Stimmen des Ich

Festzustellen, das in einem drin noch immer der Junge ist.
Die Gedanken, noch immer geformt durch den Knaben.
Geprägt durch den Kleinen.

Wird die Stimme jemals verstummen?
Wird es sich jemals erwachsen anfühlen?

Die Impulse, Gedanken, Empfindungen, die mit heller Stimme ihre Eindrücke mit mir teilen.

Ich mag ihn, so ungewöhnlich sind seine Vorschläge und Ideen, mag ihn nicht missen.
Doch oft genug möchte ich den, der da spricht, erwachsen und mit tiefer Stimme wissen, ihm auf Augenhöhe begegnen, die Erfahrungen, die mein Ich mit mir teilt, gefärbt durch das erwachsen sein erhalten.

Was ist es, dass mein Ich bestimmt, aus wie vielen Räumen, in denen Junge, Kind und Mann benachbart leben, dringen Stimmen an mein inneres Ohr?
Wie sind sie, diese Räume, sind sie karg, archaisch oder fern des Kerkers, den ich so oft vor meinem inneren Auge sehe?

Räume, die mit feinem Bildwerk reich geschmückt, mit großen Fenstern, die strahlend helles Licht einlassen, mit dem Außen verbunden sind.

Licht, das zu Bildern wird, Bildern, die den Raum verschönern, die, wenn Stunden still und einsam sind, Frieden und Freude spenden, denn sie bleiben, die Bilder bleiben, wenn alle anderen fort sind.
Wenn die Stimmen von Außen schweigen, bleiben die Bilder.
Dann spricht das Ich.

9 Gedanken zu “Stimmen des Ich

  1. Was für ein Glück es doch sein muss, dem kargen Kerker entstiegen zu sein und die Buntheit der Welt mit weit geöffneten Sinnen sehen zu können- was nicht ohne das Kerkerwissen im Hintergrund möglich wäre, in diesem Maße…Oder?

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