Fiend…

acid bath

About not getting old.
Oder:
Leben.
Oder:
Rolemodel

So viele Namen, so viele Gedanken und Gefühle…
Anfang der 80iger. Acid Bath, ein Album, ein Moment, eine Stimmung.
Aggressiv, ein wenig gruselig, voller Drogen und dem Versprechen für den Trip deines Lebens.
Trip to the moon….

Damals habe ich sie auf der Bühne gesehen, eines der wenigen Konzerte, auf die ich gegangen bin. Konzerte, die vielen Menschen, die Stimmung, das zur Schau stellen seiner selbst, das Positionieren, die Konfrontation, das Tanzen in und mit der Menge, Pogo, alles das, was mir zu viel war, aber Alien Sex Fiend, die wollte ich live sehen.

Und so ging es ans andere Ende der Stadt, in fremdes Terrain, eindeutig nicht meine Gegend, nicht meine Regeln, nur wenige bekannte Gesichter, dafür viele Drogen, viele verschleierte Blicke, viel Schwarz, viele Nieten und noch mehr Schuhe mit Schnallen und Handschuhe mit abgeschnittenen Fingern. Halbe Stifte Kajal unter, auf und über den Augen, länger gezeichnete Augenwinkel und Brauen, lackierte Fingernägel und bleiche Gesichter. Was haben wir schön ausgesehen.

So war das damals und es sind trotz der Unsicherheit und dem Zaudern gute Erinnerungen.
Erinnerungen, die ich lange nicht mehr gedacht oder aufgefrischt habe und warum auch immer, solche von der Art, die nicht verblassen.

Und da sitzen sie, es ist 2012.
Nik und Mrs. Fiend,
Nikolas und Christine Wade, seit Jahrzehnten ein Paar und geben nach einer Show ein Interview.
Ich tippe sie mal auf ein paar Jahre älter als ich, damit Mitte fünfzig, vielleicht noch ein paar Jahre mehr, ich weiß es nicht.
Für mich jedoch nicht gealtert, im Gegenteil, frisch und wach. Produkte eines Lebens, eines Lebensstils der geprägt ist, vom Tun, vom Sein, vom sich selbst verwirklichen.
Sympathisch, sie sind Persönlichkeiten, mit denen ich gerne an einem Tisch säße, die mich, mein Denken bereichern, mir zeigen, wie es ist, wenn man tut, was man möchte, den Erwartungen nicht entsprechen mag, nicht muss und doch leben kann, davon leben kann.
Für die beiden, ihre Band gibt es keine Altersruhe, keine Rente, auf die sie sich freuen würden, auf die sie hoffen können, die sie auch nur um Geringsten erwarten.

“Wann war eurer letzter freier Tag?” “Wir erinnern uns kaum… “

Wer lebt, braucht keinen Urlaub.

So.
Das ist der Kernsatz, die Botschaft. Die Messlatte und das weit entfernte Ziel.

Da sind die, die es verstanden haben, die es vormachen, die nie perfekt oder reich sein oder werden wollten.
Den beiden würde ich gern den Bentley schenken, der mein ewiges Synonym ist, für die Erfüllung von Wünschen und Wohlstand, für das Ausbrechen aus der ewig gleichen Litanei, dem Gebetsmühlenartigen.

Nur um zu zusehen, wie sie, wie ich mir erhoffe, ihn anzünden, nachdem sie eine gelangweilte Runde damit gedreht haben und weiter ihr Ding machen.
Riding the bullet, not the Bentley.

Acid Bath, E.S.T Trip to the moon, Dead and buried.
Lang vergessene Hymnen meiner Adoleszenz.

Alien Sex Fiend – Rolemodel.
“You lucky people…”

two crappy videos…

aber, und die Freude teile ich gern.
1.000 Zugriffe in drei Tagen 🙂

und
mit ein paar beats…

Interessantes Medium. WOW, es gibt Farbfilm mit Ton….

Scheinbar gibt es ein Publikum, dass sich an den Klängen erfreut, an dem neuen Produkt, dem alten Klang…

Und nur um es zu verdeutlichen…

Roland, mein musikalischer Begleiter seit den frühen 80igern.
Hersteller von elektronischen Musikinstrumenten und Mentor meiner musikalischen „Entwicklung“, wenn man oder ich es so nennen darf.
Roland brachte Legenden der elektronischen Musik auf den Markt, die heute noch sehr guten Ruf und vor allem Einfluss auf zeitgenössische Musik haben.

Die TR-808, Drummachine und Wegbereiter des Hip Hop, Africa Bambaataa, Planet Rock, eine Bassdrum, die Boxen sprengt…
die TR-909, House Music würde ohne sie anders klingen,
die TB-303, Acid House, kreischende Basslines, Massive Attack, Protection, das Album hätte es ohne dieses Sound, ohne diese kleine, silberne Box so nie gegeben.

Heute heißen die Systeme anders, heute haben sie digitale Technik, wo einst nur Analoges verbaut war und heute bilden sie die Sounds des New Wave, des Ambient, der elektronischen Tanzmusik einer Ära nach, die so nie wiederkehren wird. Brian Eno, Ultravox, Depeche Mode…

Die alten analogen Systeme, das System 100, der Jupiter 8, der ProMars, fette Sounds, Ikonen eines Jahrzehnts, heute wieder verfügbar, dem Verfall und vor allem den irrsinnigen Marktpreisen entgegen wirkend, als digitale Kopien zu erschwinglichen Preisen..

Heute kostet eine gut erhaltene 808 mehr als 2.000 Euro, ein vielfaches des ursprünglichen Preises, dito die 303, dito alle anderen Geräte aus der Zeit. Aktuelle Technik rotzt und kreischt und hat einige Jahre guter Funktion vor sich…

Nur ein paar Gedanken zum Sonntag mittag…..

und hier, Martyn Ware, Human League, Heaven 17, der ein altes System 100, das sympathisch abgefuckt ist, vorführt..

Déjà vu

long lost and forgotten

 

„Ich bin jetzt raus, jetzt steh ich hier,
das Wasser riecht nach Gift
und’n toter Vogel kommt vorbei und stirbt –
der Kellner spielt Klavier.
Wir sind die letzten von hundertzehn –
wir warten bis die Zeit vergeht.

Tausend Tage und Nächte auf See,
das Land kommt nie zurück.
’ne Menge Mädchen war’n dabei und lachen,
viel zu schön um zu gehn.
Wir war’n so hungrig, wir war’n so kalt,
wir wollen nie zurück,
und jetzt treiben wir uns rum auf dem toten Schiff
und warten bis die Zeit vergeht.

Déjà Vu – Déjà Vu – Déjà Vu

Der Rote Hugo hängt tot am Seil,
die Leiche stinkt nach Shit.
Wie’n weisser Engel, schön wie Schnee hängt er da
– eh, du tust ihm doch weh!
War’n wilder Kerl mit feuchtem Blick,
doch der kommt nie zurück.
So schreib‘ dein Leben auf ein Stück Papier
und warte bis die Zeit vergeht.

Déjà Vu – Déjà Vu – Déjà Vu>“

 

Spliff
1982

So traurig, so schön…