Ein Stock

Liebe Candy, http://candybukowski.com/ danke für den Stock.

Womit assoziiere ich Stöcke?
Schmerzen, Prügel, Kindheit, selten etwas praktisches.
Aber gut, dieser hier ist anders, der Stock ist einer von den Guten und die Schmerzen sind gut und Prügel gibt es keine und eitel wie ich nunmal bin, verwende ich ihn als Aufhänger zur Selbstreflektion.

Die großartige Candy, deren Buch, leider leider noch unsigniert bei mir sein Dasein fristet, hat mich für den

onelovelyblog-300x172nominiert.

Da ich es nicht besser als sie in Worte fassen kann, mopse ich mir die Beschreibung von der Frau Bukowski, Sie wird es mir hoffentlich nachsehen:
Es geht darum 7 Fakten über sich selbst zu benennen, was sehr viel spannenden Spielraum gibt und anschließend 7 weitere Personen zu nominieren. Ok. Hier also 7 ungeschönte Fakten über mich:

Die Seele

Ich habe die Seele eines Reptils.
Sagt man mir nach; weiß ich mittlerweile selber.
Kalt, hart, eben seelenlos.
Pflege ich das? Nein, nicht wirklich.
Bin ich nur Opfer dieses Umstandes? Nein, nicht wirklich.

Manchmal bin ich mehr als nur Reptil,
dann bin ich Fisch, Bär, Wolf, Elefant.
Groß, mächtig, auf der Jagd, nie vergessend.
Die guten Seiten?
Behalte ich für mich. Leider und das viel zu oft.

Der Mann

Oh heiligstes aller Wesen, neben der Frau. Sieht mich jemand lächeln?
Wie sehr der Mann in mir nach außen drängt wurde mir erst klar, als die liebe Pharmazie mir die Männlichkeit raubte und mich dafür mit ein paar Kilo mehr auf den Rippen versuchte, zu entschädigen.

Das mag nun oberflächlich sein, für sie und für Sie vielleicht, aber nicht für mich.
Das war dann wohl der Vorgeschmack auf die 78 oder wegen mir 93, aber nicht heute, nicht jetzt.
Das muss auch anders gehen.

Die Vision

oder der Traum oder Der große Wunsch oder eben: Das Leben.
Leben ohne zu arbeiten, weil Arbeit nicht mehr als solche wahrgenommen wird.
Weil Schreiben, Photograpieren, die Musik, die ich seit einigen Wochen wieder mache, im kleinen blau und rot leuchtendem Zimmer nur das Gefühl der guten Art erzeugen.
Diese Vision muss es sein, weil sitzen im Café, den Rechner, die Kamera, den Block und den Stift zur Hand, nun so viel angenehmer ist, als das Büro und acht bis fünf.
Das Ziel ist definiert, nur der Weg dorthin ist mir nicht klar.

Der Weg

Was ich tue auf diesem Weg, lässt mein Herz schneller schlagen, macht die Pupillen groß und malt hektische rote Flecken in mein Gesicht, weil die Begeisterung, zu tun, zu machen, zu schaffen, daran herum zu feilen, der Lohn für den Weg ist.
Den Weg habe ich lange gesucht und ein wenig stolz und eitel bin ich, ihn gefunden zu haben und mit scharfen Zähnen, spitzer Feder und frechem Mundwerk zu verteidigen.

Das Auge
sieht und sieht alles und mehr als ihm manchmal lieb ist und will doch nie weniger sehen.
Die Schleusen sind immer geöffnet und es kommt, was kommt, ich lasse es ein, lege es weg, schlampig verpackt und später, wenn es etwas ruhiger ist, hole ich das kleine schmutzige Paket heraus, und betrachte aus allen Winkeln, was da eingefangen wurde.

Die Hand

berührt, spürt, verführt und manchmal auch stößt sie zurück, schiebt von sich, was bleiben will.
Die Hand hat nie wirklich schwer gearbeitet, die Glieder sind fein und voller Empfindung und es schmerzt mich wehleidiges Stück sehr,wenn Profanes geöffnet oder Schweres gehoben werden soll.
Die Hände wollen schreiben, die Hände wollen Tasten drücken,
sie wollen berühren, was es zu spüren gibt und der leiseste Druck wird noch empfunden.

Das Herz

ist eine Mordwerkzeug und eines der durchtriebensten Art.
Es ist ein Netz, fein gesponnen und wer sich darin verfängt wird mitgerissen,
muss mit den Armen schlagen, um nicht unterzugehen und es dauert lang, so lang, bis die Freiheit einen wieder hat.
Die Jahre haben Spuren im Herz, im eigenen und in den Herzen der anderen hinterlassen.
Da schreibt einer, dem sollte man lieber nicht in verfänglicher Stimmung begegnen, da ist einer Lamm und Wolf und später dann Aasvogel und Dämon und was der verschlingt, das wissen wir alle, doch im falschen Moment, da vergessen wir es und das Mahl beginnt und beginnt wieder und von Neuem.

Wem werfe ich diesen Stock jetzt zu?

https://ifuckedyourboyfriend.wordpress.com/

http://schlechtersexunddosenbier.wordpress.com/

https://lilasumpf.wordpress.com/

http://susannehaun.com/

https://knowyourgods.wordpress.com/

https://hundstrueffel.wordpress.com/

was wieder mal beweist, dass ich nicht zählen kann….
Ich bitte um Nachsicht.

12 Gedanken zu “Ein Stock

  1. Sie können nicht zählen? Nun, meiner Neigung (und meinem Namen) folgend, könnte ich versucht sein, mir das Stöckchen, einmal gefangen und gebracht, vorher gut durchgekaut, ein zweites Mal zum Fassen, Holen und Durchkauen werfen zu lassen. Dann wären es sieben und die Rechnung stimmt.
    Ganz so poetisch wie bei Ihnen mag es da nicht zugehen. Ich überlege……
    Freundlichst
    Ihr Herr Hund

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  2. Hier stellt sich ein ganzer Mensch vor.
    Das ist mutig und offen.
    Schattenseiten hat jeder.
    Indem er sein Wissen um sie weitergibt, ermöglicht er anderen eine freie Wahl.
    Ich wünsche Dir lichte Reflektionen und dass Deine hellen und poetischen Seiten auch wieder textlich bildlich Ausdruck finden, genauso wie Dein Humor.
    So viele Facetten hat der Mensch.
    Die hellen wie die dunklen und es wäre schön, diejenigen strahlen zu lassen, die strahlen sollen, eine Führung darüber zu erlangen.
    Es ist der Ritt auf dem Drachen.
    ‚Doch man kann viel lernen von aller Art von Biest‘
    (Dracula, Van Helsing)

    Es lebt in uns allen.

    Viele liebe Grüße
    von der Karfunkelfee

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  3. Vielen Dank für die Nominierung … die ich dennoch dankend ablehne. Ich war bereits nominiert für diese Monstrosität und würde ich das nochmal machen, wäre meiner ja ein ‚One twice-as-lovely Blog‘ (oder so). Das geht nun wirklich nicht!

    Entsprechende Details sind hier zu finden:

    https://knowyourgods.wordpress.com/2014/12/07/oh-how-lovely/

    Ansonsten bleibt mir nur zu sagen: Die armen Reptilien. Kommen schlecht weg mit ihrer kalten, harten Seele. 😉

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