Livebericht aus der Hölle

Bass.
Endlich.

Dieser Morgen wird nicht leise begonnen.
Nicht dieser Tag.
Nein.
Bitte, keine Stille.
Nicht heute.

“There is one Bird in my house”
Underworld pumpt es. In mich.
Membranen lassen die Fundamente erzittern.

Für diese Momente sind sie da und dienen mir, nur mir.
Die Säulen aus Schall, mit Membranen so groß, dass sie meine Ohren und meine Brust um ein Vielfaches füllen.
Sie füllen die Augen mit Tränen und die Brust mit Schmerz.
So sehr.

Bringen Leben in das leblose Haus, das leere Haus.

Endlich.
Ich, zitternd, leer, Augen voller Tränen.
Dem Unerträglichen so nahe, wie es nur geht.

14 Minuten Leere

Sitzend, die Finger gleiten über die Tasten und versuchen, sich frei zu schreiben, leer zu schreiben, den Schmerz von sich zu geben.

Hoffend, dass es bald vorüber ist.

Wäre dieser schallende Raum in Bewegung, würde er unweigerlich mehr und mehr beschleunigen, den Leitplanken, der Absperrung, dem Abgrund entgegen.
Mein Gesicht, verzerrt, nur den Moment erwartend, wenn Räder sich vom Grund lösen und unter mir nur noch Leere und dann der Sturz und dann endlich dem Punkt entgegen, der Ruhe verheißt.

So sind es die Finger, nur die Finger, nur das Innere nach Außen gekehrt.
Und es ist gut, dass es so ist.
Muss es doch genügen, muss es doch weitergehen.

Keine Abgründe ohne Berge, die vorher bestiegen wurden und nur der steile Weg nach oben ist es, denn ich suche.
Wieder und wieder.

Und bis dahin schreibe ich, schreibe mir den Abgrund und die Schmerzen vom Leib.
Nur so.

Underworld: Barking
Tracks: Birds1, Always loved a Film

Es ist gut.

Abgrund

12 Gedanken zu “Livebericht aus der Hölle

      • Es sind tatsächlich Augenblicke.
        Momente, in denen ich statt mir selbst nur die Finger wirken lasse.
        Im Eiltempo auf den Schirm.
        Am Rechner, der niemals schläft, immer wartet.

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      • Nein, zum Glück nicht.
        Ich umgebe mich aber zwischenzeitlich mit einem Instrumentarium, Kladde, Smartphone, Photoapparat, um soviel wie möglich festzuhalten.

        Ich will mich nicht versäumen.
        Das ist rastlos, ok…

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      • Erwischt 😉
        Zumal ich genau diesem Thema letzte Woche wirklich nachhin… und auch noch hänge. Doch versuche ich es als Betrachterin sehen zu lernen. Und zu lernen, meinen Gedanken wieder mehr Zeit zu widmen, Umgebung wahrzunehmen, Spartphone vom wlan zu entfernen und ein wenig mehr wieder zu sinnieren…. 🙂

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      • Was aber ist, wenn Du mitten in der Nacht aufwachst und da der eine gute Gedanke ist?
        Wie oft hast Du Dir gedacht, egal, den weiß ich morgen früh auch noch.
        Und dann, nach dem Aufwachen am Morgen, nichts mehr, nicht mal Fragmente.
        Und die Fragmente, die will ich so frisch wie möglich einfangen und verpass‘ es doch oft genug.
        Es bleibt schlampige Akribie 🙂

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