Über das Enden der Dinge…

Kein einfacher Schalter, der zwischen Ein und Aus, Hell und Dunkel hin und her springt, keine Schranke, die oben ist und Durchlass gewährt oder den Weg versperrt.

Eher ein Pfad der sich in sanfter Steigung nach oben windet und in Felsen und Klippen und Abgrund endet und erst merkt man gar nicht, wo man lang geht oder manchmal ist es ein leichter Wind, der sanft das Gesicht streichelt und dann, da schaust Du nicht schnell genug, zum Orkan wird, der groben Sand in die Augen fetzt, das Atmen erschwert, den Druck zu Widerstand steigert und einen dann weg reißt.

Das Enden der Dinge ist ein schleichender, zuerst kaum wahrnehmbarer Prozess, der, wenn er eingesetzt hat, nicht ins Stocken gebracht und schon gar nicht ins Gegenteil verkehrt werden kann.

Vorbei ist vorbei und da rennt die Zeit dann plötzlich ganz schnell und mag gar nicht schnell genug vorbei gehen. Spannende Wahrnehmung, so ganz und gar anders, als wenn es zäh darauf zu geht, auf das Ende. Wenn es erst da ist, dann ist das wie ein Gummi, den man gedehnt und bis zum zerreißen gespannt hat und dann lässt man los und das Ende ist da und Zack und schau, wie das pfatzt, hui, das geht ab und wie. Schon spannend, das. Echt.

Dann ist das, wie in der Geschichte vom Mahlstrom, aber Du bist nur der Zuschauer, guckst Dir das an, wie ein Tourist und staunst und vergisst, ein Foto zu machen, aber erinnern wirst Du dich noch eine Weile und dann geht es weiter, da steigst Du wieder ein in die wilde Maus und die Fahrt beginnt von neuem und schau, den Preis haben sie auch nicht erhöht, praktisch ist das. Und dabei hast Du den Rummelplatz und das Treiben darauf immer verachtet und wolltest da nie hin. Schräg ist das.

11 Gedanken zu “Über das Enden der Dinge…

  1. Außer dass man sich bisweilen wünscht, es würde wenigstens ab und zu neue Attraktionen geben, man dann aber doch -seltsamerweise- ganz huiiii-fasziniert auf die ewig gleiche Weise herumwirbeln lässt, rechts, links, rauf, runter, bis zuletzt die Mittel aufgebraucht sind und man nicht einmal mehr eine Zuckerwatte oder gebrannte Mandeln für den Weg nach draußen (heim würde ich es vorläufig nicht nennen wollen) bekommt.
    Guter Text
    Freundlichst
    Ihr Herr Hund

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      • Nein, nein, bloß nicht. Es ist gut so, wie es ist. Eher wahrscheinlich, dass ich mich verschreibselt habe. Wahrscheinlich aus Eitelkeit. Und prompt über das Ziel hinaus. Verzeihung!

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      • Natürlich. Doch reizt es nicht jeden, verstehen zu wollen. Und wenn auch nur, um besser widerlegen zu können.
        Habe jedenfalls den Text noch zwei weitere Male durchgelesen und mir fielen solche Schlagworte ein wie Erkenntnis oder Zeit. Ganz gut möglich, er hat mehrere Ebenen (und Haken). Wenn im Blog nicht alles so schnell durchrutschen würde, ich käme auf den Text zurück, wenn ich ihn verstanden habe………………….um Sie vielleicht zu widerlegen (haha).

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  2. Dazu fällt mir nur Paul Auster ein: „Dies sind die letzten Dinge. Eins nach dem anderen verschwinden sie und kommen nie zurück. Ich kann dir erzählen von denen, die ich gesehen habe, von denen, die es nicht mehr gibt, doch wird kaum Zeit dafür sein.“ Es tut manchmal schnipsgummischmerzig weh, dem so beschleunigten Enden der Dinge zuzusehen. Starker Text, lieber Faktoid und ich finde den Rummelplatzbezug sehr trefflich und auch die Kommentare dazu. Herzlichst, Ihre Frau Knobloch.

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