, da fällt mir gar nichts schlaues ein, die machen immer so lustige Sachen mit dem Reader und ihre Neuerungen treiben mir die Schweißperlen auf die Stirn.
    und das alles, weil ich so schön
    krickeltief bin.
    danke für die Einladung
    ich nehme sie mal an
    und schau, was ich daraus machen kann.
    Danke und ein schönes Wochenende.

    Die Karfunkelfee

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  4. Wenn ich mir mal selbst die Frage stelle: „Wann und wie schreibe ich am liebsten?“
    So antworte ich mir:“Wenn ich keine (!) Ideen habe.“
    Genau dann nehme ich mein Notizbuch, meinen Füller und schaue auf das Papier.
    Oder auf meine Umgebung. Oder abwechselnd auf Beides.
    Und warte.
    Manchmal lange, manchmal nur kurz.
    Bis sie dann kommen – die Gedanken, die Ideen, die Details, die Filme im Kopf, die Vieldeutigkeiten, die Irrationalität.
    Und die unsichtbaren Dinge sichtbar werden.
    Das ist das Großartige daran – am Schreiben und am Zeichen (was ich beides abwechselnd oder gleichzeitig tue).
    LG von Rosie

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