Copy Of A

Aus den Tiefen des Blogs empor geholt:

..ausnahmsweise mal nicht Tyler Durden, nicht Chuck Palahniuk.
In meiner der Welt der Wahrheiten hat er großen Anteil.

Also diesmal nicht Chuck, sondern Trent, Trent Reznor.
Wie nahe sie sich sind, zeigt die Bildersuche bei google.
Die ersten Treffer bei „copy of a“ zeigen, ja wen eigentlich?
Der Name von ihm wird in Fight Club nie genannt,
dem Protagonisten, gespielt von Edward Norton.

Everything’s a copy of a copy of a copy.
A_copy_of_a_copy_of_a_copy_by_copperthistle

Trent Reznor oder Nine Inch Nails, ein Name der mich schon immer fasziniert hat.
Sowohl, als auch.
Eben jener, der mit HURT eines der schönsten Stücke überhaupt komponiert und vor allem getextet hat.
Geadelt und so viel besser als das Original,
wenn es von Johnny Cash gesungen wird.

Copy Of A ist deprimierend (und) gut.
Sinnlos, davon einen Youtube Clip bereit zu stellen.
Dieses Stück muss in einem Auto, dass eine potente Anlage hat,
der Bass ist lebensnotwendig, oder dort, wo Nachbarn ein Fremdwort sind, wiedergegeben werden.
Laut und eben nicht nur das,
sondern auf gar keinen Fall über das Küchenradio.

Wo ist der Reiz?
Liegt er im Elektrogeschwurbel, dem Intro?
Nicht wirklich.
Erst, wenn einige Takte danach, die vier Schläge des Tiefbasses hinzukommen,
erst dann hört man hin, hört man zu.
Der Bass ist monströs und subtil zugleich und er kehrt wieder.
Sparsam eingesetzt und auf den Punkt.

Die Live Version ist die Studioversion. Im Wesentlichen.
Mit dem Unterschied, dass Trent Reznor nicht alleine auf der Bühne steht,
sondern von einer Band unterstützt wird.
Der Reiz der Live Version?
100.000 Watt.

Und eine Bühnenchoreographie, die der von den Talking Heads ähnelt.
Der von Stop Making Sense.
Nur das Trent innerhalb eines Stückes, des halben Stückes,
den Weg von der leeren Bühne zum Inferno geht.
Sich dafür, nicht wie die Talking Heads,
fünf oder sechs Nummern lang Zeit lässt.
Zeichen der Zeit…

Das Stück hält Trigger für mich bereit, es passt in die Zeit.
Die grenzenlose Frustration der Erkenntnis, dass Authentizität und Originales,
echtes Sein kaum noch existiert.
Imitation und Kopie ist es, die wir konsumieren.
Die wir Sind.

Meta.
Wie in diesem Text.

Durchschaubarkeit der Medien, der Trends, dessen, was sie vorgeben zu sein.
Aktuell Gebotenes wird dünner und dünner.
Schlimmer noch: Das Echte geht verloren, wird abgerissen,
überbaut, tot geschwiegen, in Nischen gezwängt.
Ray Bradybury hat es in Fahrenheit 451 auf den Punkt gebracht
„We bombard people with sensation. That substitutes for thinking.“

„We are living in a time when flowers are trying to live on flowers,
instead of growing on good rain and black loam.“

Vielleicht hatte Trent ein wenig dieser Gedanken im Hinterkopf, als er Copy of A ersonnen hat.

IMGP3092
„Copy Of A“

I am just a copy of a copy of a copy
Everything I say has come before
Assembled into something into something into something
I am never certain anymore
I am just a shadow of a shadow of a shadow
Always trying to catch up with myself
I am just an echo of an echo of an echo
Listening to someone’s cry for help

Look what you had to start
Why all the change of heart?
Well you need to play your part
A copy of a copy of a
Look what you’ve gone and done
Well that doesn’t sound like fun
See I’m not the only one
A copy of a copy of a

I am little pieces little pieces little pieces
Pieces that were picked up on the way
Imprinted with a purpose with a purpose with a purpose
A purpose that’s become quite clear today

Look what you had to start
Why all the change of heart?
Well you need to play your part
A copy of a copy of a
Look what you’ve gone and done
Well that doesn’t sound like fun
See I’m not the only one
A copy of a copy of a

I am just a finger on a trigger on a finger
Doing everything I’m told to do
Always my intention my intention your attention
Just doing everything you tell me to

Look what you had to start
Why all the change of heart?
Well you need to play your part
A copy of a copy of a
Now look what you gone and done
Well that doesn’t sound like fun
So I’m not the only one
A copy of a copy of a

Look what you had to start
Why all the change of heart?
Well you need to play your part
A copy of a copy of a
Now look what you gone and done
Well that doesn’t sound like fun
See I’m not the only one
A copy of a copy of a

(Look what you had to start) Look what you had to start
(Why all the change of heart) Why all the change of heart
(You need to play your part) You need to play your part
A copy of a copy of a copy of a copy of a
(Look what you’ve gone and done) And look what you’ve gone and done
(Yeah, that doesn’t sound like fun) That doesn’t sound like fun
(Yeah, I’m not the only one) See I’m not the only one
A copy of a copy of a copy of a copy of a

14 Gedanken zu “Copy Of A

    • Musik beschreiben ist schwierig. Musik gut zu beschreiben ist sehr schwierig. Musik so gut zu beschreiben, dass selbst jemand der weder Copy of A kennt noch jemals ein Stück von ihm/ihr gehört hat, ist schon bewundernswert und so ist auch diese Hommage für mich sehr eindrucksvoll.
      Ich bin ein Fan von J.S.Bach und das in jede welcher Art, als Klassik, Jazz, Choral-klassisch, Choral-jazzig oder gesungen oder inkliniert … alles hat mein Wohlwollen. Doch dafür usste ich s erst hören. jetzt frage ich mich, ob ich Copy of A besser nicht hören sollte um den Eindruck nicht zu verwischen, der mir durch Deinen Exkurs zuteil wurde. Denn, ich bin Musiker und leider sind wir in unserer wahnsinnigen Toleranz so kleinbürgerlich, dass ich mich vor jeder Form der Enttäuschung fürchte.
      Doch ich werde es wagen…

      Lieben Gruß
      Kariologiker

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      • Nun, beim Stöbern bin ich auf Nine Inch Nails – Closer gestoßen … das sagt mir musikalisch (etwas) zu.
        Aber: Liegt Authentizität heute darin sich in Elektronik zu verlieren? Was zählt der gemeine Komponist im Analogen noch? Eine geistige Authentizität, die m.E. mehr bietet als Tonminimalitäten in wahllosen Wiederholungen elektronisch suboptimiert. Soundbilding findet zwar im Kopf statt, aber der Weg von einer Note zu einem Tool ist ein vollkommen anderer. Ohne erst den Wert ein Note einzufordern sind mir Fragen nach einer Qualität immer dann im Vordergrund, wenn Musiker davon leben, dass die Elektronik die Genialität beibringen kann und soll. Wie hört es sich wohl an, wenn der ganze elektronische Klim-Bim weg ist … ist es dann noch Musik? Musik, die auch Du gut finden würdest?

        Kariologiker

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      • Ich verstehe den Zweifel. Kraftwerk unplugged…
        Eine lächerliche Vorstellung.

        Ich höre Baden Powell, erfreue mich an der Virtuosität, dem reinen Klang des Instruments.
        Ich höre die alten Stones, schmecke das Erdige, wünschte so sehr, damals in der Villa Nellcôte dabei gewesen zu sein, zu hören, wie sie Exile on Main Street aus ihrem tiefsten Inneren herausgespielt haben.
        Ich höre Biosphere (Substrata2) und wünschte mir, im Studio, oberhalb des Polarkreises, in finsterster, Monate dauernder Nacht, mit am Mischpult zu sitzen, die Augen aufs Polarlicht gerichtet, die Ohren im Klang versunken.
        Trentemøller, Aphex Twin, Loscil sind für mich auf Augenhöhe mit den Schaffern akustischer Meisterwerke. Sie benutzen nur andere Instrumente, verschließen sich nicht den Möglichkeiten, die Technik bietet, machen mehr daraus, als simple Tracks, bringen meine 70 / 80iger Jahre Anlage zum beben. Und mich…

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      • Ich bezog mich auf auf Ihre Klage: „Die grenzenlose Frustration der Erkenntnis, dass Authentizität und Originales, echtes Sein kaum noch existiert.
        Imitation und Kopie ist es, die wir konsumieren. Die wir Sind. Meta.“ und betone die Wichtigkeit, daß Feindenker wie Sie weiterhin Ihre Metaklageschriften verfassen. Herrjeh, wenn wir alle nur noch stumpf konsumierten, unreflektiert Verdummungsmüll aufnähmen…ich bitte Sie innig, anklagen Sie weiterhin.

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  1. Lieber faktoid, heute muss ich dir endlich schreiben. Cash, Hurt, ich muss einfach. Komplett off-topic, allerdings, wie man sagt. Ich würde gern von dir lesen – „Dann tu’s doch!“ – kann ich aber nicht, weil ich größtenteils und höchstwahrscheinlich unerlaubterweise WP mit meinem Arbeits-PC durchstreife, und da werden mir alle Seiten, die auch nur im Geringsten anrüchig erscheinen, gnadenlos geblockt – in deinem Fall ist es das Wort „porn“, das mir hier quasi den Lesehahn zudreht. In die Vorschau komme ich noch rein, scheue mich aber, nur zum Teil Gelesenes zu kommentieren oder zu „liken“. Das zur Erklärung, warum du mich auf deinen Seiten nicht siehst, auch wenns vielleicht nicht auffiel.

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