Atem holen

Fragmente einer Nacht.

Ich kann Dir nur der sein, der ich bin.
Wer ich bin, weiß ich nicht.

Wir sind Behälter, aus feinem Porzellan.
Unachtsamkeiten zeichnen feine Risse über das Weiß.

Im Versuch, der zu sein, der ich nicht bin,
liegt das Scheitern.

Im Versuch, der zu sein, der ich bin,
die Suche.

Im Tun liegt Kraft, im Scheitern der Wille zur Veränderung,
das Lernen, der Fortschritt, die Weiterentwicklung.

Und so wird getan, was getan werden muss.
Wieder und wieder und wieder,
weil Scheitern nicht Stillstand ist,
nur Pause, Unterbrechung,
Atem holen.

Guten Morgen, Welt.

11 Gedanken zu “Atem holen

  1. „Im Tun liegt Kraft…“ Ja und zwar sowas von ja! Zeilen, die ich hier gerne lese. Und das Bild, da fehlen mir dann mal die Worte. Aufsteigendes Augenwasser muß als Dank gereichen. Herzlichst, Käthe.

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