Traumlos erwacht

Kopf voller Träume.
Und doch, jetzt, im Wachen, leer.
Bilder, Momente, Fragmente. Ohne Bedeutung. Nicht zu greifen, Verflogen im Wach.

Wie Saat, die nicht aufgehen will, wie Regen der vergebens fällt, auf Boden aus Stein sinnlos verrinnt, so ist der Traum vergebens geträumt.

Sinn, der sich nicht erschließt, ist sinnlos.
Ich will es greifen, mit den Händen, mit dem Verstand.
Der Gecke, krumm auf breiter Schulter hockend, lacht schallend mir ins Ohr.
»Naiv!” so geckert es, “Du armer!”, lachts und kippt vornüber weg. Verschwindet, nur um aus der Ferne weiter Hohn zu sprechen.
Der Ferne, in der auch Traum und Sinn verschwunden sind.

Am Morgen, wenn der Traum verweht, wenn Wach dem Schlaf die Zeit zum Werden raubt, wenn Glieder matt erhoben, in Mühe Wörter ins das Weiß gravieren, da will ich mehr als bloßes Sein, da will ich Sinn und nicht Verstand.

no sense

6 Gedanken zu “Traumlos erwacht

  1. Das gefällt mir sehr, meine Antwort :

    Blau, blaue Flure, Träume blauen ins Blau hinter geschlossenen Türen der Geck, springt er auf deine linke Schulter, blau, ins weiß ?

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  2. 1) Da lob ich mir meinen Traum von Silvester Stallone…
    2) Manch ein Sinn erschließt sich dem Verstand nicht, was nicht bedeutet, dass er nicht existiert.
    3) Der Geck weiß schon, warum er das Weite sucht! Weil er in der Nähe Gefahr läuft, durchschaut zu werden.
    4) Jo, ich weiß. (Auch wenn mein Bild dazu kein Flur mit Türen wäre.)
    5) Manchmal ist bloßes Sein kaum zu ertragen.
    6) Wäre ein Traum vergebens geträumt, mir scheint, es wären auch Leben umsonst gelebt. Aber da halte ich an 2 fest, auch wenn ich das manchmal unter Toben, Tränen oder Trotz mache.
    7) Wunderschön beschrieben. Ja. Immer wie… bekannt.

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    • Danke..
      beinahe wäre ich sprachlos geblieben, ob des wortgewaltigen Kommentars…
      und danke für die B-Movie Referenz.
      Das Bild schien mir passend, keine Tür gibt Hinweis, was sich hinter ihr verbirgt und das war wohl damals, am 23.12.13 der Gedanke…

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      • Ich finde das Bild auch passend. Es wäre nur nicht meines.
        Was ein B-Movie-Männlein in meinen Träumen macht – ich will nicht zu viel darüber nachdenken. Fast hätte ich dem kleinen Rambo noch aus der Patsche helfen müssen.
        Wortgewalt?
        Ich finde deine Wortbilder beeindruckend. Dagegen habe ich nur ein bisschen Mut zusammengekratzt und mich getraut, meine Assoziationen aufzulisten.

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