100 Worte Hass, circa

Es ist Sommer…

Du mieses kleines Dreckvieh!
Wie viel Gift steckt in Dir?
Wie oft kannst Du mich noch stechen, bevor es, bevor Du verbraucht bist.
Hältst mich wach, zu später Stunde.
Willst mein Leben, willst mein Blut.

Ich will Dich töten, zerschmieren, zerschlagen.
Meine alten Ohren können Dich nicht mehr hören.
Ich nehme Dich nicht mehr wahr.
Will Dich ignorieren.

Doch Du gibst nichts. Nimmst alles.
Raubst mir Schlaf und Frieden.
Erntest Hass und mein Blut.

Dein kleines blödes Hirn,
dem nichts gewahr wird,
das nicht begreifen KANN,
dass Du Dir nur Verachtung einheimst,
noch und nöcher.
Dein Wesen, schwarzgefärbt von meinem Hass.

Wenn ich Dich erwische,
mach ich Dich platt.

Drecksvieh, scheiss Mücke…

Erkenntnisse

Und da gehst Du in ein Seminar und bekommst als erstes die Aufgabe, etwas über dich zu sagen. Einige Minuten zur Vorbereitung, eine kleine Karte deines Lebens anzufertigen und weitere fünf Minuten, um dich zu präsentieren. Und dann brütest Du über dich und dein Leben und was es Relevantes zu sagen gibt, denkst über das nach, was die anderen wohl so erzählen werden, denkst und weißt, dass es nicht wichtig ist, sich an den anderen zu messen. Du nutzt die Gelegenheit, die willkommene Gelegenheit, das, was dich ausmacht, Revue passieren zu lassen. Einige Minuten sind genug dafür, für das, was Du Preis geben willst, nimmst es und schreibst es auf und dann trägst du es vor und nach zwei Minuten bist Du fertig und das ist gut so und Du weißt, dass es richtig ist, sich gut anfühlt und deshalb richtig ist. Du könntest dich jetzt bemühen und das auf eine Minute reduzieren, könntest genau so fünf oder zehn daraus machen oder einen Tag, eine Woche, könntest alte Manuskripte, alte Gedanken herauskramen und darüber reden und doch genügen im Grunde die zwei Minuten, um den Kern frei zu legen, das, was wichtig ist, das, was Du Preis geben möchtest, wozu Du stehst. Es wäre kaum mehr geworden, wenn es die letzten Minuten gewesen wären und das ist gut so. Du hast lediglich die Liebe und die Werte unterschlagen, aber die gehören Dir und die sind Du und das ist Eines und das wissen die, die es wissen müssen. Über das Leben und den Tot hast Du schon viel und noch immer nicht genug nachgedacht und auch das ist gut so, weil es ist nie genug. Da ist die Gier, nach dem Leben und die ist gut, weil irgendwann ist es vorbei und irgendwann bleibt nur noch https://foodandwineporn.de/2014/10/20/tatowierung/ das und das ist dann nicht viel und vorher sollte schon ein wenig was gewesen sein.

Mogelpackung

Terrasse am Morgen,
ein Kaffee, etwas zum Schreiben und ein kleines Thema.
Die Schwebfliege, die gelb schwarz, gefährlicher aussehend, als sie ist, vorbei, ja was? Schwebt? Fliegt? Naja, ein schmerzloser Abstecher vielleicht, ein Vorbeischauen, wobei, ob sie mich überhaupt wahrnimmt, wir beide haben nichts miteinander, ich bin bestenfalls eine Masse in ihrem Weg, so etwas in der Art.
Sie gerät in mein Blickfeld, ich formuliere es mal so, das ist eine sichere Feststellung.
Schwebt über dem weißen Fremdkörper, den sie nicht einordnen kann, dem Laptop. Beschließt, den Flug, das Schweben zu unterbrechen und landet auf der esc Taste, ganz außen links, bereit zur Flucht, stets bereit.
Das sehe ich und das gefällt mir.
Sie sitzt da und stempelt versuchsweise mit ihrem Mund-Werkzeug die Tastenfläche ab, sucht nach Essbarem, findet vermutlich Hautschuppen, Haarreste, ich mag nicht so genau darüber nachdenken.
Ich betrachte sie, die kleine hübsche Fliege, beobachte ihre Aktivitäten.
Nähere meinen Finger an sie an, beobachte ihr Zurückweichen, sie steigt auf, schwebt über den Tasten und mein Finger wagt eine weitere Annäherung, sie reagiert darauf und schwebt rückwärts, ohne Hektik, das, was sich ihr da nähert, scheint nicht so direkt ins klassische Feinbild zu passen, eher ein rosa Ast, der in ihren Weg gewachsen ist oder so etwas.

Ich mag das Spiel.
So viel Leben und Intelligenz in so einem kleinen Körper. Die Augen registrieren, die Flügel korrigieren die Flugbahn, passen sich dem Objekt an, fliegen Ausweichbahnen, höher, tiefer, links, rechts, auf und ab, die kleine Fliege beherrscht ihr Element. Ganz und gar.
Und tritt ab, wendet sich dem Rest des Gartens, dem großen Grün zu, lebt ihr Leben, endet, so hoffe ich, nicht im nächsten Spinnennetz, bitte nicht im Schnabel eines Vogels.
Lebt ihr kleines Leben.

In anderen Welten, kleiner, so viel kleiner als die meine, herrscht ewiger Krieg, ewige Flucht, fortwährende Angst um die eigene kleine Existenz.
Ein Netz, Kieferzangen, ein Stachel, ein Schnabel, Große jagen Kleine und sind dann irgendwann doch Nahrung, Brutstätte, Nistmaterial für viele Kleine.
Irgendwie beschämend, ich bin niemandes Beute, töte ohne selbst Jäger zu sein, ohne Gedanke darum, bediene mich derer, die Leben, ohne selbst Teil dieses Kreislaufs zu sein.
Ich darf nicht einmal Kompost sein, auf dem Grünes wächst, kein Platz für Larven sein. Ich bin nicht Teil der großen Gleichung.
Morgens um acht, der Tag ist gelaufen. Ich bin nur eine Mogelpackung, mit falschem Inhalt, irreführenden Versprechungen, Lug und Trug.
Mahlzeit. Darauf noch einen Kaffee…

nur Worte…

Der wenige Rest von Leben, dünn und zerbrechlich, Pergament.
Mürbe, rissig, wie Leder, zu lange der Sonne, der Hitze ausgesetzt. Dahin.

So wenig Leben, so schmal die Lücke, die Existenz bedeutet.

Ein wenig das Gasgemisch der Luft, die in die Lungen strömt verändert, der Tod kommt in Minuten.
Die Temperatur ein wenig erhöht oder unter den Nullpunkt gesenkt, der Tod erwartet dich.
Licht, das nicht mehr scheint, Pflanzen, die verdorren, der Tod kommt zu Dir, auf dunklen Pfaden.
Der Regen, der sauer auf dich hernieder fällt, zieht dir Streifen deines Fleisches ab.
Das Festmahl an Dir hat begonnen.
Wind, nicht mehr nachlassend, der Dreck, zerriebenes Glas, die chemischen Abfälle in deine Lungen treibt, wenn Du das Haus verlassen musst, weil der Hunger dich nach draußen zwingt. Wind, der dich von innen auflöst.

Lass aus den Blättern, die Du achtlos an deiner nackten Haut streifen lässt, den Brennnesseln gleich, Gift in dich strömen. Sieh, wie sich rosa Haut in Schwären aus schwarz und gelb verwandelt.
Wie Du dem Schmerz ein Haus sein wirst.
Dem Schmerz, der einer Oper gleich, sich im dramatischen Finale in Tod ergießen wird.
Kein Applaus, keine Zugabe. Das Finale.

So wenig ist es, dass Leben und Tod, die ewigen Feinde in Balance hält, nicht mehr als wenige Entscheidungen, nicht mehr, als rissiges Pergament an Worten halten kann.

Schrei

va-bene: hemmungslos gut…

va-bene in Fischen, Freitag Abend, Ruhe und Vorfreude…
Die Qual der Wahl.
Eines ist sicher:
Ich will Genuss…

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Ein Glas Franciocorta, kühl und fruchtig, leitet den Abend ein…
Ich muss mich zurückhalten, muss noch fahren.. Ganz so fatalistisch bin ich, trotz gelegentlichem Bemühen doch noch nicht.

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Vorspeise Carpaccio,
aber was für eines.. Mit Jakobsmuscheln..
Hatte ich erwähnt, dass ich für die kleinen Dinger schwärme? So richtig?
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Hauptgang: Zander.. Irgendwo zwischen Gedicht und Geschmacksnirvana..
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Die angenehm saure Marinade passt so gut zum Fisch.. Mehr Wein!
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Nur Weniges vermag mich so zu begeistern, wie der Genuss des Gaumens.
Ich staune immer wieder über neue Nuancen.
Ich habe diese Möglichkeit, mir unfassbar guten Geschmack zu bescheren und davon mache ich reichlich Gebrauch… Would not want to miss it..

Dessert: Apfeltarte.. ich schmelze.. Todsünde. Völlerei… egal, es ist so gut.
IMGP1877

Wie so oft schon, das va-bene ist einen Besuch wert.
Die Karte vermag wieder und wieder zu überraschen und der Vorrat an gutem Wein scheint nicht zu versiegen.
I like it.