nichts neues…

Hier entsteht nichts neues mehr.

Ganz ohne Bestürzung stelle ich fest, dass es mir an Worten fehlt.
Dass Worte, die an anderer Stelle gedacht,
gefühlt und ausgesprochen werden,
mir hier nicht mehr zur Verfügung stehen.

Das Geist sich weiter entwickeln will,
dass Frieden wichtiger ist als Worte, als Schreiben,
als die Suche nach dem Glück im Außen,
der Bestätigung, dem Zuspruch.

Und so, wie es gerade ist, so mag es bleiben. Bitte.

Ja und den Kinski in mir gibt es noch immer
und der will schreien und toben.
Will das Geschmeiss zertreten und zerschlagen,
die Einrichtung in Trümmer legen.

Und vielleicht wird der das wieder tun und doch ist es etwas,
dem ich mit Vorfreude entgegen sehe.
Ist es doch ein Teil von mir und ich werde es feiern.

Alleine, abgewendet, in Selbstschutz und Dich schützend vor mir.
Und es wird gut sein und dann vorbei sein und dann kehre ich zurück,
lächelnd, die Hände zerschunden,
die Knöchel wund
und dann werde ich dein Gesicht in meine Hände nehmen,
dich küssen und es wird gut sein.

So sind die Gedanken, so ist das Tun.

16 Gedanken zu “nichts neues…

  1. Nichts Neues? Frieden ist wichtiger als die Suche nach dem Glück im Außen. Das ist neu, immer wieder, jeder Moment ist diese Entscheidung, wo will ich hin. Und jeder Moment ist absolut neu. Hab‘ das als sehr starken, authentischen Text gelesen. Mir geht es auch oft so: wenn ich glaube, mir gehen die Worte aus, kommt das Beste.
    herzliche Grüße
    Michael

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  2. Lieber Faktoid, ich muß das vielbemühte einlachende und einweinende Auge nutzen. Nichts ist wichtiger, im Umgang mit sich selbst, als Frieden zu finden. Weil man ihn erst dann anderen antragen kann. Ich wünsche Ihnen von Herzen, daß es so bleiben möge, wie Sie sich das wünschen. Das weinende Auge bedauert die ausbleibenden neugeschliffenen Bittertexte, sogar die Wüterey. Indess, das Archiv steht angelweit offen und bittet hinein. Viele Ihrer Texte habe ich schon mehrfach gelesen und doch immer neue Nuancen gesehen. Danke und alles Liebe für Sie, Ihre Frau Knobloch.

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    • Danke, von Herzen.
      Ich erwäge, meine Texte nach meinen persönlichen Favoriten und tiefsten Punkten zu durchleuchten und diese als kleine Sammlung über das spärliche Gedankentreibgut, dass sich ab und an anschwemmt, zu stellen.
      Ich fühle mich im Moment so, als seien meine Quellen versiegt.
      Ob das zu meinem Vorteil ist, oder aus meiner guten Verfassung resultiert, das vermag ich nicht zu sagen.
      Der Himmel wird sich wieder verfinstern und Kinski wird die Krallen und Messer wetzen.
      etwa so…

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      • Ich lachweine noch heftiger. Herr Faktoid, ich erteile Ihnen hiermit die Erlaubnis, daß Sie, wenn eine derartige kinskieske Pöbelbedürftigkeit Sie überfällt, sich sogar auf meinem blütenreinen Blümchenbäumchenundschneckchenblog auskübeln dürfen. Es wäre mir eine Ehre. Und tut mir zwar leid, aber ich kann nicht anders, für „Ob das zu meinem Vorteil ist, oder aus meiner guten Verfassung resultiert, das vermag ich nicht zu sagen.“ kriegense sogar ein Scheißherzchen. ♥

        Die Textsammlung wäre sicherlich spannend. Eine nochmalige Reflexion, ja, warum eigentlich nicht…
        Herzlichst, Ihre Frau Knobloch.

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  3. Quellen versiegt? Oder bist Du „nur“ auf Wanderschaft, und Dein Vorrat, den Du aus den Quellen mitgenommen hast, geht/ging zur Neige?

    Ich wünsche Dir, daß Du andere Quellen findest, mit anderem, das Du anderswo anders verwenden kannst.

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    • Ich habe ein Jahr lang und etwas länger aus dem Vollen meiner Selbst geschöpft. In der Zeit sind beinahe 400 Texte entstanden. Davon vielleicht 200, die mir etwas bedeuten. Und beinahe alle waren Momentaufnahmen und Wortgebilde, die in Windeseile niedergeschrieben werden mussten.
      Diese Worte, diese Momente, sie sind still geworden, vielleicht versiegt, vielleicht der Vorrat nur verbraucht und nun muss er sich füllen, bevor ich ihn wieder anzapfen kann.
      Ich lass mich mal überraschen. Danke für deine Wünsche.
      auf bald…

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  4. Heute endlich lese ich vom heimischen PC und darf kommentieren. Von unten, ganz unten, schreibt es sich leichter von und aus der Seele, finde ich. Von oben, ganz oben irgendwie auch, wenn die Verwunderung wundervolle Worte findet. Aber so mittendrin – dort, wo alle hin wollen – scheint es kaum etwas zu geben, was wortwert erscheint. Auch mal schön. Eine Art Urlaub auf unbestimmte Zeit, vielleicht. Nichts ist sicher, nur das: auf und ab geht es immer.

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    • Ja, gut beschrieben.
      Von unten schreibt es sich tatsächlich besser.
      Und doch bin ich froh darum, dass ich nichts zu schreiben habe, dass der Zwang und der Grund erstmal nicht mehr gegeben ist.
      Es wird wieder etwas zu schreiben geben…
      auf bald

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  5. Es gibt diese Punkte, wo Worte nicht sind. Vielleicht fühlt es sich an, wie ein Ende und vielleicht ist es auch ein Ende. Du schreibst, es gäbe nichts Neues. Das kann sein, aber Du kannst es nicht wissen. Denn, so wie luftzumathmen es auch schrieb, kenne ich auch diese Punkte und häufig sind sie nichts anderes als Zwischenstation. Ein Ruhepunkt auch. Ich habe mich ähnlich gefühlt, als mich meine Schreibblockade überkam. Völlige Leere irgendwie, als wollte die Hand keinen Stift mehr greifen (im übertragenen Sinne), irgendwie auch dieses Gefühl: Genug. Oder: Satt. Irgendwann ging es weiter bei mir und so wird es sicher auch bei Dir sein. Ich finde es gut, wie gelassen sich Deine Erkenntnis liest. Ich denke, dass dieser Punkt, an dem Du Dich gerade befindest, ein wichtiger ist. Vielleicht ist gerade ausruhen dran, (neu) ausrichten und dann aufrichten und dorthin gehen, wohin es ruft. Ich wünsche Dir einen guten Aufenthalt und ein gutes Reisen weiterhin. Liebe Grüße von der Beobachterin

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