Das, was ist.

Dann sitzt er da und überlegt, was jetzt kommen könnte.
Wie es nun weiter geht. Was es ist, das ihn antreiben könnte.
Tut das, was er schon so oft getan hat: weiterhin nichts.
Grübelt vielleicht noch ein wenig mehr und stellt dabei fest, dass man vom Grübeln nur hässliche Falten bekommt und der Magen schnell übersäuert. Lässt dann auch das. Stellt es ein.
Am Vortag war er ganz früh am kalten See, ist einige Male aus dem warmen Wagen in die Kälte ausgestiegen, auf seinem Weg um den See. Hat ein paar schöne Stellen gefunden und es ein klein wenig genossen, das Spüren der Kälte, den Wind im Haar, die tauben Finger und sich überlegt, dass es doch eigentlich ganz schön wäre, das öfter zu tun, öfter mal raus, aus der Routine, dem schon beinahe autistischen Tun und ein wenig Veränderung, da und dort.
Er war nicht alleine am Wochenende, zumindest in der einen Nacht, genoss die zufällige Begegnung, die paar kleinen Gläser Wein, zusammen so viel besser schmeckend als alleine, die Haut, die Enge, die Nähe und Wärme, die eine Nacht voller Spüren, ohne dass viel passiert war, ohne echte Gefühle. Denkt darüber nach, wo sie wohl sind, wann sie abhanden gekommen sind, wie viele Herzen er noch hoffend und zitternd zurück lassen wird, bevor das eigene wieder hofft und zittert und vielleicht zerbricht und blutet. Ob es denn so schlimm wäre, wenn er leidet, aus echtem Gefühl heraus und geht wieder zurück in die Routine, das sichere kleine hin und her aus Arbeit, Lesen, Glotzen, Essen, Schlafen, Aufstehen und weitermachen. Schaut auf die Uhr und weiß, dass es Schlafenszeit ist, schaut auf die Uhr und steht von dem Bürostuhl auf und fährt heim, schaut auf die Uhr und weiß, dass Zeit vergangen ist, weiß aber kaum, was geschehen ist. Hasst und liebt die Uhr, weil sie Sicherheit gibt, aber Vergänglichkeit messbar macht. Denkt an das Eis und die Kälte und das Spüren, die Hand im kalten Wasser, die Finger steif und klamm, denkt, dass er mehr davon will und dann wieder, dass es schöner gewesen wäre, da nicht alleine zu stehen und was der Grund ist, dass er da alleine gestanden ist.
Ertappt sich dabei, etwas zu spüren und schiebt es weg, von sich, schließt es weg, wissend um das, was ist.

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