Gespräch mit Herrn F.

Ach Herr F, wie schön, das wir mal Gelegenheit haben uns auszutauschen.
Danke, dass Sie sich die Zeit nehmen. Ich erinnere mich nur zu gut an unsere kleinen Gespräche, den Meinungsaustausch, die intellektuelle Herausforderung, die stets der gern gesehene Gast unseres Dialoges war.

Und jetzt erzählen Sie doch mal, wie es Ihnen ergangen ist, in den letzten Wochen und Monaten. Es ist ja ganz still um Sie und Ihr Schaffen geworden.

Die Musik? Stimmt, ich vergaß, Sie haben sich ja ganz dem Klang verschrieben. Nicht einfach zu goutieren, das muss ich Ihnen schon mal sagen. Ein recht sperriges Werk, das Sie da geschaffen haben. Dennoch formidabel, wenn es die persönliche Stimmung erlaubt, darin einzutauchen.
Nein, ganz gewiss nicht, sie wollen es auf keinem Fall jedem Recht machen, das ist deutlich zu vernehmen.

Jaja und die Heisenbergsche Unschärfe, der ihr Werk zum Opfer fällt, da es ja durch ihre eigene Beobachtung und Aufzeichnung einen anderen Verlauf nimmt, als wenn Sie ganz für sich dem Raum lauschen.

Ich verstehe. Sie machen es sich aber auch nicht leicht.

Der Alltag, wie haben Sie denn den Alltag bewältigt? Erzählen Sie doch mal.
Gekündigt? Ausgebrannt! Geflüchtet! Ich verstehe. Ja, die Welt ist ein grausamer und selbstsüchtiger Ort. Manchmal muss man versuchen, ihr zu entkommen. Da bleibt einem kaum eine Wahl.
Und Sie? Haben sich ganz klein gemacht und unter einem Stein verkrochen, mit gelegentlichen kurzen Ausflügen zu nachtschlafender Zeit an See oder in die Wildnis.

Gut so. Man muss sich erst finden, bevor man weiter gehen kann. Ja, das verstehe ich.

Und heute? Ist es besser?
Ein wenig, naja, immerhin, wenn auch nicht besonders ermutigend.

Ja, dem Prokrastinieren sind Sie immer schon gerne nachgegangen.
Ist ja auch ein schöner Zeitvertreib. Und der Kopf wird frei für frische Gedanken.

Ah und es gibt vielleicht ein paar neue Geschichten, die in Ihnen gären! Das wäre ja ganz wunderbar.
Albrecht? Nie gehört, nicht aus Ihrem Mund. Geschichten über Albrecht. Da sind wir sicher alle gespannt.
Nein, Sie verraten nicht mehr. Das ist noch im Werden, ich verstehe.

Dennoch, es hat mich gefreut, dass Sie ein wenig Ihrer Zeit für einen kleinen Dialog geopfert haben. Ja, auf jeden Fall! Gerne wieder.
Auf bald.

wisch

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