Der Reiz der Dinge

Die erste bekam ich mit sechs oder sieben.
Sinnigerweise und so passend, eine Pink Floyd Scheibe, Ummagumma oder Relics, daran erinnere ich mich nicht mehr. Beide habe ich in dem Alter bekommen und auch angehört.

Mein Vater hat Elektrogeräte repariert und abgehalfterte Plattenspieler kamen zu mir. Danke dafür.

Dann kam eine Heino Platte, ich bitte um Verzeihung, dafür übernehme ich nicht die Verantwortung.
Es kamen K-Tel und Arcade Schlagerplatten und zahllose Europa Märchenplatten, ich erinnere mich an den kleinen Muck und die kleine Hexe, die war aber nicht von Europa.

Mein Bruder hatte, aus welchen Gründen auch immer, er hat keinen Musikgeschmack, eine Udo Lindenberg, die mit Riki Masorati und eine Kraftwerk Platte, Radioaktivität, da war ich 10 oder 11, ich hab sie mir stibitzt und die ist noch heute im Plattenregal, mitsamt einem, der sechs oder acht Radioaktivitätsaufkleber, noch nicht abgezogen, quasi jungfräulich.

Dann die 80iger, Punk Singles von den Marionetz, einer Münchner Punkcombo, John Foxx, das Metamatic Album, er,der erste Leadsänger von Ultravox, bevor Midge Ure den Part übernahm und immerhin, ein zeitloses Album, Vienna haben sie dann hinbekommen. Conny Plank hat’s produziert, Kraftwerk und David Bowie standen Pate.

Und dann waren da die Schallplatten, die einen anderen Reiz ausübten, den des Blickes auf etwas, noch vermeintlich Verbotenes, der ersten verstohlenen Blicke, auf das, was das Leben sonst noch inpetto haben würde. Und bitte reichlich davon.

Jazz, das Queen Album, in dem haufenweise nackten Mädels mit vorzüglichem dick Arsch und entblößter Brust vorbei radelten.
Im beiliegendem Poster, extra groß. Queen sei es gedankt.

Ein besonderer Genuß war Herp Alperts Whipped Cream & Other Delights.
Frühe Vorboten von Lust und Fetisch möchte ich meinen.

Donna Summer, die ewig Prüde.
Hier wohl das “Opfer” der Plattenindustrie oder eben die Zeit vor der Prüderie. Wer weiß?

Madhouse, zwei Alben gab es, das erste „8“ betitelt, mit 8 durchgeknallten Jazzfunknummern, von Prince und seiner damaligen Hausband höchstpersönlich eingeklopft und „16“, das zweite Album, mit nicht minder pikantem Cover und eben so rasendem Sound.

30 x 30 cm.
Was für eine Projektionsfläche.

Abraxas, von Santana, vermutlich nicht nur wegen Samba pa ti ein Verkaufsknaller.

Call me Chauvinist, aber es war immer etwas Besonderes, wenn schöne Frauen Plattencover verzierten.

Millie Jackson! Beinahe hätte ich sie vergessen, da war dann nicht nur das Cover zotig.

Und bitte, es fragt mich keiner, wie sich Elvis da hineingeschmuggelt hat. Elvis the pelvis…

Und bei all den genannten Alben ist die Musik nicht Beiwerk gewesen, sie war stilprägend, aufregend,
lief Tag und Nacht und ist noch heute Stoff für die guten Erinnerungen an eine Zeit, die auch Düsteres mit sich brachte.

5 Gedanken zu “Der Reiz der Dinge

  1. Tja, Jahrzehnte lang war ich ohne Ahnung, heute hab ich nachgesehen was Ummagumma bedeutet…
    Das nur mal so am Rande. Soll einer sagen, Bloggen bildet nicht.
    Ummagumma, was bin ich gebildet!
    🙂

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