Aufwachen 2

Noch im Aufwachen spürte er die Veränderung.
Der Fernseher lief noch,
anstelle von Programmen nur das stumme graue Grieseln und Rauschen.

Das Wirbeln der kleinen Punkte war träge und langsam,
die Photonen, der feine Lichtstrahl, der sie zu seinen Augen trug,
kroch auf ihn zu.

Im Zwischenraum der Existenz,
dort war er angekommen und dort lebten sie.

Er sah sie und anders als das Licht, das eine kleine Ewigkeit brauchte,
dass den ganzen Raum mit seinen langsamen Strahlen zu unterteilen schien,
bewegten sie sich, wie er, in normalem Tempo.

Sie waren so anders, die, aus dem Zwischenraum.
Sie lebten im Schatten, nein, sie waren der Schatten.
Er sprach sie an und sie antworteten.

Sie lebten in der Lücke, die zwischen zwei Gedanken besteht.
Die Lücke, die stets, selbst wenn man konzentriert etwas durchdachte, existierte.

Sie waren die leeren Denkzyklen,
der Zwischenraum und sie strahlten.
Und während das Licht auf ihn zuglitt, fest, wie ein feiner Pfeil oder eine Nadel,
fragte er sich, ob es, wenn es ihn treffen würde, weh tun würde.
Ob es weh tat, wenn man einen Schatten warf?

Vielleicht war es mit dem nun langsamen Licht, wie,
wenn man die Dusche auf feine Wassernadeln stellt, die stechen, die die Haut reizen.
Stellt man den Wasserschwall auf sanft,
so streichelt er die Haut, wie das warme Morgenlicht, wenn man den Sonnenaufgang miterlebt.

Mit Neugier und wenig wachsender Angst empfing er die ersten feinen Nadeln aus Licht,
sah, wie sie Vertiefungen in seiner Haut, kleine Krater erzeugten und dann,
durch die Elastizität immer weiter verlangsamt wurden und schließlich inne hielten.
Er blickte hinter sich, sah die Schatten und er lächelte.

Er sprach seine Wahrnehmung aus,
die Schatten hörten aufmerksam zu,
waren konzentriert, etwas so Langsames verstehen zu wollen und sie nickten bedächtig,
im Gleichklang mit ihm.

Im Moment des Verstehens, dass seine Schatten die Träger seiner Weisheit waren, sie so viel mehr in Gedanken verweilen konnten, die schnell wie das Licht an ihm selbst vorüberzogen, lag Frieden und Beruhigung, lag wohltuende Erkenntnis,
nicht alleine zu sein.