Das erste Kapitel

Wenn ich ein Buch wäre, dann wäre es wohl ein ziemlich dickes Buch und das erste Kapitel wäre, natürlich, wie vorhersehbar, eine Einführung.

Das Ziel soll sein, dass der Leser, die Leserin, einen Einblick in meine Gedanken, die Art zu Denken, wie ich meine Umwelt wahrnehme, ja, eben solche Dinge, bekommen kann.

Du, denn solche Zeilen sind immer an ein Du gerichtet, auch wenn das Du manchmal ein Ich ist, würdest diese Zeilen zuerst neugierig überfliegen und dann gibt es zwei Möglichkeiten.

Du legst das Buch enttäuscht weg, nimmst es vielleicht später noch einmal zur Hand, nur um festzustellen, dass sich die Zeit mit diesen Zeilen nicht gelohnt hat.
Oder, und das ist ebenso gut möglich: Dir gefällt der Stil, der Inhalt, die Wahl der Worte und die Art, wie die Absätze voneinander getrennt werden, weil es ein guter Stil ist oder zumindest ein origineller.

Das Buch, das erste Kapitel, dass Du da liest, ist kein einfaches Buch, keines, dass man schnell mal eben durchliest und dann, vorhersehbar, wie es eben war, in zwei, drei Sätzen zusammenfassen kann.

Das Buch hat seine finsteren Seiten und mit wohl gewählten Worten wird da so mancher Abgrund aufgetan.

Doch da sind auch heitere Stellen, voller Schönheit und Liebe zum Detail.
Die demjenigen, besser, weil es an Dich gerichtet ist, auch zeigen würde, dass da jemand mit viel Hingabe das Kleine feiern kann, sich sehr wohl auch freuen und begeistern kann, mit strahlendem Blick versucht, so etwas großes, wie Freude in kleine Worte zu verpacken.

Da schreibt nun einer ein erstes Kapitel und die Gefahr ist stets groß, dass kein Zweites folgen wird.
Die Geschichte wird nicht erzählt, nicht erlebt, nicht aufgeschrieben.

Aber das Risiko muss sein, denn ein Anfang ist stets ein guter Beginn.
Dem manchmal doch nur ein Ende folgt.
Was soll es sein?
Wie geht es weiter?

lorem

4 Gedanken zu “Das erste Kapitel

  1. Coole Einführung.
    Hast Du auch schon einen…Klappentext…😉?

    Als ich begann mit meinem Buch, wusste ich nicht wie ich anfangen sollte. Damals gab eine Schriftstellerfreundin:
    Wenn Du jetzt noch keinen richtigen Plan hast, dann schreib einfach los, egal, sagte sie. Schreib das Ende zuerst, schreib alles, was sich dem Buch zugehörig fühlen möchte.
    Sammele es, archiviere es, lagere es extern aus, schau es nicht mehr an, wenn es Dich quält. Behandle es grad so, wie…jemanden…
    Das mach ich.
    Es wächst sehr sehr langsam und manchmal denke ich…wer liest das je?
    Ist es gut oder schlecht?
    Was wird es?
    Keine Reflektion, kein Mentor, kein Lektor.
    Irgendwann brauch ich einen.
    Dann…versuche ich jemanden zu finden, dem ich genug vertrauen kann, der vielleicht mir helfen kann, es zu beenden, eine Form festzulegen, der mit mir textarbeitet.
    Solche Menschen sind nicht in Gold aufzuwiegen, so wertvoll stützen sie den Autor im Schreibprozess.

    Der Anfang, ein erstes Kapitel, ist genacht.
    Erklärt dem Leser noch, jetzt kann es weiter frei fließen und der Leser ist egal, völlig egal…
    nur Du zählst noch und das, was eine Form findet, die frei ist und sich von allem löst, vor allem aber…
    von den anderen…

    Nur so als ein Beispiel, wie ich es mache…

    Ok. Jetzt der praktische Teil.
    Wann sagtest Du noch gleich, wird das Buch fertig sein?
    Wieviel Seiten pro Tag?
    Rabotti, rabotti…😅
    Ich bin gespannt und hoffe, dem ersten Kapitel folgen zwei, drei, vier…usw.usf.

    Liebe Grüße und gewogene Musen
    wünscht die Karfunkelfee

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  2. Für mich sind Sie ein schwerer, ledereingebundener Mittelalterroman. Nicht der Pseudokitschscheiß à la Wanderhure, nein, ein wuchtiger, manchmal brutaler Reinziehwälzer, sorgsam recherchiert vom Verfasser und mit ordentlichem Quellverweis. Mit Feinblick fürs Detail bei der Beschreibung der Szenerie, und stellenweise so rasant in der Handlung, daß man den ganzen Tag verliest. Als Lesezeichen nutzte ich für Sie eine glänzende Rabenfeder.

    Mmmmh, bisher habe ich bei Bloggern immer Musik vernommen oder sie als Baum gesehen. Nun als Buch. Spannend, mal sehen, wie ich andere Blogger erkenne. Danke für diesen Input. Stellt sich die Frage, was für ein Buch wäre ich? Hoffentlich kein Groschenroman…
    Herzliche Grüße, Ihre Frau Knobloch. Ach so, ehe ich es vergesse: Sie lägen in meiner Bibliothek auf dem Immerlesetisch sicher neben Eco, Falcones und Grangé. Und zum Lesen tränke ich wohl einen süffigen Dunkelrotwein.

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  3. Ich habe gerade zum ersten Mal meinen Weg hierher gefunden, quasi das Buch zufällig in die Hand genommen und betrachte es vorsichtig und neugierig. Ich bin gespannt, worauf ich hier noch stoße, wenn ich mich einlasse und zu lesen beginne.

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