Weil die Frage nach dem Warum aufkam


an anderer Stelle, im about…

Der Versuch, einer Antwort:

Ich suche, ich ahne, ich kreise.

Noch recht erfolglos um die Situation, den Fakt, ein wenig auch um die Leere.
Jemand, den ich noch immer schätze hat geschrieben, wenn ich nicht schreiben würde, ginge es mir besser.
Also wird es mir auch besser gehen, wenn ich nicht schreibe?
Die Frage muss ich nicht wirklich beantworten, nicht wahr?

Zwischen der Lust, es nicht sein lassen zu können oder zu wollen, steckt auch viel scheitern.
Ich habe Bilder veröffentlicht, viel banales, manche, die ich sehr spannend fand.
Die Masse macht sie alle gleich.
Das Selbe passiert mit den Texten, unabhängig, ob ich mir das Fleisch von den Knochen schabe oder Leichtigkeit mit Bentley geschrieben habe, bemessen wird die Anzahl und Qualität der Kommentare. Und die machen alles gleich.
Am Ende ist alles gleich erfolglos oder erfolgreich. Wenn alle alles toll finden, kann es genau so gut auch schlecht sein.
Echte Kritik kam so gut wie nie auf, das mag viele Gründe haben, es ist, wie es ist.

Ich habe mal einen Text veröffentlicht, der nur aus Blindtext bestand, Lorem Ipsum.
Das ging dann so weit, dass einer der Leser versucht hat, das Pseudo Latein zu übersetzen.
Das ist dann schon irgendwie erschreckend, weil ich befürchten muss, dass Ironie nicht ankommt.
Das macht mich traurig. Auch.

Ich habe mich an Hörtexten, Musik, Fotografien, Schreiben über das Denken, tiefste Wahrnehmung meiner Selbst, ein wenig SciFi und Dystopie versucht, mehr oder weniger erfolgreich. Am Ende immer fast alles gleich. Unter dem Aspekt der Bewertung.
Nicht sehr aussagekräftig, nicht sehr glaubhaft.

Die Ausnahme, mit erschreckend positiver Wahrnehmung wären vermutlich Katzenbilder gewesen.
Ich habe dem Drang widerstanden und einen Katzenblog mit wenig Fotos gemacht.
Gnä Frau verdient mehr als die paar Einträge, auch hier: scheitern.
Anmerkung: Es geht ihr gut.

Mal sehen, ob ich es wirklich lassen kann, ob mir eine neue Idee kommt.
Vielleicht versuche ich, eine Bezahlschranke einzubauen,
so wie man ein Visum braucht, um in merkwürdige kleine Länder zu reisen.
So müsste man hier einen kleinen Obolus entrichten.
Es kostet mich viel Geld, mir das Fleisch, dass ich mir entreiße wieder anzufressen.
Wer mag, darf an der Versorgung teilhaben.. 🙂
Der würde es dann auch ernst meinen und nehmen. Vielleicht.
Ideen über Ideen.

So wie die Idee, diese Antwort als Beitrag und nicht als Kommentar zu veröffentlichen….

34 Gedanken zu “Weil die Frage nach dem Warum aufkam

  1. Hmm … Zwei Gedanken:

    1.) Bloggst Du für Dich oder für „uns“?
    2.) Das, was Dir fehlt – Kritik, Auseinandersetzen, Kommentieren, Loben – machst Du das auch? Bei anderen Bloggern, die sich ihr Fleisch vom Leib schreiben? Ihre Seele offenbare? Dürstend nach Anerkennung und Aufmerksamkeit?

    Das Bloggiversum ist wie Ebbe und Flut … Mal zieht zurückziehen, mal alles überschwemmend… Aber immer da … 🙂

    Das Sternchen ist schnell gedrückt, kommentieren, Feedback geben dauert. Kein Feedback bedeutet nicht zwingen Unverständnis oder keine Anerkennung.

    Aber wenn es Dich unzufrieden macht, wie es ist? Oder wenn es Dich nicht glücklich macht?
    Ja, dann musst Du das für Dich ändern.

    Und ich hoffe mal, dass ich den Beitrag richtig gedeutet habe 🙂

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    • Es ist ein Ungleichgewicht und das macht mich nachdenklich. Bloggen scheint ein Deal zu sein, nach dem Motto, magst Du meines, mag ich deines. Das entspricht nur in geringem Maß meiner Vorstellung des Publizierens. Die Plattform ist eine Handelsplattform. Mit gelegentlich großartigen Inhalten. Wobei mich in erster Linie literarische Inhalte interessieren, wie sie ein Glumm, ein Disputnik, eine Candy Bukowski veröffentlichen. Die reizen mich, die fordern Auseinandersetzung, wecken mein Interesse.
      Und da ist er wieder, der Wunsch, es in Zukunft anders machen zu wollen.
      Ohne Ahnung, was es werden soll.
      Danke für deine Worte.

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      • Ich denke es etwas anderst. Bloggen ist weder Deal noch ähnliches für mich. Und wenn man von den Lesern zu viel erwartet wird es eine seltsame Krampfnummer

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      • Da hast Du natürlich Recht. Ich zensiere nicht. Manchmal denke ich mir, es wäre sinnvoller, den Dialog vollkommen von der Plattform zu entfernen. Vielleicht ist das ein Ansatz. Meine Emailadresse ist im „about“ zu finden. Hmmmmm……

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      • Auch hier wieder ein paar Gedanken:

        1) Handelsplattform
        Nein, nicht zwingend. Kommunikationsplattform? Schon eher. Ich kommentiere nicht, um des Kommentieren willens, sondern dann, wenn ich etwas zu sagen habe (wie jetzt). Oft kann ich genau zu so literarischen Texten nicht viel sagen, außer „gefällt mir“ oder „gefällt mir nicht“ – eine kritische Auseinandersetzung mit dem Schreibstil oder dem Handwerk möchte ich mir nicht erlauben… wer bin ich denn?
        Wenn Du es als Handel empfindest, dann weil Du es eben so empfindest – aber warum ist dem so? Wenn Du ein Buch kaufst und liest, was machst Du dann mit den Gedanken zu diesem Buch?
        Ich lese z.B. Deine Sachen ohne zu Erwarten oder davon auszugehen, dass Du meine liest… 🙂
        Denn dafür schreibe ich nicht.

        2) Wenn Du mehr Feedback wünschst, dann liegt es vielleicht auch mit an Dir, dies einzufordern oder aber die „Plattform“ dafür bereitzustellen… Vielleicht bin ich ein hoffnungsloser Optimist und ein Träumer, aber ich glaube, dass Du das, was Du suchst, hier finden kannst… 🙂

        Ich würde es für Dich wünschen, aber ein kleines bißchen auch für mich 🙂

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      • Damit machst Du die Hürde nur höher, nicht niedriger… Du musst die Tür aufmachen und nicht zu sperren, wenn Du Interaktion und Kommunikation möchtest… Die Hand ausstrecken, nicht wegschlagen 🙂

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      • Der Herr F. hat in den vergangen 20 Monaten 1141 Kommentare geschrieben, hier und an anderen Orten. Das war ziemlich genau ein Drittel aller Kommentare, die hier entstanden sind. Das war dann wohl mehr als der kleine Finger, oder? 🙂

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      • Wenn Du das SO rechnest, dürfte ICH hier garnicht kommentieren? 😉

        Bei mir bist Du als Kommentator nicht aufgetaucht, dennoch kommentiere ich bei Dir? 😉 Macht mich das zu einem schlechten Handelspartner? 😉

        Persönlich gesprochen empfinde ich es diese Aussage al „Ich bin wohl nicht Deine Zielgruppe … es reicht nicht, dass ich lese und like…“ 😉
        So denke ich gottseidank nicht. Denn dann wäre mein Bloggiversum verdammt klein und starr. Aber weil ich eben nicht so denke, wächst es, ohne, dass ich dafür das Gefühl habe kleine Finger verteilen zu müssen. 🙂

        Am Ende ist es Deine Entscheidung und wenn Du unzufrieden bist, mit dem, was DU hier hast und findest… Dann ist dem so… und dann kann keiner von Außen Dich vom Gegenteil überzeugen. Leider 🙂

        Am Rande noch notiert: Ich z.B. gehöre definitiv zur Supporter-Riege. Ich kaufe (Sprich – ZAHLE) für die Bücher der Blogger, denen ich folge. Nicht eines habe ich als Rezensions-Exemplar in Anspruch genommen. Ich mache bei den Crowdfundings hier mit, weil ich daran glaube, dass Menschen Ihre Träume verwirklichen können. Und weil ich an die Gemeinschaft glaube.
        Und weil ich den Mut derjenigen bewundere, sich diesem „Messbaren“ auszusetzen. Wieviel ist anderen Ihre Kunst wert? Ich finde, dass dieser Mut entlohnt werden sollte. Deswegen mache ich bei sowas immer mit.
        Würde ich eine Paywall oder ein Lese-Abo bezahlen? Eher nicht. Würde ich auf einen Flattr-Knopf drücken? Jawoll, würde und habe ich bereits an anderer Stelle.

        Vielleicht ist das Dein Weg? Vielleicht ist es ein Anderer.

        Ich bleibe dabei, dass ich es schade fände. 🙂

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      • Grade in meiner Blogroll aufgetaucht, passt ja irgendwie zum Thema:
        http://www.lilies-diary.com/erfolgsrezept-beim-bloggen/

        Aber – vielleicht bist Du eben – wie MrsMcH von Palpitationen.com immer von sich sagt – Kein Blogger ?

        Vielleicht gibt es eben einen Unterschied zwischen „Kunstblogs“ sei es Schrift, Bild, Ton… Und Persönlichkeitsblogs – Tagebuch, Mono-Thematisch etc

        Dann ist ein Blog vielleicht die falsche Plattform 🙂

        Dann lass uns aber wissen, wo wir Dich finden und entlohnen können 🙂

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  2. Bist Du Dir Deiner selbst und (der Qualität und Bedeutung — selbst wenn er die nur für Dich haben sollte und von anderen, Blinden! eben nicht erkannt wird) Deines Outputs so unsicher? Bist Du soweit abhängig von Schmeichelei, Hoffahrt und Beweihräucherung? Stehst Du, steht das von Dir Geschaffne nicht zuvörderst da als Angebot an Rezipienten, zu rezipieren — ist die Pflicht zur Rückmeldung dabei?

    Der Künstler — und ein solcher bist auch Du für mich — schafft, was er schaffen muß und schert sich einen Scheiß darum, daß sein Schaffen nicht genügend Aufmerksamkeit bekommt. Stell Dir Beethoven oder Newton (Helmut!) oder Kandinsky vor, die gehandelt hätten wie Du …

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    • Ja, einen Scheiß. Schön wäre es. Es ist die Banalisierung, die mir da manchmal zu schaffen. Es ist, wie gesagt, vielleicht nicht der richtige Ort, WordPress so wenig, wie jede andere Blog- oder Internetplattform.
      Den Wert, dessen, was ich geschrieben habe, bestimme ich selbst und das ist der Grund für die Distanzierung vom Blog.

      Danke für die Auseinandersetzung!

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  3. Geht es denn nur um das Geldverdienen dabei? Oder dass es nur lohnenswert erscheint, wenn möglichst viele es lesen?
    Ein Leser ist vielleicht einer, der sehr viel anfangen kann mit dem, was er liest. Einer, für den ein Text von dir ein Geschenk ist? Kann vorkommen, oder…?
    Andere übersetzen etwas, weil sie kein Latein lernten – sie versuchen es jedoch, weil sie etwas anderes vielleicht richtig gut fanden und gern dahinterkämen, was du sagen willst mit dem neuen Text (Lore Ipsum).
    Schreib weiter.
    Das mit dem Kommerz kommt dann später von alleine.

    Das Gefühl mag wichtig sein, es zu lassen, wenn es sich nicht gut anfühlt.
    Doch…manches erfordert das Übertreten einer unangenehmen Schwelle und entpuppt sich dahinter als ein erfüllendes immer weiter wachsendes Gefühl…

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    • Ne, es geht nicht nur ums Geld verdienen.
      Da rede ich von einem Traum, das ist ein schöner Spaß, wie die vierzehn Bentleys, die bei mir im Carport stehen.
      Ich hadere mit der „alles umsonst“ Kultur des Internets. Der Vermassung, dem Untergehen im Einheitsbrei.
      Ich weiß, was ich kann und ich weiß leider auch, was ich nicht kann und nicht ertragen kann.
      Geld verdiene ich (noch) genug. Es langt zum Leben und ein wenig mehr.
      Vielleicht Anerkennung. Unverwässerte.
      Sieben Euro pro Wort. You know 🙂
      Es gärt.
      Und irgend eine braune Brühe wird daraus schon enstehen. Sicher.

      Danke für deine Worte.

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  4. Mit der Kritik ist es so eine Sache. Ich habe mir angewöhnt im Falle eines Nichtgefallens einfach den Mund bzw die Finger still zu halten. Nur wenn jemand meiner Meinung nach groben Unsinn schreibt rühre ich mich. Und selbst dann kann es auch sein, dass ich den Blog einfach abbestelle, da ich keine Lust habe mich zu ärgern.

    Desweiteren ist positive Kritik leichter zu schreiben als negative Kritik. Bei letzterer muss ich besser argumentieren und begründen.

    Ich kann bei Dir aber gerne eine Ausnahme machen und auch schreiben wenn mir Dein Werk nicht gefällt. Deine Entscheidung

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  5. Meines ist ja ein anderer Ansatz. Dennoch, die Gedanken hatte ich selbstverständlich ebenso. Und sie kommen immer wieder.
    Nur, im Moment des Schreibens, für mich allein, nicht in Gedanken an mögliche Wirkung draußen, ist nichts von Banalität im Spiel. Und dabei, ich als mein erster Leser, gelingt so etwas wie Wahrheit: in meinem Fall schmunzle ich selbst.

    Wenn der Ton stimmt, ist es gut. Dann ist das Stück gut. Der Applaus oder sein Ausbleiben trägt nichts Wesentliches dazu bei,

    obwohl das ganz menschliche Schielen danach ein erster Impuls sein kann. Dann aber sollen sie bitte draußen warten und hinter verschlossener Tür im stillen Kämmerchen für sich wird geschrieben.

    Freundlichst
    Ihr Herr Hund

    P.S. Übrigens, ich nehme gerne war, was Sie so nach draußen tragen.

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    • Danke und Ja, der Moment des Schreibens ist der Wahrhaftige und der wichtige. Und er ist, bei all dem Schmerz dennoch Genuss und Stimulanz. Mehr als alles andere. Dem pflichte ich gerne bei. Manche Texte habe sich so rund angefühlt, dass es mir eine Freude war, sie laut zu sprechen, dem Rhythmus zu lauschen und zu vermerken, dass es rollt. Rund ist gut. War es immer, wird es immer sein.
      Hadern ist gut. Diskurs ist gut. Alles das ist ein Teil des Ganzen.

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      • Eines möchte ich noch hinzufügen. Und möglicherweise liegt darin das Übel: der Zeitpunkt des Kommentars. Immer gleich und sofort und dann verschwindet in der Regel der Text.
        Aktualität ist bei literarischen Texten nicht das Wichtigste. Eine Beobachtung ist die, dass im Netz nur sehr sehr selten „ältere“ Beiträge gelesen und dann noch kommentiert werden.

        Die Banalität liegt in der kurzen Aufmerksamkeitsspanne, im Schnell-Schnell, in der fehlenden Dauer. Warum nicht mal eine Woche warten, einen Monat, es sacken lassen und dann kommentieren.

        Weil einem das Gespräch mit der community wichtiger ist als das Gespräch mit dem Autor? So wäre die Community immer eine Momentaufnahme, das Gespräch, das ja möglich ist, erst das Entscheidende.

        Oder so. Ich lass das mal sacken.

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      • Im Grunde hab ich hier nichts zu suchen und lila hat auch eigentlich alles wiedergegeben was auch in meinem Kopf ist.
        Ich versteh dich aber sehr gut, auch wenn mein Blog ein ganz anderer ist, der Einheitsbrei und das untergehen von den Texten, die einem wirklich am Herzen liegen und die sich, wie du ja auch so schön schriebst, rund anhören ist ein grausames Gefühl. Ebenso gut kenne ich das Gefühl, dass viele Blogger mir nur folgen, weil ich ihnen folge. Auch die Sternchensache nervt mich, denn manchmal kommt es mir so vor, dass es schlicht und ergreifend total egal ist was ich schreibe. Sterne gibt’s immer.
        Dein grundsätzliches Problem liegt aber noch anders und ich kann dich gut verstehen. Menschen, die wegen der künstlerischen Seite bloggen und wirklich schreiben können gehen hier oft unter. Leider.
        Ich hoffe, dass du deinen Weg findest. WordPress ist für mich ganz klar eine „andere“ Plattform, bzw nutze ich sie anders, weshalb ich ja auch nicht unbedingt mitreden kann. Trotzdem ist der Austausch immer schön.
        Liebe Grüße

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  6. Chaos und werte Lila haben auch für mich alles gesagt was in meinem Köpfe dazu schwebt. Nur ein letzter Gedanke, der heute Morgen mein erster war….
    Seit ich schreibe, kamen mir 1001 Gedanken und ich meine Texte die des Textes wegen, seinem künstlerischen Aspekt wegen, für mich etwas besonders haben, weiß ich, das es im Grunde jedem so geht, der mit Herzblut bei der Sache ist. Der Designer der ein wunderbares Kleid kreiert, welches nicht all zu viel Zeit später in Billigvariante bei H&M hängt, dem Musiker, der ewig ein Stück komponierte, dem Texter, der Kolumnistin, egal. Jeder der mit Herzblut an einer Sache dran ist, investiert, Herzblut fließen lässt, gibt sehr persönliches von sich. Und, er wird sich immer wieder missverstanden, achtlos behandelt, hintergangen fühlen. Ich weiß was du meinst, fühl ich es bei einigen Dingen ähnlich, aber nur eben ähnlich.
    Ich hätte gern weiterhin Denkfutter von dir…..

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  7. Lieber Oliver,

    ich kann dich verstehen. Im Gegensatz zu mir kreist du allerdings immer mal wieder zu dieser Auseinandersetzung zurück.

    Du schreibst seltener als ich, dafür häufiger mit „mehr“ in deinen Texten, als meine das haben. Du selbst sagst, du liest vor allem Texte von Glumm, Candy und Disputnik – alle drei schreiben vor allem längere Texte, für die man sich Zeit nehmen muss.

    Wieso wagst du nicht ein anderes Herangehen? Wenn du möchtest, dass wir uns genauer mit deinen Texten auseinandersetzen, wenn du Rückmeldung haben willst, dann fordere doch am Ende eines Artikels Meinung ein. Das wird dann vielleicht nicht zehn Kommentare ergeben, aber die Leute, die bis zum Ende gelesen haben, werden sich beim Lesen Gedanken gemacht haben, die du ja dann auch abrufen könntest.

    Ich glaube, dass viele Leute Blogtexte gar nicht wirklich lesen. Und oft auch nicht bis zum Ende. Da hat man dann 25 Likes bei einem Artikel, der 15mal angeklickt worden ist. Um ihn ganz zu lesen, muss man ihn aber anklicken. Das ärgert mich. Andererseits sehe ich Bloggen als Plattform und freue mich einfach über jegliche (ausformulierte) Rückmeldung, die ich kriege. Das sind, egal, wie viele, immer noch mehr Rückmeldungen, als wenn mein Text in der Schublade verschwindet.

    Am liebsten würde ich dir einen Literaturkritikzirkel anbieten. Also z.B. dass jeder sich einmal die Woche Zeit nimmt auf dem Blog des anderen wirklich zu stöbern und dann ganz bewusst und gezielt eine Meinung zu neuen (oder alten) Beiträgen hinterlässt. Ich glaube, das fände ich spannend.

    Lieber Gruß
    Stefanie

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  8. Großartige Debatte, es ist ein Vergnügen, sie zu lesen. Faktoid, ich kann nicht sagen, dass ich deine Ansicht teile, jedoch auch nicht das Gegenteil. Dafür verstehe ich nicht genug, wenn ich deinen Beitrag lese. Aber ich weiß, was seit Jahrzehnten in meinem Kopf (und vermutlichen in vielen Köpfen Kreativer) stattfindet: die Liebe, der Drang zum Erschaffen kämpft gegen die Sucht nach Anerkennung (Ruhm und Geld). Und ja, mich haben abgewiesene Texte, nicht-gewonnene Preise vor einigen Jahren einmal davon abgehalten, weiterzuschreiben. Das Traurigste, was ich tun konnte. Das Beste war es, zurückzukehren.
    Zu WordPress: Es gibt so viel unentdecktes Talent und so viele Falsch-Versteher, so viele Klick-Supporter und so viele Katzenliebhaber. Aber es gibt auch die anderen.
    Vielleicht wird irgendwann einer von uns entdeckt und bekommt die Anerkennung, die er verdient. Die Diskussion auf Augenhöhe, mit Gleichgesinnten, die ihn verstehen. Vielleicht schreiben wir anderen trotzdem weiter. Für die anderen.

    Ich besuche deinen Blog sehr gern und mag deine Texte. Ich konsumiere sie so, wie mir gerade der Sinn steht, mal schnell, mal langsam, mal flüchtig, mal aufmerksam. Ich werde es weiterhin tun und hoffe, dass du weiterhin schreibst. 🙂
    Liebe Grüße,
    SoylaNi

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  9. Eins habe ich nicht verstanden: Weshalb hast du eigentlich diesen Blog? Du hast viel mehr Follower als ich, also sicher eine Menge mehr Klicks als ich. Trotzdem betrachtest du dein Projekt als gescheitert und ich meins als Erfolg.
    Ich persönlich schreibe, weil ich gern schreibe und auch gern veröffentliche, vielleicht werde ich ja „entdeckt“ (träumen darf jeder). 😉 Ich hab „nur“ eine kleinere Leserschaft, die mir aber ans Herz gewachsen sind, zumindest die Kommentierer. Das genügt, so sieht mein Ansatz aus.

    Wie ist das bei dir? Willst du viele Klicks? Dann schreib Massenware. Mach eine Zielgruppenanalyse. Mach PR.
    Willst du viele Kommentare? Schreib kontrovers, trotzdem verständlich, möglichst witzig, kommentiere bei anderen.
    Willst du schreiben wie Glumm? Das will ich auch. Wir sind aber nicht Glumm.
    Oder willst du Anerkennung?

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    • Immer nur alles. So einfach ist das. Immer alles. Weniger ist doof. Früher dachte ich mir immer, ich will mir ein Porschometer aufhängen. So ein 12 stelliges digitales Zählwerk, dass mir permanent zeigt, wie viele Porsches ich mir leisten kann. Wichtig dabei ist, dass man die ersten drei Stellen nie erkennen darf, weil sie so schnell hoch zählen. Davon bin ich jetzt weg.
      Ich will ein Bentleymeter. Man wird halt reifer.
      Aber das mit den ersten drei Stellen ist noch immer ok für mich.

      Les mal, falls Du es nicht eh schon getan hast, das Vorwort zum dunklen Turm Zyklus von Stephen King „Über Dinge, die 19 sind“. dort schreibt er über seinen Anfang und dass der großspurig sein muss, repsektlos und alles dann schon von selber klein werden würde. Also nie klein anfangen, wenn es groß auch geht.

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      • lach Also so ist das. Große Ansprüche und dann verzweifeln. 😉 Nun, du erkennst wenigstens, dass dein Problem hausgemacht ist. Dabei ist dein Kommentar ja eigentlich schon einen eigenen Beitrag wert. Ich würd nicht aufhören zu schreiben, wär ja schade. Ich versprech dir auch, ich followe dir. Dann hast du einen mehr auf dem Zähler. 😉
        Aber nur wenn ich hier auch was zu lesen krieg!

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  10. Lieber Oliver, erstmal vielen Dank für Deine Gedanken. Dadurch ist mir die Möglichkeit gegeben, meine auch immer wiederkehrenden Gefühle über und beim Bloggen zu überdenken. Ich glaube, dass sich jeder Blogger, der das Schreiben als besondere Ausdrucksform seiner selbst nutzt, sich früher oder später solche Gedanken macht. Wie schaben uns manchmal das Fleisch von den Knochen und lassen unsere Seele leise schreien, sind im Fluss oder müssen Geröll entfernen, um an die Quelle zu kommen. Etwas anders sieht es für mich aus, wenn das Schreiben eine innere Notwendigkeit darstellt und der Wunsch besteht, mit dem was man liebt, auch Geld zu verdienen. Dann will man vermutlich besser werden, braucht die Kritik und den Austausch mit Gleichgesinnten, dann kann die Flüchtigkeit des Bloggens wahrscheinlich zum Horror werden und feuert das Zweifeln an. Ich bin eine ganz normale Leserin, die sich gerne auf Texte einlässt und diese grundsätzlich mehr als einmal liest. Ich klicke ein like, wenn es mir gefällt. Ganz simpel. Zum kritisieren fühle ich mich nicht kompetent genug, denn ich verstehe nichts vom Handwerk. Allerdings ermutigst Du mich indirekt, vielleicht mutiger beim Kommentieren zu werden und einfach mehr zu sagen, was ein Text mit mir macht. Und dann gibt es ja noch das ganze Nebenbeigedudel … Ach herrje, ein weites Feld. Zum Schluss bleibt mir nur noch zu erwähnen, dass ich Bücher von Bloggern lieber kaufe als ein Lese-Abo zu abonnieren, einfach, weil es etwas bleibendes ist und das Buch für mich sinnlicher ist. Ich habe Dich gerne gelesen. Herzliche Grüße. Melanie

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    • Hallo Melanie, danke für deine Worte. Es geht nicht wirklich um Geld verdienen… Das wäre naiv und ich bemühe mich, Naivität zu vermeiden.

      Wo es von hier aus weiter geht, weiß ich nicht. Ich arbeite daran, es nicht so wichtig werden zu lassen.
      Die Katze, das ewige Bentley kaufen, Bluttausch nach tagelangem Rotweinkonsum, das ganze Coupons schneiden, das kostet Kraft, wie das Schwimmen in der Gegenstromanlage im Keller und das wandern vom Ost- in den Westflügel. Es ist nicht nur alles Genuss.

      Ich lasse mich von mir überraschen. Das klappt in der Regel ganz gut.

      Liebe Grüße und Danke fürs Teilen deiner Gedanken.

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