Musik und Angewohnheiten…

Über das Ändern von Angewohnheiten.

Der Blick auf die monatlichen Rechnungen gibt dem geneigten Detektiv und Beobachter Einblick in meine Verhaltensweisen.

Nicht, dass es da Verbotenes zu sehen gäbe oder gar Verruchtes.
Da bin ich eher langweilig, wenn auch wenig vorhersehbar.
Mit Ausnahme meiner Sucht nach neuer Musik.

In der Phase, als ich den Jazz für mich entdeckt habe, wanderten dreistellige Beträge auf das Konto von iTunes und das Monat für Monat.

Es gibt unzählige skandinavische Klaviertrios, alte Weather Report Alben, John Coltrane und Chet Baker Musik, die unbedingt gehört werden muss. Muss!
Und vor dem Hörgenuss kam das Kaufen!
Ach, welch herrliche Befriedung von niedrigsten und armseligsten Instinkten.

Früher war wenigstens der Weg ins Plattengeschäft willkommenes Regulat, wenn der Konsumrausch nicht mehr niedergekämpft werden konnte.

Welche Macht soll schon einen Finger, der auf einer Maustaste ruht, davon abhalten, den Kaufen Knopf zu drücken?
Die Macht der Selbstdisziplin? Ich lächle milde.

Wie erschreckend, dass Musik, ist sie erst mal dem Fundus zugeführt, Phasen durchläuft, die zuerst von höchster Aufmerksamkeit geprägt, nur wenig später Alltag, dann Ignoranz und sattgehörte Nichtigkeit wird.

Dem ständigen Drang nach Neuem kann ein Radio nicht gerecht werden.
Ich verweigere mich dem Musikradio, zu selten sind Sendungen, die Ansprechendes spielen.

Die Vorstellung, meinen Musikkonsum gegen eine Reise, ein Abendessen, neue Schuhe, ja Schuhe, ich, Mann, mag Schuhe, einzutauschen ist ein reizvolles Unterfangen.

Statt iTunes und 9.90 pro Album heißt der neue Supermarkt ab sofort, bzw. seit einem Monat Spotify.
Die wollen nur 9.90 im Monat und dafür ist alles, naja, beinahe alles verfügbar. Stones? Ja. Beatles? Nein.
Egal, von den Beatles habe ich eh’ alles auf Schallplatte.
Originale, Baby. Aus den 60igern. Yeah.

Ich weiß nicht, wie sich Spotify finanziert, wie sie die Musiker entlohnen, Wikipedia meint, es wäre legal, ich begrüße das. Mehr möchte ich darüber kaum wissen.

Wer verstehen möchte, was mir an Spotify so gut gefällt, klickt mal
Electro Tropical Sound – https://play.spotify.com/user/spotifyenespa%C3%B1ol/playlist/6uzxSNSWfGBzPJDV343v7N
an.
Mexikanischer Elektro HipHop.
Wem gerade, wie mir, nach ein wenig Heisenbergscher Breaking Bad Meth Musik ist, wird da bestimmt fündig.

Die 10 Euro pro Monat bezahle ich gern und freiwillig, ist es doch nur noch ein Bruchteil dessen, was ich die letzten Jahre und Jahrzehnte in Musik investiert habe.
Dafür darf ich mir die Alben und Listen auch herunterladen und auf dem iPhone im Auto wiedergeben. Offline.

Und kommt mir nicht mit Klangqualität…
320 kpbs sind mehr als gut genug.

Ich spare auf ein neues Paar Schuhe und höre gute Musik.
Alles gut.

schuhe

5 Gedanken zu “Musik und Angewohnheiten…

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