100 Worte Hass, circa

Es ist Sommer…

Du mieses kleines Dreckvieh!
Wie viel Gift steckt in Dir?
Wie oft kannst Du mich noch stechen, bevor es, bevor Du verbraucht bist.
Hältst mich wach, zu später Stunde.
Willst mein Leben, willst mein Blut.

Ich will Dich töten, zerschmieren, zerschlagen.
Meine alten Ohren können Dich nicht mehr hören.
Ich nehme Dich nicht mehr wahr.
Will Dich ignorieren.

Doch Du gibst nichts. Nimmst alles.
Raubst mir Schlaf und Frieden.
Erntest Hass und mein Blut.

Dein kleines blödes Hirn,
dem nichts gewahr wird,
das nicht begreifen KANN,
dass Du Dir nur Verachtung einheimst,
noch und nöcher.
Dein Wesen, schwarzgefärbt von meinem Hass.

Wenn ich Dich erwische,
mach ich Dich platt.

Drecksvieh, scheiss Mücke…

Brief an einen Fremden

Guten Morgen Fremder,

ach, der liebe Gott, den habe ich schon lange aus dem Sinn verloren.
Das mag ein wenig mit der Tatsache zusammenhängen, dass ich mit 16, 17 zu viel Existentialisten gelesen habe, Sarte, Camus.. etc…. Da gibt es diese eine Geschichte „das Spiel ist aus“ von Sarte, in der ein Mann nach seinem Tod während einer Revolte, die er angezettelt hat, vor die Wahl gestellt wird, sich dieses mal für das Leben und die Liebe zu entscheiden und er, Idiot, der er ist, wählt wieder den Krieg, weil er weiß es besser, er hat die Kontrolle und „nur noch diese eine Sache“, dann ist er frei für die Liebe und zack, peng, ist er wieder tot und diesmal bleibt er es auch…. Geschieht ihm recht…

Ich war immer der Ansicht, ein jeder und vor allem ich, macht sich seine eigene Hölle auf Erden. Ich habe es in der Hand, was geschieht und die Folgen trage ich und Glauben ist Flucht und Verweigerung des Selbst und der Kontrolle, die ein jeder hat.

Warum gibt es Armut und Hunger? Das ist nicht „gottgewollt“. Das sind die Folgen einer gierigen Weltwirtschaft und wir alle sind ein Teil davon… Mit jedem Mobiltelephon, das wir haben, fördern wir die Armut in den Gebieten, in denen die Materialien aus dem Boden gekratzt werden….
Mit jedem T-Shirt oder Kleidungsstück, dass wir an uns tragen, treiben wir Menschen in die Armut…
Weil wir unseren Wohlstand auf Kosten der Schwächeren leben und tagein tagaus predigt uns die Werbung zu konsumieren und brav, wie wir sind, machen wir da mit…

Gott exisitiert nicht. Es existiert mehr, als wir sehen, das anerkenne ich. Was das ist, weiß ich nicht, aber auf sicher kein Jesus und kein Allah… Alleine die Tatsache, dass wir einen Gefolterten, Blutenden, Gequälten anbeten, lässt tief blicken. Wir umgeben uns mit Symbolen der Folter und des Blutes. Nein danke.

Buddhismus ist kein Glaube, eher eine Weltsicht. Aber die Tatsache, dass da ein dicker und lächelnder Mann friedlich sitzt, im Frieden mit sich, das gefällt mir um ein Vielfaches mehr, als die Mär von Kreuz und Blut und Nägeln durch Hände und Füße….

Ich gehe raus und sehe den Tag anbrechen, in all den schönen Farben und das ist real und niemand kann mir das nehmen und das ist gut so.

Und trotzdem bin ich ein schlechter Mensch, der nur schlau daherredet, bin ich eigensinnig, egoistisch, gelegentlich jähzornig und menschenverachtend (das zumindest bin ich meistens…)

Für mich ist das zu schreiben auch ein Stück weit Reflektion und vielleicht auch Therapie.
Lässt aber für mich immer die Frage offen: Wer bin ich? und viel wichtiger: Wer mag ich sein? Wer kann ich sein?

Das ist wichtig. Nicht ein neues iPhone, nicht Familie, nicht in Urlaub fahren und tolle Selfies machen, nicht Fasching oder Silvester feiern, ins Fußballstadion, auf das Oktoberfest, besoffen in der Menge, damit ich ja nicht, auf gar keinen Fall zur Ruhe komme und nachdenken kann, bloß nicht Nachdenken, bloß nicht… das könnte weh tun und schwierig sein….

Ich muss denken und reflektieren und handeln. Alles andere ist Nebensache.
Das ist meine Religion.

Und fragst du mich jetzt, warum ich das alles schreibe, ich weiß es nicht. Weil der Tag gerade anbricht, ich mal wieder alleine bin und hier ein Sprachrohr ist, in das ich hineinrufen kann.
Weil manchmal die Gedanken fließen, wenn die Ruhe da ist. Und heute ist so ein Tag….

Alles Liebe
F.

Die Sonne und der Arsch

Ein Garten, ein paar Bäume, wild wuchernde Wiese, durchsetzt mit lila Gräsern, ein paar Amok laufendene Tulpen, frühe Bienen, die noch schlaftrunken und taumelnd kleine Blüten abarbeiten.
Schnecken, die in ihrem unnanachahmlichen Expresstempo ihre glänzenden Bahnen ziehen. Sie mit den Augen zu verfolgen beruhigt ungemein.
Vögel auf Zweigen, singend, Grüne Blätter, sanft leuchtend, noch jung und frisch und voller Kraft, “voller Saft” zu schreiben wäre mir gerade zu pornös.
Ein Tisch, eine Bank, eine Tasse Kaffee, eine Tastatur.

Ein Blick auf die Uhr, zu unwichtig, als dass es drängt. Es ist nur ein Job und der kann auch mal warten.

Der Himmel, grau, mit wenigen blauen, sanft schimmernden Bahnen durchzogen, die Sonne scheint, aber nur aus meinem Arsch und zwar gewaltig.
Ein Strahl, mächtig, wie aus Klingonenschiffen abgefeuert.
Guten Morgen, Reflektion.
Guten Morgen.

Der Morgen

Maschinenraum

Dröhnen, Raum aus Metall.
Schmiere, ölig,
in Streifen, die Wände verfärbt.
Hitze, Stampfen, Vibration.
Riemen, Bänder, Räder.
Eine Bank. Ein Stuhl.
Ein Ort.

Licht, rot, sanft.
Körper, schimmernd, rund, weich.
Laute, Lust, Sehnen.

Interpretation:
Bin ich alleine in der Sicht, dass alte Maschinen etwas sinnliches an sich haben?
Dieses offen zur Schau gestellte Ineinander.
Das Öl, das Fett, die Schmiere.
Das glänzend polierte Stahl.