einfach los

Wie das wohl so wäre.
Den Gedanken, der gerade hochkommt, nicht verwerfen.

Der Blick auf die eigenen Füße.
Der Gedanke, aufzustehen.
Vielleicht etwas anziehen, Socken, Schuhe.

Das Notwendigste.
Griff in die Schublade, das Bare. Alles. Keine Rücklagen. Alles.
Der Weg zur Tür, aufmachen, hindurchgehen.

Garagentür öffnen, Einsteigen, rückwärts raus. Los.
Die kurze Straße, dann zur Hauptstrasse, die Geschwindigkeit etwas steigern.
Von der Hauptstrasse zur Autobahn, weiter zur nächsten Tankstelle, volltanken, Nachricht an den Nachbarn, die Katze versorgt wissen. Weiter.

Weiter, die Straße runter. Wohin eigentlich?
Nachts wird es keine Rolle spielen, die Streifen, die vorbeiziehen sind Ziel genug. Und es sind so viele.

Fahren. Das Land verlassen, das nächste durchqueren, tanken, Kaffee, Cola, aufkeimende Müdigkeit runterschlucken.
Das nächste Land, tanken, kurz halten, Minutenschlaf, wieder gut für ein paar weitere Stunden auf der Fahrbahn.

Kein Wort wird gesprochen, das Radio schweigt, Musik wäre nur Ablenkung.
Fahren.
Der Morgen ist schon lange vorbei.
Die Namen der Orte auf den Schildern klingen nicht mehr vertraut.
Das Tankstellensymbol ist noch das Selbe.
Die Sprache ist fremd.

Weiter.

Kurz schlafen, zusammengerollt auf der Rückbank.

Ein weiterer kurzer Stopp, ein wenig Wasser auf die Haut.
Alleine unter vielen.
Blicke und Deuten, mehr bleibt nicht, und bezahlen, so lange noch etwas übrig ist.

Ich bin ein Fremder in einem fremden Land, verstehe die Schrift nicht mehr.
Die Straßen sind schlecht, das Weiterkommen wird schwer. Das Tempo verringert sich.
Keine Gelegenheit auslassen zu tanken, unverschämte Wechselkurse akzeptieren oder laufen.

Der Wagen macht das nicht mehr lange mit, versagt auf den holprigen Straßen.
Stehen lassen, so offen wie die Tür des Hauses, dass vor Tagen verlassen wurde. Es spielt keine Rolle.

Weiter, zu Fuß, in Schuhen, die nicht für langes Gehen gemacht sind, in Kleidung, die dem Wetter nicht trotzt, der Kälte nichts entgegen zu setzen hat.

Weiter, unter Schmerzen. Weiter, vorwärts.
Ein Straßenrand, gut genug für kurzen Schlaf.
Aufwachen, beraubt, immerhin wach, hungrig, Durst gestillt im schlammigen Bach, nur an der Oberfläche abgetrunken.
Es knirscht zwischen den Zähnen, zwickt im Bauch.
Weiter in schlechten Schuhen, mit leerem Magen.
Das Tempo nahe Null.

Ein Tag, eine Nacht, der nächste Morgen, ein schwacher Morgen.
Fiebrig auf die Beine.

Nicht mehr entlang der Straße, querfeldein, ohne Ziel, nur weiter, der Wald, dicht.
Ich bin nicht allein, sie haben sich auf meine Fährte gemacht.
Sie werden kommen, wenn ich schwächer werde, wenn ich nicht mehr aufrecht gehen werde, wenn der Schlaf kommt, werden auch sie kommen.

So wird es sein.
Weiter.
Noch.

ich gehe

5 Gedanken zu “einfach los

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