Verdammt

Ausgebrannt,
verbrannt,
am Ende,
durch den Wind und die Grenzen erreicht.

Die Nerven so dünn wie Papier,
das zittern der Hände,
das Hirn bebt,
Stahlbänder um den Kopf,
die Stille bedrohlich,
der Ausnahmezustand Normalzustand.

Angeschlagen,
verbraucht,
verschwendet,
vergeben.

Der Mund ein Mal der Trauer, in
Schmerz verzerrt.
Augen, die verschwommen sehen,
Wangen, die nass von Tränen sind.

Gedanken, finster, wirbelnd, in Abgründe reissend.

Gnadenlos, bodenlos, Abgründe so tief und finster, wie das tiefste Meer, kein Licht, und das wenige, was da leuchtet sind die Irrlichter der großen Jäger, die dich heimleuchten wollen, in ihren Schlund, der mit Reihen spitzer, scharfer Zähne, die Dich durchbohren, an Dir reissen und Dich das, was sie zu fassen bekommen, festhalten werden, Kiefer, die Dich umarmen und Dir das nehmen, was Du hast, wie wenig es auch ist.

Die finsteren Gedanken leben von Abfall, der zu ihnen hinabsinkt, deine Hoffnungslosigkeit, deine Resignation, dein Versagen ist ihr Labsal.

Und wenn Du brennst, dann wärmst Du sie, dann sind sie gut zu Dir, dann bleiben sie bei Dir und umgarnen Dich.
Die Misere Deines Seins ist ihr größter Schatz und den hüten Sie und teilen ihn nicht und geben ihn nie frei.

Wo die schwarze Seele wohnt, ist kein Licht am Horizont (Rammstein, Reise Reise)

8 Gedanken zu “Verdammt

  1. Die Misere des eigenen Seins ein Schatz, sogar der größte? Bestehend aus Abfall, der zu diesen Falschhütern, denn sie hüten nicht, sondern jagen; hinabsinkt. Dann müßte man doch bar jeder Resignation, Hoffnungslosigkeit und jeden Versagens das andere, nicht aus der Tiefe lockende Licht erblicken? Ein Malstrom, dieser Text, ich denke weiter nach…

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    • Mit Verlaub, werte Frau Knobloch, darf ich mich mal fragend dazwischenwursteln…?
      Weil, ich den Text so verstand:
      Die Misere des eigenen Sein ist der größte Schatz der finsteren Gedanken.
      Und das leuchtet mir ein.
      Es ist ein heftiger Text, doch genauso kann sich Seelenleid anfühlen…als seien sämtliche höllische Heerscharen Dir auf den Fersen und wollten Dich hinabziehen.

      Herr Faktoid, ich bitte höflich um Nachsicht, weil ich mich ungefragt dazwischenmogelte.

      Teufelskreise, ja…das stimmt…leider auch und sie sind schwer zu durchbrechen, wie das ohne Heulen und Zähneklappern abgehen könnte, habe ich leider auch noch nicht herausgefunden…

      Viele liebe Grüße
      von der Karfunkelfee

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      • ja, die Einstürzenden Neubauten hatten mal einen „Song“, ich meine, er hieß „Fütter mein Ego“.
        Das ist das boshafte, dass die Existenz um des Wahnsinns wegen existiert und die Existenzberechtigung verlieren könnte, wenn dem Wahnsinn Einhalt geboten werden würde…
        sehr boshaft, das alles…..

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      • Oh ja…eine arg dunkle Sicht der Dinge, der Song dämmert irgendwo in der Erinnerung, es scheint mir, ich hätte mich mal irgendwann dazu geschüttelt…im PC69 vor laaanger Zeit…oh, oh…😎

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      • Fragwurschteln Sie nur, ganz frei von der Karfunkelleber weg: Hängt ja kein Bittenichtstören am Kommentarhintertürchen…

        Der Schmerz der Seelenpein ist ein schier unerträglicher und wird gespeist von den finsteren Gedanken, also im Grunde aus sich selbst heraus. Aber weil alles nunmal einen Gegenpol hat frage mich, wenn der Abfall im tiefsten gehortet, bleiben doch die Silbersterne der Lebenslust an der Oberfläche und spenden uns Hoffnungslicht. Es wohnt ja beides in uns, das Gute, wie das Böse. Wenn das Böse sich aus dem Dreck unseres Denkens einen Schatz hortet, umwieviel reiner, edler und wertvoller ist die Pracht der guten Gedanken dann zu messen? Oder schippere ich jetzt gänzlichst abseitige Faktoidflußwege?

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      • Nein, Sie sind den Gedankenfluss lediglich ein gutes Stück weiter heruntergefahren. So eine Reise ist doch immer etwas wohltuendes.
        Feine Gedanken und ich danke fürs Denken und Herumschippern.

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      • Fein, daß Sie mitschipperten, mein Lieber. Und die Karfunkelfee ist ein wundervoller Lotse, so deucht es mich. Ich danke Ihnen für Ihre Denkapparaturanschmeißerey, das Bild vom Gedankenmüll, das bleibt mir jetzt. Schönstabendbewünschung, Ihre Frau Knobloch.

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