Zahlen und Worte

Beim Blättern durch Blogs, denen ich folge, bin ich auf eine Abhandlung über Zahlen, einer Abhandlung über die eine Zahl “42” gestoßen.

Der Link führte mich auf eine Seite, die sich mathematisch, ich kann es nur erahnen, dieser Zahl angenähert hat, basierend auf Formeln Spaß mit der Zahl getrieben hat.

Mein Gehirn, meine Wahrnehmung ist blind für alles, was mathematisch über Plus, Minus, Mal und Geteilt hinausgeht.
Das kann ich im Kopf berechnen, habe ich mir früher, bei langen Fahrten mit dem Wagen, die Zeit mit dem Gesang selbst erfundener Opern und unendlichen Rechenspielen, basierend auf die genannten und simplen Methoden des Rechnens vertrieben.

Mein Hirn kann Zahlen, so sie in Klammern stehen und miteinander verrechnet werden sollen, noch gerade eben erfassen, danach sehe ich nur noch kryptische Informationen, bedeutungslos, sinnlos und, ich gestehe, für mich gänzlich uninteressant.

Ein Stück weit ist das mathematische Legasthenie. Ich habe mich nie damit beschäftigt, ob es dafür einen Fachbegriff gibt. Was immer es ist und wie es heißt, ich habe es.

Das ist insofern unterhaltsam, alldieweil mein realer Beruf ein technischer ist, ich über ein gewisses Talent verfügen muss, dass auch den Umgang mit Zahlen erfordert.
Ich breche alles, was notwendig ist, auf die Grundrechenarten herunter, baue Tabellen mit Formeln, die das bewerkstelligen.
Es geht also auch so.

Komplexe Formeln kann ich nicht erfassen, amüsiere mich zuweilen, wenn ich auf Derartiges blicke. Ohne jeglichen Erfolg. Lichtjahre von meiner Auffassungsgabe entfernt. Wertlos, in meinen Augen.

Worte, mit denen zu jonglieren liegt mir bedeutend mehr. In Sprache, geschrieben oder gesprochen, dort finde ich Bestätigung, dass es nicht ganz schlecht mit meinem kleinen Hirn bestellt ist.

Amüsiere mich über mich selbst, wenn der ab und an gesprochene Dialekt meine Grammatik beeinflusst, aus schönen Sätzen Ungetüme macht, wenn Formulierungen unbewusst, aber dennoch im Nachhinein erkannt, den Bach herunter gehen.

Wie unterschiedlich das kleine Hirn mit seiner Umwelt, der inneren und äußeren, umgehen kann.
Wie Worte mich erfreuen und Zahlen mich gänzlich langweilen.
Dem Nächsten mag beides gleich Freude oder Qual bereiten, bei jedem ein wenig anders.

Ich kaufe ein „E“ und fische weiter nach Worten.

Zahlensalat

10 Gedanken zu “Zahlen und Worte

  1. Ich finde, dass neben den Worten auch Zahlen erfreuen können. So ist mir folgender Aufgabe meines Mathelehrers aus der Sexta bis heute hängen geblieben: was ist ein Zweiundzwanzigsiebtel-Lot?
    LG Juergen

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    • ich habe Anfang der 80iger Gödel, Escher, Bach verschlungen.
      http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6del,_Escher,_Bach
      Da ist es mir zum ersten mal aufgefallen, dass das Reich der Logik und des Paradoxen mir große Freude bereitet.
      Dass ich mich in den Geschichten von Achilles und der Schildkröte vollkommen verlieren, in den Ebenen hin und her pushen und poppen kann.
      Dass die Manipulation meines Verstandes eine herrliche Spielwiese ist.
      Die Kapitel mit den Formeln, den Rechenexempeln waren mir fremd, wie andere Sprache, sind es noch heute.
      Ich erfasse es nicht, bin blind für die Schönheiten des Rechnens. Mit einer Ausnahme: den Fraktalen.

      Grüße aus der Wörterwelt!

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      • Kann ich nachvollziehen.
        Und Dank für den Hinweis auf Escher. Den hatte ich gar nicht mehr auf meiner Liste. Habe ihn sogleich in meinem Bücherschrank gesucht und gefunden.
        Bis bald,
        Juergen

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