Das pulsende Ding

Auch wenn es alles anderes wäre.
Wenn es nie so weit gekommen wäre.
Wenn Liebe alles gewesen wäre, was war.
Was wäre dann geschehen?

Da war dieser Platz, der, der ein Herz zum schlagen bringen
konnte.
Er wusste, dass es ihn gab.
Träumte manchmal nachts von ihm.
Weinte, im Schlaf, nach dem Aufwachen.
Tränen der Erkenntnis, des Schmerzes.
Fühlte sich ausgeschlossen, nicht Teil von all’ dem, was er so
sehr begehrte, ersehnte, es Sein nennen wollte.

Schnitt Herzen aus Leibern, die dampfend bluten.
Hielt das pulsende Ding in seiner Hand, sah das Rot aus allen Öffnungen quellen.
Hielt es, krallte die Finger darum, das warme Rot rann an seinen Fingern hinab.
Hielt es und befand, dass es noch immer nicht genug war.

Sie reihten sich vor ihm auf, Freiwild, frei und voll des Willens ihm zu gefallen.
Entblößten ihren Leib, ihre Seele, das Innerste, er weidete sie aus, holte sich Tiefstes.

Und es strömte aus Quellen, die nie versiegten, Quellen, die als wäre es sein Fluch, ihn labten, bis er erbrach.
Bis es aus ihm herausbrach.
Nun, endlich, aus seinem Innersten.
Brach heraus, was ihn nur füllte, ihn feist machte, den Wanst anschwellen ließ.

Schuf Platz, nun, hungrig, leer, begann die Jagd von Neuem.

Lippen, rot, sinnlich, weich.
Zungen, die berühren.

Der Tag erwacht, noch schlägt das Herz.

herz in hand

7 Gedanken zu “Das pulsende Ding

  1. Ich muss mir immer wieder dieses Foto anschauen. Das hat schon auch etwas verstörendes. Keine Ahnung, was das mit mir macht. Der Text ist toll. Lieben Gruß. Melanie

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    • Das Foto zu finden war langwierig. Es war das erste, das meiner Vorstellung entsprach.
      Es ist ein Produktfoto eines Artikels, den man bei amazon bestellen kann.
      Das fand ich dann auch ein wenig verstörend.
      Danke fürs Lob.

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  2. Hier bedarf es eher eines Gefälltmirnichtknopfes. Es ist zu gefährlich gut geschrieben und der Blick auf die Schlagwörter macht es auch nicht einfacher, etwas dazu zu schreiben. Ich könnte es ja sein lassen, ja sicher. Schweigen zu so einem Blutrausch. Wäre das einfachste. Doch schreibt da einer, den ich schätze, dessen Texte ich mag. Nur den hier, den mag ich nicht und muß das auch kundtun. Aber bewirkt hat er etwas, Ihr Eintrag, verehrter Herr Faktoid. Er gab mir den nötigen Tritt, einen eigentlich viel zu kitschigen Text rauszuhauen, weil das Pendel der Ausgeglichenheit dies erforderte. Meine Sicht. Ich habe so einen überlebt, der das Herz als pulsend Ding bezeichnete. Seit es derart vernarbt, liebt es noch inniger. Ich darf das sagen: Nein, das gefällt mir nicht. Das können Sie vielvielviel besser.

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    • ganz ehrlich, ich habe den Text gestern in Windeseile, ohne groß abzusetzen geschrieben.
      Wofür er steht, weiß ich nicht.
      Ich habe ihn heute morgen kurz auf Rechtschreibung überflogen und kaum gelesen.
      Ich glaube, ich habe mehr Zeit mit der anschließenden Suche nach dem Bild, als mit dem Text verbracht.
      Ich mag den Text, obwohl er sicher nicht für mich und meine Einstellung zur Liebe und Zweisamkeit steht.
      ich war ein wenig im Rausch und hätte ich mir ein wenig mehr freien Lauf gegeben, so wäre er sehr erotisch, sehr sinnlich geworden.
      So war es „nur“ ein Schlachtfest.

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      • Sehen Sie, ich ahnte es. Bleibt nur die Bitte nach dem Sehrerotischsinnlichtext, allein ich fürchte, das wäre vermessen, mein Lieber. Als könnte man auf Wunsch fühlen. Ihre Antwort hingegen freut mich, Sie ahnen nicht, wie sehr.

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  3. Das ist das Dilemma.
    So sehr ich dem Wunsch gerne entsprechen mag, so wenig bin ich dazu in der Lage.
    Vielleicht unter Zwang?
    Der fordernden Hand, die mich führt und leitet?
    Vielleicht?

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    • Vielleicht unter Zwang? Vielleicht eine Option. Der Sie nur selbst nachspüren können. Ich fürchte allerdings, es müßte eine extrem sichere Hand sein, eine ganz ohne Zweifel und geführt von größtem Selbstvertrauen. Skrupellos sogar mitweilen. Pardon, wenn ich Ihnen zu nahe trete, aber Sie erscheinen mir als sehr starke Persönlichkeit und Sie zu leiten und zu führen ist nahezu unmöglich. Zumindest ein scharfgradiger Klippenspaziergang mit ständig brechendem Geröll. Wer söllte diesen Gang wagen?

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