Rost

Bilder einer Nacht.

Sequenzen.
Still.
Schwebend.
Ein sanfter Beat.
Perlend.

04:51 Uhr.
Keine Zeit für Schwere.

Bilder von Rindern am Strand.
Kinder tragen Wollmützen.
Es scheint kalt zu sein.

Ausgeweidete verrostete Kähne.
Gerippe aus altem Metall.

Die Hitze lässt die Straßen flimmern.
Die Weite, hier so groß, wie die Leere in mir.

Die kleine Kriegerin ist satt.
Geht mir nicht um die Beine.
Ein wenig Zufriedenheit im Raum.

Ich lese Deine Geschichten, die nicht mehr meine sind.
Lese die Geschichten eines Fremden.
Faszinierend, ein wenig.
Gestatte mir den Voyeurismus.

Der Sommer, vorbei.
Die Nächte, sie beginnen früh und enden spät.
Willkommene Stille, von leisem Klang ausgemalt.
Willkommene Dunkelheit.
Ich denke an die Fahrten in der Nacht, durch die Nacht.
Über das Staunen, die Leere, die Stille, die Ruhe.

Die Hände, sie schmerzen.
Kleine Gelenke, in denen das Alter wohnt.
Es dehnt sich aus, nimmt Besitz von mir, raubt mir die Jugend, unvermeidbar.
Nur eine Frage der Zeit.

Zeit.
Gelegenheiten.
Verstrichen.
Vorbei.

Im Blick zurück liegt nicht der Frieden.
Im Blick nach vorne nur die Angst.
Vor dem, was kommt.
So unvermeidlich.
Es frisst sich durch.
In mir.
So sicher, so unvermeidlich.
Nur eine Frage der Zeit.

Wie der Kahn auf dem Strand,
dessen ganze Schönheit nur von kurzer Dauer war,
bevor sie und die Zeit ihr Werk an ihm vollbrachten.
Der Kahn, dem Wasser entrissen,
seine Form nur noch ein Schemen seiner selbst.

Kahn

10 Gedanken zu “Rost

  1. Mir Gehen die Rinder durch den Kopf, die an die Ostseestrände angeschwemmt wurden. Man hat ihnen die Ohren abgeschnitten und die Beine zusammengebunden, um sie unkenntlich zu machen.
    Bei so wenig Respekt vor einem lebendigen Wesen versagt jeder Kriegermut. Er bleibt betroffen.

    Dein Text ist eindringlich, Zeugnis unruhiger Nächte. Solche schreibe ich auch ständig. Wie gut…dass es auch andere Texte gibt. Die hell sein können und frei. Die Kehrseite der Medaille. Sie hat zwei Seiten.

    Ich wünsche Dir einen sonnigen Sonntag.

    Viele Grüße
    von der Karfunkelfee

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    • Dein Wunsch ist in Erfüllung gegangen.
      Ein sonniger Sonntag mit Störchen und Staren, die wieder hier her gekommen sind.

      Die Fragmente des Textes waren das Produkt weniger Minuten, die ich eines Nachts durch das TV geschaltet habe.
      Da haben sich einige eindringliche Bilder hintereinander gereiht.

      Danke für deine Worte.

      Gefällt 1 Person

  2. Die Stare sind unter den Rückkehrern die absoluten Kobolde. Sie bringen mich immer zum Lachen mit ihrem geschwätzigen Übermut in den Bäumen.

    Einen Fernseher habe ich nicht mehr, doch ich lese Nachrichten oder höre sie im Radio. Sehr oft bleibt etwas hängen und findet dann in einen Text.

    Feen versteh’n was vom Wünschen…✨😊

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