Der Riss

Es war wie einer dieser Risse in der Backe.

Die innere Wölbung, nun uneben, Wunden, die nach innen wachsen.
Fransen hängen herab, der rostige Geschmack nach Blut.
Eine Zunge, die wieder und wieder darüber fahren muss.
Dabei immer neue Bahnen abfährt, im Versuch den Riss zu erfassen, ihn zu verstehen, ihn bildhaft zu machen.

Kreisend, in gerader Linie, verweilend.
Tastend.
Schmeckend.

Gelegentlich angesaugt, damit die Kiefer mahlend kleine Fasern abtrennen.
Weitere.
Dann wieder von vorne.

Die Zunge erfasst, was es ist.
Der Riss, der Streifen.
Ein Streifen vom eigenen Fleisch.
Stück für Stück.
Keine Heilung, die Wunde bleibt offen.
Es gibt kein Einhalten.

Sich kannibalisierend selbst aufessen.
Ein Streifen, ein Schlucken und das Werk beginnt von Neuem.

Wunden, offen.
Heilung verzögert.
Das kleine Geheimnis, tief im Mund verborgen.
Narben, im Inneren.
Kein Wort darüber verlieren.
Kein Sterbenswort.

Mund

11 Gedanken zu “Der Riss

  1. Unsere Körper wissen wohl mehr von uns, als wir erahnen. Nirgendwo befleissigen sie sich schneller der versuchten Heilung als an für andere unsichtbaren Stellen. Und wir nutzen das aus für immer neue Wundenreisserey. Ich sehe Menschen wangenmahlend, weiß, was sie gerade tun und sie bemängeln meine Lust am rohen Fleisch. Lächerlich.

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      • Ich danke Ihnen. Obwohl es mir bei Ihren Texten, gerade bei den düsteren oft schwerfällt. Ich lasse mich dann in Ihre Worte fallen, bis auf den tiefen Grund und stoße mich dann kräftig ab, um wieder an die helle Oberfläche meines Gemütes zu kommen. Und dann lese ich nochmal und dann verstehe ich Sie. Sie und Ihre Worte.

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      • Vielleicht können Sie bei Gelegenheit eine Bedienungsanleitung für mein Hirn verfassen.
        Wenn Sie meine Worte verstehen, sind sind Sie mir weit voraus.

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      • Nun, ich verstehe sie, also Ihre Worte, mit meinem Verstand und meiner Denkweise. All‘ Ihre anderen Facetten kenne ich ja nicht und kann so halt nur in jedweden einzelnen Text eintauchen. Manchmal gelingt mir dann das Verständnis auch für Sie in diesem jeweiligen Moment. Eine Bedienungsanleitung für Ihr Hirn? Ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen, aber das wäre wohl ein mächtiger Schmöker…

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      • Was erwerben Sie auch so ein Importscheiß? Ich habe doch keine Zeit, irgendwelche Wälzer zu verfassen, ich versuche gerade die Kois mit Weißgold zu überziehen, aber die Viecher halten an Land nicht still. Absurde Zappeley.

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      • Ich hab die Scheißviecher kurz geelektroschockt. Jetzt gehts. Verdammte Sauerey. Warum wollten Sie denn sparen? Ist der Goldpreis etwa…? Oh, das mit den Kois war eine formidable Idee, deucht mich. Nur muß ich jetzt natürlich die Reiher alle erschießen. Naja…

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      • Herr Faktoid, Sie lehren mich Zynismus. Ich bin erstaunt. Schrub ich das wirklich alles? Jetzt denke ich an Ihren Text „Wer von mir schreibt heute?“ Gleich mal raussuchen und fallen lassen…

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