Ich bin betroffen

Was ich gelernt habe, ist, dass das Anschauen von Pornos, die man sich aus dem Internet herunterlädt, einen erheblichen Einfluss hat, auf den Energieverbrauch, beziehungsweise die Erzeugung der Energie für das, ich sag mal, Produzieren, Filmen, Veröffentlichen und Herunterladen oder neudeutsch Streamen des Films. Nicht eingerechnet, den Eiweisaustoß der männlichen Protagonisten und auch nicht, die Herstellungskosten der Silikoneinlagen für Po und Brust und was weiß ich noch.

Schön, dass es dafür eine Studie gibt. Über den Sinn derselben sinne ich noch nach.

Ebenso kritisch, aber weitaus langweiliger ist da schon der enorme Energieverbauch für das Erzeugen eines Bitcoins. Wer jetzt nicht weiß, wovon ich da genau rede, bzw. schreibe; Willkommen im Club, ich habe auch nur entfernt davon gehört und schenke dem ganzen so viel Aufmerksamkeit wie seinerzeit zum Jahrtausendwechsel der Aktien, Internet- Startupblase, die dann wohl auch, einem Furz gleich, anfangs übel riechend, dann doch endlich aus der Wahrnehmung verschwunden ist. Wer mehr über die neueste Sau wissen möchte, die da durchs Dorf getrieben wird: googlen hilft, wobei, das ja schon wieder die Energiekosten nach oben treibt…..

Ich liebe politische Korrektheit und das immer gut ankommende Betroffensein über, zum Beispiel das Schauen von Pornos. Jetzt ist es also nicht mehr nur die Diskriminierung der Darsteller, ja ich bin inkorrekt, müsste es doch, in ehrlicher trauriger Betroffenheit, Darstellerinnen heißen. Es ist also nicht mehr nur die arme darstellende Zunft, jetzt ist es auch der Energieverbrauch.

Früher war das nur das Stoßlüften, dass einem gepredigt wurde. Ja nicht zu lange im Winter die Fenster auf oder zu lassen, entweder Auskühlen oder Schimmel, man musste es sich aussuchen oder eben zum guten und bewährten Stoßlüften greifen.

Ja und der Sarotti-Mohr, das war noch was, als der überall, in Werbung und vor Konditoreien als Aushang zu sehen war. Und in der Konditorei gab es Negerküsse und Abends dann, frisch aus dem Supermarkt Zigeunersalat und dazu ein gepflegter Kosakenkaffee… Und wer den Hals nicht voll bekommt, verschlingt noch ein Zigeunerschnitzel und warum dürfen eigentlich noch Hamburger oder Hot Dogs feilgeboten werden? Da müsste doch schon eine vegane Ethikkomission in Schnappatmung, keuchend, lautstark ins Lamentieren verfallen sein?

Die kleine Hexe, neu formuliert, Astrid Lindgren teils als politisch inkorrekt verbannt und Hurrah, es gibt jetzt ein drittes Geschlecht. Find ich gut, nur und das meine ich ausnahmsweise ernst. Wo sind in öffentlichen Gebäuden, Autobahnraststätten, generell Gaststätten die passenden dritten Toiletten?
Das Schreiben dieses überflüssigen Textes hat vermutlich den einen oder anderen Quadratmeter Regenwald vernichtet, eins oder drei Tierarten aussterben lassen und einen Arbeitsplatz gekostet, mindestens.

Ich fühl mich grandios und einen Porno werde ich auch gucken, mindestens oder zumindest einen Bitcoin farmen, das dauert auf meiner Computermöhre vermutlich ein paar Jahre.
Das ist ok, ich habs ja.

Nachverdichtung

Heute durfte ich ein neues Wort lernen..
Nachverdichtung…
Wikipedia schreibt darüber, das es ein Begriff ist, der im Städtebau Anwendung findet.
Und wie das Wort schon ahnen lässt, geht es um noch mehr Humaneinheiten auf noch weniger Lebensraum.
Die Freude steht mir bei der Vorstellung ins Gesicht geschrieben, wenn jung und alt, arm und reich einfach etwas enger zusammenrücken.
Das ist ein schönes Bild, nicht wahr? Der übliche Schelm, wer dabei Böses denkt.
Ganz ehrlich? Wer braucht zum Leben 2,50m hohe Decken? Die meiste Zeit, sitzt oder liegt man zuhause herum und duschen kann man auch im knien.
Da kann man ohne große Neubaumaßnahmen schnell mal eine Zwischendecke einziehen und schon hat jeder was davon, der eine, weil er jetzt seine Mieteinnahmen steigern kann, der andere, weil er plötzlich ein Dach oder eben eine Zwischendecke über dem Kopf hat.

Ich darf seit einiger Zeit beobachten, dass sowieso schon überlange Busse nun noch einen Hänger, voll mit weiteren, hoffentlich diesen Luxus der Beförderung auch brav bezahlenden Fahrgäste durch die Gegend kutschieren. Was mitunter originell wird, wenn die Bushaltestelle einfach nicht für 40 Meter lange Gefährte gemacht wurden und der Busarsch dann mal noch so halb auf der Kreuzung steht, sehr zur Freude des gewöhnlichen fahrenden Volkes, dass dann halt gern noch ein wenig länger auf die Hupe drückt oder wie auch immer man seinem mickrigen Aufbegehren eben Luft machen mag.

Die Nachverdichtung. Ich bewundere die Schöpfer solcher wunderbaren Begriffe, die einem erst wie ein Fremdwort über die Lippen geht und flugs dann in zum allgemeinen Sprachgebrauch wird. Das ist schon schön, so eine Gewohnheit.

Ich freu mich sehr auf die Nachverdichtung meines frühen Wortwerkes, vielleicht wird ja ein echtes Gedicht daraus. Vielleicht macht sich der oder die eine talentierte über meine Worte her und nachverdichtet diese. Das gefiele mir besser, viel besser, als die Zwischendecke, die es dann doch werden wird.